Der Prozess gegen die Langenhagener Internistin Dr. Mechthild Bach wird erst im kommenden Jahr fortgesetzt. Weil einer der Verteidiger erkrankt ist, sind die letzten beiden Verhandlungstage am Montag und am Dienstag ausgefallen.
Seit dem 20. Oktober muss sich die 60-Jährige vor dem Landgericht Hannover wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der ehemaligen Belegärztin der Langenhagener Paracelsusklinik vor, 13 Patienten mit hohen Dosen an Morphium und Valium getötet zu haben. Bach dagegen beteuert, ihren Patienten lediglich Schmerzen erspart haben zu wollen. Verhandelt wird zunächst der erste Fall des 52-jährigen Wolfgang S. Strittig ist, ob der Patient an den Folgen seines Krebsleidens starb oder ob die verabreichten Opiate seinen Todeszeitpunkt beschleunigten. Die drei Dauergutachter hatten bereits abschließend ihre Stellungnahmen zum Tod von Wolfgang S. abgegeben – dabei vertraten sie gegensätzliche Ansichten. Offen war noch deren Befragung, diese soll nun am 4. Januar 2010 erfolgen.
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Kommentare
Prozess gegen Dr. Bach N.N. – 19.01.11
als ich in den medien zum ersten mal über diesen prozess gehört habe, war ich schon etwas geschockt!wie kommen menschen (oder institutionen wie staatsanwaltschaften) dazu, eine erfahrene ärztin wegen einer absolut indizierten schmerztherapie zu verklagen!!!???
ich leide selbst unter einer sog. "bösartigen erkrankung" und das mit 33. ich sehe opiate für menschen wie mich als einen absoluten segen - aber nicht nur für krebs- aids- oder anderweitig schwerst-kranke, deren leben man "als praktisch beendet" ansieht.
auch andere menschen mit chronischen schmerzen würden in D von opiaten wie morphin sehr profitieren! denn diese mittel erhöhen die lebensqualität um ein vielfaches! ich kenne im umfeld meiner klinik auch menschen, die an irreparablen schäden der wirbelsäule leiden - die wären sonst, wegen ihrer starken schmerzen, in frührente geschickt worden. doch durch eine effiziente schmerztherapie mit opiaten wie morphin (und dessen zahllosen halb- und vollsynthetischen derivaten) können auch diese leute -zumindest teilzeit- noch ihrer arbeit nachgehen!
ich möchte auch hier einmal mit dem alten vorurteil aufräumen, daß man bei einnahme von starken opiaten ständig nur "high" oder benebelt ist! das stimmt so nicht!
patienten, die opiate regelmäßig nach zeitplan erhalten, also darauf eingestellt sind, sind in keiner weise geistig in irgendeiner art beeinträchtigt! gegen diese sog. psychotropen (und was in diesem fall noch wichtiger zu sein scheint: auch gegen die "atemdepressiven" wirkungen, die bei ECHTEN überdosierungen dann zum tod führen!) effekte dieser medikamente baut der menschliche körper sehr schnell eine toleranz auf; außerdem weiß jeder medizinisch gebildete und belesene mensch, daß der schmerz allein an sich der "stärkste antagonist der atemdepression ist" - die schmerzlindernde komponente bleibt jedoch erhalten!
kurz gefasst heißt das für mich:
die betroffenen patienten von fr. dr. bach sind mit sicherheit nicht an einer morphin- oder valium- überdosis gestorben! sie sind gestorben, weil ihre erkrankung schlußendlich einfach zum tod geführt hat! diese menschen hatten zu diesem zeitpunkt mit sicherheit eine so hohe toleranz gegenüber opiaten und benzodiazepinen, daß die letzten verabreichten dosen wohl kaum zum tod geführt haben können.
fr. dr. bach hat sich meiner meinung nach richtig verhalten:
sie hat ihren todkranken patienten ermöglicht, die letzte phase ihrer erkrankung (das sog. finalstadium) schmerzfrei und in würde zu erleben!
der knackpunkt an diesem ganzen prozess sind nicht fr. dr. bach, ihre patienten oder sont irgendetwas.
der knackpunkt ist die deutsche gesetzgebung (inkl. der dt. jurisprudenz) in diesem fall! Es ist dieses völlig veraltete und in einigen bundesländern (wie bayern) zu straff exekutierte "betäubungsmittelgesetz"!
