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Half Filialleiter bei Banküberfall mit?

Santander-Bank in Vahrenwald Half Filialleiter bei Banküberfall mit?

Beim Prozess um den Überfall auf die Santander-Bank in Vahrenwald sitzen seit Freitag der mutmaßliche Räuber und der Leiter der Filiale nebeneinander auf der Anklagebank. Beide hatten vor der Tat Hunderte Male miteinander telefoniert – und der Bankmitarbeiter kaufte danach einen Mercedes und einen Porsche.

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Der ehemalige Filialleiter Nicolas F. (mit Mütze) und der zweite Angeklagte Ehsan J. (verborgen hinter einer Mappe) mit ihren Anwälten.

Quelle: Kutter

Hannover. Seit Freitag müssen sich zwei 32-jährige Männer vor dem Landgericht wegen eines Banküberfalls mit Waffengewalt verantworten. Das Besondere: Einer der Angeklagten ist der frühere Filialleiter der Santander-Bankfiliale in der Vahrenwalder Straße 106-108 (nahe der Dragonerstraße), deren Räume inzwischen verwaist sind. Nicolas F. soll den Plan für den Überfall gemeinsam mit seinem Freund Ehsan J. ausgeheckt haben und während der Tat in die Rolle eines von drei Opfern geschlüpft sein.

Überraschend baten die Verteidiger von F., Matthias Waldraff und Pascal Ackermann, nach der Verlesung der Anklageschrift um ein nicht öffentliches Rechtsgespräch mit dem Staatsanwalt und der 18. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Volker Löhr. Möglich ist, dass der Filialleiter ob der Fülle von gegen ihn sprechenden Indizien am nächsten Verhandlungstag ein Geständnis ablegt und sich davon eine mildere Strafe erhofft. „Am Dienstag wird es sehr wahrscheinlich eine Einlassung von Nicolas F. geben“, sagte Waldraff. Die Ermittlungen gegen einen dritten Mann, der ebenfalls in der Bankfiliale arbeitete und als Mittäter verdächtigt wurde, sind inzwischen eingestellt worden.

Bei einem Banküberfall auf die Santander-Filiale in Vahrenwald sind zwei Räuber mit ihrer Beute geflüchtet.

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Die Tat ereignete sich am 22. Juni 2016 morgens zwischen 8.25 und 9.09 Uhr. Zunächst soll der eigentliche Bankräuber Ehsan J. - ein aus dem Iran stammender Hemminger - den Filialleiter vor Geschäftsbeginn gefesselt haben. Eventuell hatte er noch einen Kumpanen an seiner Seite, doch dies scheint inzwischen eher zweifelhaft. Dann wurden zwei weitere Bankmitarbeiter mit Kabelbindern gefesselt, auch stülpte ihnen J. eine Stofftüte über den Kopf und drohte, sie mit seinem Revolver zu erschießen oder eine Handgranate zu zünden. Der 32-Jährige zwang den Filialleiter und einen Angestellten, jeweils eine Codenummer einzugeben, um den Tresor zu öffnen; die Beute betrug 367 500 Euro. Nicht angerührt wurde der Kassentresor, in dem sich nochmals Bargeld im niedrigen sechsstelligen Bereich befand; dieser Safe war offenbar per Zeitschloss gesichert.

Die Polizei soll dem bereits vorbestraften J. über DNA-Spuren an den Kabelbindern auf die Schliche gekommen sein. Eine mehrmonatige Telefonüberwachung ergab Hunderte von Telefonkontakten mit Nicolas F. Nach dem Überfall soll der Filialleiter etliche kostspielige Anschaffungen getätigt haben, darunter zwei teure Luxusautos von Porsche und Mercedes. Am 5. Dezember wurden J. und F. festgenommen, seither sitzen sie in Untersuchungshaft.

Es gibt offenkundig etliche Indizien, die für eine Täterschaft der Angeklagten sprechen. So soll einer der überfallenen Bankmitarbeiter die Stimme von J. erkannt haben, auch habe der Bankräuber den Eindruck erweckt, die Örtlichkeiten zu kennen. F. seinerseits soll beim Eingeben seiner Codenummer versäumt haben, eine Zusatztaste zu drücken, um stillen Alarm auszulösen. Auffällig ist zudem, dass die schlecht gesicherte Vahrenwalder Filiale - die noch nicht einmal mit einer Überwachungskamera ausgestattet war - fünf Wochen nach der Tat ohnehin geschlossen werden sollte. Möglicherweise wollten die Täter die letzte Gelegenheit nutzen, ans große Geld zu kommen - bevor eine Versetzung des Filialleiters anstand.

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