Zu Zwischenfällen kam es jedoch nicht, die Polizei hielt die Demonstranten auf Distanz zur Kirche.
Es war der erwartete Protest, nachdem Demonstranten bereits am Sonntag versucht hatten, nach einem Gottesdienst mit der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann die Kirche zu besetzen. Anschließend hatte der Kirchenvorstand die Kirche von der Polizei räumen lassen. Das Konzert, insgesamt das zehnte der Ersten Panzerdivision mit dem Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchenverband, wurde erstmals vor zwei Jahren in der Marktkirche massiv gestört. Seitdem findet es in der Neustädter Kirche statt.
Die Demonstranten trugen gestern ein Plakat mit der Aufschrift „Morden mit Gottes Segen – Militär und Kirche Hand in Hand“. In der Kirche hörten die 400 geladenen Gäste von dem Protest jedoch kaum etwas. „Es ist mir wichtig, den Demonstranten zu sagen, dass wir nicht für uns Soldaten spielen, sondern bedürftigen Kindern und Jugendlichen in Hannover helfen“, sagte Generalmajor Markus Kneip in einer kurzen Rede. Der Erlös des Konzerts kommt traditionell dem Projekt „Bed by night“ zur Betreuung von Straßenkindern zugute.
Eines haben die Protestanten mit ihren Aktionen am Sonntag und Dienstag jedoch erreicht: Sie haben die evangelische Kirche, sonst pazifistischen Positionen durchaus zugetan, in eine unangenehme Lage gebracht. Margot Käßmann reklamierte gestern noch einmal ein diplomatisches Vorgehen für sich: Man habe den Demonstranten nach dem Gottesdienst am Sonntag Gelegenheit gegeben, ihre Kritik vorzutragen, und ihnen eine Diskussionsveranstaltung angeboten. Auch sonst äußerte gestern niemand öffentlich Kritik an dem Polizeieinsatz in der Kirche – anders als vor zwei Jahren, als die Marktkirche nach dem Vorgehen gegen Demonstranten Protestbriefe aus der gesamten Bundesrepublik erhielt.
Skepsis gibt es innerhalb der Kirche gegenüber dem traditionellen Auftritt der Panzerdivision jedoch durchaus. Das Konzert sei eine „Provokation“, meint Gisela Fähndrich, frühere Superintendentin.
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Kommentare
DH?!? Rabauke – 09.12.09
Ja ich denke das eine berechtigte kritik am parzifismus nötig ist. es wäre sicherlich zu begrüßen gewesen wenn in deutschland gegen hitler der generalstreik ausgerufen worden wäre, die armee aufgelöst worden wäre und sich damals die antifaschistischen kommandos bewaffnet hätten. nur hat dies alles nichts mit der bundeswehr zu tun. tatsächlich ist der krieg in afghanistan völkerrechtswiedrig, es gab keine angriffserklärung es gilt kein kriegsrecht für dortige "feindliche kombatanten". Die militärische notwendigkeit der bombadierung der tanklastzüge mag ich auch schwer bezweifeln. der größte teil aller deutschen lehnt den afghanistan KRIEG ab (wer ist hier die minderheit?!? soviel zur konstruktion einer bürgerlichen mitte). Aus afghanistan gibt es stimmen die sagen, dass die taliban schlecht waren und man unter ihnen gelitten hat. aber unter den warlords die jetzt dort faktisch die macht haben leide man genauso (übrigens floriert dort der opium anbau unter dem schutz unsere jungs). im grundgesetz wurde die bundeswehr als reine verteidigungsarmee eingeführt. Afghanistan ist aber ein angriffkrieg, zwar nicht gegen eine reguläre armee aber gegen feindliche kombatanten, einziger unterschied ist das diese weniger reechte als feindliche soldaten besitzen. und wer dann auch noch protest gegen solche zustände als linksfaschistisch, bzw. von irgendwelchen besäufnissen schreibt, der ist renitent gegen jedes bessere argument. denn die einzigen "argumente" die hier angebracht werden sind: es ist nun einmal so weil gesetz, es ist nunmal so weil unsere jungs, und ihre kleine hitler passage die, die