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Fall Jenisa: Angeklagter muss lebenslang in Haft

Schwurgerichtsprozess in Hannover Fall Jenisa: Angeklagter muss lebenslang in Haft

Im Prozess um den Tod der kleinen Jenisa hat das Gericht den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 44-jährige Ibrahim B. soll die Nichte seiner damaligen Lebensgefährtin 2007 sexuell missbraucht und erschlagen haben. 

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Quelle: dpa (Archiv)

Hannover . Im Mordprozess um den Tod der achtjährigen Jenia M. hat das Schwurgericht in Hannover den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit folgte das Gericht der Forderung von Staatsanwalt Sebastian Römer.

Römer nannte die Tat zuvor in seinem Plädoyer einen „kaltblütigen Mord“ auf unterster moralischer Stufe. Der türkischstämmige B. habe einen Hass auf die aus dem Kosovo stammende Roma-Familie seines Opfers gehabt und sei am Tattag verärgert gewesen, wegen eines Brautgeldes nach Italien fahren zu müssen; noch im Todeskampf des Kindes habe er diesem zugerufen: „Dein Vater ist schuld.“

Begleitet von großem Interesse der Medien betritt der Angeklagte den Gerichtsaal am letzten Prozesstag. 

Quelle: Zgoll

Der Staatsanwalt hielt es für erwiesen, dass B. das Mädchen am 7. September 2007 in Linden traf, es in seinem Golf mitnahm und mit ihm nach kurzer Irrfahrt in das Waldstück „Galgenberg“ bei Wunstorf fuhr. Nachdem er das Kind missbraucht hatte, habe er mit einem Ast auf Jenisas Kopf eingeschlagen, bis sie tot war. Die nackte Leiche bedeckte B. mit Ästen und Laub, warf die Kleidung des Kindes wenige Kilometer entfernt an den Straßenrand. 

Die sterblichen Überreste des Mädchens wurden erst im September 2014 gefunden – nachdem zwei Häftlinge aus der Justizvollzugsanstalt Bielefeld den Ermittlern im Frühjahr 2014 ein von B. persönlich unterschriebenes Geständnis präsentiert hatten. Mit einer wüsten Geschichte um Organhändler, die das Skelett des Mädchens auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen könnten, hatten die Häftlinge B. dazu bringen können, ihnen den Tatort zu verraten. Allerdings brauchte die Polizei noch mehrere Wochen, bis sie Jenisas Überreste im September am Galgenberg fand. 

Vor knapp sieben Jahren verschwand die achtjährige Jenisa aus Hannover. Jetzt stehen die Ermittler möglicherweise vor der Aufklärung des Falls. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

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Laut Römer rechtfertigten dieser Fund und das Geständnis, das 2007 eingestellte Verfahren gegen B. wieder aufzunehmen. Die Häftlinge seien von Polizei und Staatsanwaltschaft weder angestiftet noch instrumentalisiert worden, dem Lindener ein Geständnis abzuringen. Sie hätten dies aus freien Stücken getan – natürlich in erster Linie, weil sie sich davon Vergünstigungen versprachen. „Ich habe keinen Zweifel, dass diese zwei Zeugen glaubwürdig sind, auch wenn es sich um Straftäter handelt“, sagte Römer. Von großer Bedeutung bei der Beweiswürdigung sei zudem, dass man B. nachweisen konnte, an jenem Nachmittag sein Mobiltelefon in der Nähe des späteren Fundorts der Leiche benutzt zu haben.

Der Staatsanwalt verneinte, trotz aller Grausamkeit der Tat, eine besondere Schwere der Schuld. Nicht berücksichtigt werden dürfe in diesem Zusammenhang, dass der 44-Jährige bereits wegen eines anderen Mordes – an dem fünfjährigen Dano aus Herford – zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Römer erwähnte in diesem Zusammenhang eine weitere frühere Verurteilung von B. am Amtsgericht Herford: Er hatte einem Säugling per Fußtritt einen Oberschenkel gebrochen. Auch eine Sicherungsverwahrung sei im Mordfall Jenisa, so der Staatsanwalt, nicht angebracht.

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