Hannover. Geplant sind zahlreiche Aktionen rund um den Stadtpark und das Congress Centrum.
Auch in der Innenstadt werden die Biwak-Kritiker ihren Unmut über die Feier der Soldaten zum Ausdruck bringen. Sie treffen sich bereits gegen 15.30 Uhr am Schillerdenkmal und ziehen dann in einem sogenannten Trauermarsch durch die Innenstadt. Anschließend geht es zum Theodor-Heuss-Platz, der genau gegenüber dem Veranstaltungsort gelegen ist. Dort beginnt um 17 Uhr die Demonstration mit einer Kundgebung. Etwa 30 Minuten später setzt sich der Zug dann in Richtung Clausewitzstraße in Bewegung. Gegen 18.15 Uhr ziehen die Friedensaktivisten in einem Rundkurs durch das Hindenburg-Viertel, anschließend erneut durch die Clausewitzstraße zum Sitz der 1. Panzerdivision an der Hans-Böckler-Allee. Gegen 20 Uhr wird die Versammlung dort aufgelöst.
Die 1. Panzerdivision ist seit Januar als sogenannte Leitdivision im Afghanistan-Einsatz. An dieser Funktion entzündet sich in diesem Jahr insbesondere die Kritik der Gegner. „General Kneip hat vor einem Jahr in der HAZ gesagt, dass es keine Feierlichkeiten geben werde, sobald es Tote in Afghanistan zu beklagen gebe. Jetzt gibt es Opfer auch unter den Deutschen, und trotzdem wird das Fest nicht abgesagt“, sagte Dirt Wittenbrink, einer der Organisatoren der Demo. Bei einem Anschlag Ende Mai waren Kneip verletzt und zwei seiner Mitarbeiter getötet worden.
Die Polizei hat den Biwak-Gegnern auch in diesem Jahr wieder viele Auflagen gemacht. So müssen die Protestler beispielsweise wieder die Musik auf ihrem Lautsprecherwagen zweimal für je fünf Minuten komplett abschalten, um die Gesundheit der Beamten, aber auch der Demo-Teilnehmer zu schonen. Die Organisatoren des Protestzuges kündigten an, anders als in den vergangenen Jahren nicht gerichtlich gegen die Auflagen vorgehen zu wollen. „Wir haben das im vergangenen Jahr per Eilentscheidungen getan, dieses Jahr sparen wir uns das Geld“, sagte Wittenbrink.
Die Anmelder der Bundeswehrproteste wollten am Montag keine Stellung zu den Farbanschlägen auf Soldatendenkmäler und die Wohnung eines Reserveoffiziers in der Nordstadt nehmen. „Wir äußern uns ausschließlich zu den von uns geplanten Aktionen“, teilte Brunhild Müller-Reiß vom Friedensbüro mit. Unbekannte hatten sich in der vergangenen Woche Zutritt zu dem Gebäude verschafft, in dem der 29-jährige Reservist lebt. Sie beschmierten die Wände des Treppenhauses mit antimilitaristischen Sprüchen und schütteten rote Farbe an die Tür zur Wohnung des Soldaten. Die Polizei hat bislang keine Spur von den Tätern.
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