täter und opfer rolle des zweiten weltkrieges umdreht. weder wird an hand von fakten noch von diskursen argumentiert, folglich nur platte polemik die auf defamierung abzielt und einen totalitären positivismus schafft, in dem sich wieder unter einer konstruierten mitte des "volkes" versöhnt werden soll. hierbei wird auch völlig ausgeblendet das diese mitte auch eine bewegung zum totalitarismus inne hat, bzw. komplett bestritten. ich habe nichts dagegen wenn jemand polemisch wird und seine meinung so darstellt, aber wenn jemand anderes dies auch macht und dann aber in eine "extremistische" ecke gestellt wird und aus der "mitte" der gesellschaft raus dividiert wird ist das totalitär und verdient nunmal eine gegen argumentation die es auch verdient argumentation genannt zu werdenunglaublich DH – 09.12.09
Bei manchen Kommentaren hier fasst man sich wirklich an den Kopf. Da üben Leute begründete Kritik an den pazifistischen Protestlern - und werden allen Ernstes als "renitent" und "rechts-außen" (notorischer Kleinschreiber), "plump rechtskonservativ" (Christian S.) und dergleichen mehr beschimpft. Wundert ihr euch eigentlich noch, dass eure Anliegen von den meisten nicht ernst genommen werden? Habt ihr in eurer Selbstgerechtigkeit irgendetwas von dieser Kritik verstanden?Und zu denen, die ihren christlichen Glauben vor sich hertragen und damit ihre Ablehnung der Bundeswehr begründen möchten: Das funktioniert hinten und vorne nicht. Ebenso kann man trefflich darüber streiten, ob christlicher Glaube mit Pazifismus verknüpft ist - als Christ bin ich der Meinung, keinesfalls. Auch Adolf Hitler wurde nicht durch gutes Zureden, sondern durch Gewalt gestoppt. Hätte die restliche Welt damals aus Pazifisten bestanden, wäre die Geschichte anders verlaufen.
Vielmehr würde, wenn man es wirklich ernst meint, der christliche Glaube zur Toleranz anderer Meinungen ermutigen. Und offenbar gibt es die durchaus, und zwar bei der Mehrheit der Leute in Deutschland. Ja, tatsächlich - die Mehrheit fühlt sich offenbar wohl mit einem Grundgesetz, in dem die Bundeswehr ein Teil der Gesellschaft ist. Wem das nicht passt, der möge dagegen demonstrieren, aber bitte im gesetzlichen Rahmen und ohne Beschimpfungen Andersdenkender. Denn vergesst nicht: Ihr seid tatsächlich in der Minderheit.
@ Arthur CA – 09.12.09
Seit wann ist der internationale Einsatz in Afghanistan ein Angriffskrieg? Griff die Bundeswehr das Land und seine reguäre Armee an? Und die Panzerdivision befindet sich in welchem Kriegseinsatz? Sie wissen schon, wie "Krieg" nach international gültigen Regeln definiert ist? Scheinbar nicht...gerd rabauke – 09.12.09
wo hast du das mit dem saufen eigentlich her?!? auf dem foto sehen die leute nicht so aus als hätten sie spaß... und ich glaube die richtigen saufköpfe findet mensch hier in deutschland eh eher auf dem oktoberfest oder dem csu parteitag... und dann war da noch dieser jörg haider... naja war wegen alkohol... vielleicht hast du auch nur in deiner liebelingsstammkneipe auch mal wieder zu tief ins glas geguckt, und dann hast du auch noch beschlossen deinen müll ins www zu tragen statt ihn in deiner dorfkneipe zu lassen. naja aber vielleicht ist es ohne enormen alkoholeinfluss auch nicht möglich die bundeswehr zu verteidigen... wenn sie nur mal nicht eine institution wäre die exestierd um leben auszulöschen, aber dem ist nunmal nicht so und um so ernster das anliegen und um so schlimmer deine aroganz@ Cosmoproletarian Gerhard – 09.12.09
Leider ist das Niveau dieser von Dir sog. "Meinungskundgabe" auf dem Niveau Deiner Rechtschreibung ist.Folglich wirken solche Aktionen ohnehin kontraproduktiv. Solange ihr aber keine Gewalttaten und Sachbeschädigungen verübt, dürft ihr ruhig weiter saufen.