(das, so wie es scheint in bayern - aber auch in anderen bundesländern - die "hexenjagd" aus dem mittelalter abgelöst hat. früher hieß es: "hexe! hexe!" - heute heißt es "suchtler! junkie!" - denn so wird man dort auch als schwerstkranker bezeichnet, der solche mittel nehmen muß!
natürlich hat dieses gesetz seinen sinn und zweck! ich möchte hier klarstellen, daß es durchaus wichtig ist, daß bestimmte wirkstoffe nur "kontrolliert" in den verkehr gebracht werden dürfen und sollten.
nur sollte man auch wissen, daß das deutsche btmg tatsächlich längst nicht mehr den international üblichen verschreibungsmodalitäten entspricht.
die BRD bekommt jahr für jahr von der weltgesundheitsorganisation (who) eine scharfe rüge erteilt (welche aber immer mit deutscher arroganz einfach übergangen wird), weil starke schmerzmittel wie morphin den bürgern von den ärzten (wegen der schizoiden gesetzeslage) vorenthalten werden! die BRD belegt im verbrauch von opiaten europaweit den letzten platz (und international sowieso)!!!
kranke menschen in D müßten bei weitem nicht die schmerzen ertragen, die sie zur zeit ertragen, wenn sie in einem der euroäischen nachbarländer behandelt werden würden! und unsere "lieben herrn und frauen doktoren" lehnen die ausstellung von entsprechenden rezepten kathegorisch ab, weil das entsprechende mittel ja "btm-pfilichtig" ist - und selbst wenn sie so ein rezept ausstellen, dürften sie nur relativ wenig davon verschreiben, da es ja in D (wie sonst nirgendwo in der welt) eine sog. "höchstverschreibungsmenge" gibt:
d.h.: wenn ein patient stärkste schmerzen hat, weil seine tumorerkrankung soweit fortgeschritten ist und er in diesem monat schon eine gewisse menge an morphium erhalten hat, darf der arzt ihm nur "IN BEGRÜNDETEN AUSNAHMEFÄLLEN UND MIT ZUSTIMMUNG DER BUNDESOPIUMSTELLE - ODER HEUTE DEM B-FARM" sein schmerzmittel verschreiben, da sonst der arzt selbst in "teufels-küche" kommt (SIEHE FR. DR. BACH)! tja, in dem fall "scheiße gelaufen für den patienten"!
muß er halt bis zum nächsten monat aushalten...
("...wenn er dann nicht eh schon wegen der schmerzen verreckt ist!" -original zitat eines arztes- )
als ehemaliger deutscher staatsbürger schäme ich mich in diesem fall für mein "ach so hochentwickeltes und extrem fortschrittliches land"!!! was humane gesichtspunkte betrifft, sind uns viele andere länder bei weitem überlegen!
der einzelne mensch, seine würde (die ja eigentlich na §1 des GG als "unantastbar" gilt) und alle anderen sozialen gesichtspunkte... - tja; im grunde zählt das, wie man am aktuellen fall "dr. bach" sieht im grunde (sorry!) "einen feuchten scheißdreck"!
ein humaner und sozialer mensch (in dem fall der arzt aber auch der patient) schreien:
"MEHR MORPHIUM"!
der deutsche politiker (und leider auch einige ärzte in D - vor allem die, die den konservativen parteien angehören, wie z.B. CSU - "christlich" finde ich in dieser bezeichnung ja die aller abartigste perversität!!!) schreien einen nieder:
"bist immer noch nicht verreckt!!?!
nun mach schon und kreppier doch endlich! und schrei nicht so laut dabei! das stört die christliche andacht!"
und zum schluß möchte ich nur sagen:
GOTT SEI DANK LEBE ICH SEIT JAHREN NICHT MEHR IN DIESEM (A-)SOZIALEN UNRECHTS-STAAT BRD!
ICH HABE KREBS, BRAUCHE STÄNDIG STARKE OPIATE - WENN ICH JEDOCH DIESE HABE, KANN ICH FAST LEBEN, WIE EIN NORMALER MENSCH -FAST-!!! UND ICH HABE NACH NICHT MEHR VERLANGT IN DIESEN TAGEN!
ICH KANN NUR ALLEN ANDEREN SCHMERZPATIENTEN IN D RATEN:
leute! zieht, sofern es euch möglich ist, sofort ins benachbarte europäische ausland um (egal wo! überall ist es besser als in D!!!), bzw. meldet dort euren wohnsitz an! schon allein in österreich sind so viele dinge so viel viel einfacher!!!
alle anderen nachbarländer sind noch unkomplizierter! dort seid ihr wegen der schmerzen keine "armen bettler oder bittsteller, die um almosen (sprich in dem fall um opiate) betteln müssen!!!
LG.
St.G.
Hinweis haz.de – 21.12.09
Sie haben natürlich Recht. Es handelte sich dabei um einen Übertragungsfehler. Wir bitten um Entschuldigung. Es wurde geändert.Journalismus? ExPräsident – 21.12.09
Der korrekte Name der Internistin lautet: Dr. Mechthild Bach.Die Vorverurteilung hier finde ich zum Kotzen!
HAZ: Journalismus ohne Niveau.