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Aus der Stadt Prozess: Drogendealer würgt Polizisten
Hannover Aus der Stadt Prozess: Drogendealer würgt Polizisten
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00:18 11.11.2017
Moussa S. muss für fast anderthalb Jahre ins Gefängnis. Quelle: Hellerling
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Hannover

Der 28-Jährige fiel fast in Ohnmacht. Der Beamte und seine Kollegin waren am 29. Juni gegen 23.30 Uhr zur Schmiedestraße gerufen worden, weil dort mehrere Personen von Drogendealern angesprochen wurden. „Ich bin allein vorweg, meine Kollegin blieb verdeckt zurück“, schilderte der Beamte vor Gericht. So seien die Chancen größer, Täter zu überführen. An der Limburg-Passage sei der 28-Jährige von Moussa S. mit „Ey my friend“ angesprochen worden.

Der Polizist täuschte vor, eine Kugel mit 0,36 Gramm Kokain kaufen zu wollen, die S. daraufhin aus seinem Mund geholt habe. „50 Euro sollte es kosten“, sagte der Polizist. Die ganze Zeit über war er mit seiner Kollegin per Funk verbunden, die den Deal mitverfolgte. Der 28-Jährige tat so, als suche er in seinen Taschen nach Geld, um Zeit zu schinden - die Polizistin sollte währenddessen dazustoßen.

Währenddessen ging S. mit einem Komplizen auf den Beamten los und nahm ihn in den Schwitzkasten. Offenbar dauerte ihm der Kauf zu lange. Mit Gewalt wollten sie die Faust des Polizisten öffnen, in der sich die Kokainkugel befand. „Mein Mandant dachte, er hätte es mit einem Käufer zu tun“, sagte Verteidiger Raphael Busch.

Da der Funkkontakt zur Kollegin zwischendrin abgebrochen war, wusste diese zunächst nicht, wo sich der 28-Jährige aufhielt. Sekundenlang wurden ihm die Luft und Blutzufuhr abgeschnitten, „fast wäre ich k.o. gegangen“. Der Beamte konnte noch seinen Dienstausweis ziehen und ihn S. vor das Gesicht halten. Doch der 30-Jährige habe nicht nachgelassen. Irgendwie konnte der Polizist S. an den Kopf greifen und ihn letztlich überwältigen.

Richter Stüber verurteilte S. am Amtsgericht wegen Drogenhandels und gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und fünf Monaten Haft. Bereits im April 2016 war er wegen Drogenhandels von Stüber auf Bewährung verurteilt worden. Damals drohte der Richter noch, dass beim nächsten Mal das Gefängnis anstehe. Stüber: „Dieser Tag ist jetzt.“

Peer Hellerling

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