Hannover Christian S. – 09.12.09
Mit großem Erschrecken muss ich feststellen, dass das Gros der Kommentarschreiber hier derart plump rechtskonservativ versucht zu argumentieren. Immer drauf mit dem Polizeiknüppel, wenn jemand in diesem Land nicht mit"merkelt" (=nichts verändern und alles schön den Bach runtergehen lassen). Die Vorstellung, dass nur ein politisch rechtes Weltbild mit einem Bekenntnis zum Staat zusammenpasst, ist antiquiert und zeugt von wenig Willen diese Stadt, dieses Land, diese Gesellschaft, diese Welt positiv zu ändern. An alle Ewiggestrigen und Reaktionäre hier: Als Deutscher, Christ und Mensch schäme ich mich für Sie. SIe werden wohl erst Ruhe geben, wenn Sie wieder in einer (braunen) EInheitsmasse mitmarschieren können. Pfui!Gerd Cosmoproletarian – 09.12.09
och Mensch, konnte da nicht wieder die Warheit so wiedergegeben werden, wie sie, sie noch aus der guten alten Zeit kennen. Da war alles noch so einfach, wer kritik zu äußern hatte, wurde einfach als assozial dargestellt und im besten Falle gleich hinter Schloß und Riegel gebracht. Heute hat jeder das recht hier seine Meinung auch noch kunzutun, und dann wird das noch nichtmal als Saufgelage defamiert... jaja früher war alles besser...löschen von Kommentaren absurt – 09.12.09
Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen unter www.haz.de/Nutzungsbedingungen.Modernes Proletentum Gerhard – 09.12.09
Normalerweise sollte albernes Saufgelage von 90 Wohlstandskindern vor einem Gotteshaus keinen Artikel rechtfertigen. Und wenn schon berichtet wird, dann nicht so wohlwollend, sondern unter der Überschrift Rabaukentum.Diejenigen, die ihr Gotteslästertum Protest nennen, hängen ihr Fähnchen immer in den Wind. Wenn es der Zeitgeist so will, sind sie Pazifisten und wenn das Gegenteil schick ist, sind sie auch dabei.
jSSb notrischer kleinschreiber – 09.12.09
ich werde auch gegen sie nicht argumentieren, sie haben schon in anderen foren ihre renitentheit gegen richtige argument bewiesen. sie polemisieren nur, das ist kein argumentieren. fern ab von jeder sachlichkeit bahnen sie ihren weg zwischen frasen die erschreckend in den rechten äußeren rand passen aber betiteln jeden und alles der nur links von ihrer generierten mitte abweicht als linksextrem... das ist keine grundlage mit ihnen zu diskutieren... kurzes zitat: mit einem antisemiten zu diksutieren ist in etwa so als würde man einem tier das sprechen beibringenUnchristliche Christen Arthur – 09.12.09
Töten im Staatsauftrag gehört sicherlich nicht zur christlichen Lehre.Dagegen gehört die Hinwendung zum Militär und dessen Rechtfertigung zu der Tradition der christlichen Kirche.
Die Diskrepanz besteht also zwischen Lehre und Institution.
Ich wrde mir wünschen, dass die von mir sehr geschätzte Frau Käßmann, die Dinge beim namen nennnt.
Die "Bürger in Uniform" sind Soldaten, die Bundeswehr keine Verteidigungsarmee mehr, der Einsatz in Afghanistan ein Angriffskrieg und die Panzerdiviision sammelt nur aus Gründen der Augenwischerei für soziale Einrichtungen. Sie will damit ablenken von ihrem fatalen Kriegseinsatz
Kirche und Militär absurt – 09.12.09
Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen unter www.haz.de/Nutzungsbedingungen.WAs ist hier los? Andreas – 09.12.09
Man muss sich wirklich fragen was in Menschen wie Gisela Fähndrich vorgeht, die das Auftreten eines MUsikkorps der Bundeswehr, die ja nun wirklich keine Reichswehr ist sondern in der Tat in der Mitte unserer Gesellschaft steht, als Provokation bezeichnet. Will sie sich bei bestimmten Gruppen einschmeicheln? Oder ist sie schlicht dumm und weiss nicht, was sie da so von sich gibt? Jedenfalls sind solche Äußerungen unverantwortlich!- js.b – 09.12.09
@ notorischer Kleinschreiber: Wer nur Sprüche raushaut, weil ihm offenbar die wirklichen Argumente fehlen, der disqualifiziert sich selbst und verdient eigentlich keine Antwort.@ Peter Meier: Nun gut, dann wird mir Ihre Meinung klar - sie fordern die Abschaffung der Bundeswehr, weil sie Soldaten für Mörder halten und dergleichen mehr. Soweit richtig? Nun, wenn das so ist und wenn Sie das wirklich für richtig halten, dann müssen Sie sich aber auf politischer Ebene dafür engagieren, statt vor der evangelischen Kirche zu demonstrieren. Die Existenz der Bundeswehr ist für den deutlich überwiegenden Teil der Bevölkerung selbstverständlich, sogar die Wehrpflicht existiert weiterhin - nur ausgerechnet in einer Kirche sollen Soldaten nicht mehr akzeptiert sein? Was ist das für eine seltsame Logik?
Entweder die Bundeswehr ist Teil unserer Gesellschaft oder nicht. Irgendwas dazwischen (nach dem Motto: Bundeswehr grundsätzlich ja, aber in einer Kirche bitte nicht) gibt es nicht, das ist geradezu schizophren. Und solange die Bundeswehr ein Teil unseres Staates und entsprechend in unserer Verfassung verankert ist (und wenn ich nichts verpasst habe, ist sie das nach wie vor), sind Diskussionen über ein Benefizkonzert in einer Kirche völlig absurd und - siehe unten - scheinheilig, ebenso übrigens wie der Protest gegen öffentliche Gelöbnisse oder sonstige Gelegenheiten, die viele am liebsten hinter geschlossenen Kasernenmauern sehen würden.
friedliche christen beten für krieger peter meier – 09.12.09
Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen unter www.haz.de/Nutzungsbedingungen.tja js sb segnet und heiligt die waffen – 09.12.09
das is ja mal wieder eine aussage... für sie sind die evangelen wohl auch fast linksfaschisten oder sowas... bei soviel politik verständnis wird mir echt bange... wie sagt man bei ihnen so schön gott mit unsScheinheilig js.b – 08.12.09
Die evangelische Kirche würde es wahrscheinlich gerne jedem recht machen und sowohl die Benefiz-Konzerte der Bundeswehr ermöglichen als auch eventuelle pazifistische Proteste vermeiden. Denkbar ist auch, dass die Konzerte in Zukunft nicht mehr stattfinden - wenn sogar einzelne Repräsentanten der evangelischen Kirche allen Ernstes von "Provokation" sprechen, merkt man, woher der (politische) Wind weht.In jedem Fall bleibt eines für die evangelische Kirche unumgänglich: Stellung zu beziehen. Und hier muss sie sich entscheiden: Entweder sie läuft den Pazifisten hinterher und orientiert sich weiter(hin) nach links, wie es in der evangelischen Kirche seit langer Zeit in vielen Fragen die Tendenz ist - oder sie bekennt sich zum deutschen Staat, zu dessen äußerer Sicherheit eben auch die Bundeswehr als Institution dazugehört und auch in der heutigen Welt (leider Gottes) nicht wegzudenken ist.