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Wie viele Spuren hat das Maschsee-Ostufer?

Prozess nach Unfall Wie viele Spuren hat das Maschsee-Ostufer?

Immer wieder kommen sich Autos am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer ins Gehege. So auch bei einem Unfall, der derzeit das Amtsgericht beschäftigt. Denn vielen Autofahrern ist nicht klar: Hat die Straße eine oder zwei Spuren?

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So sahen die Autos nach dem Zusammenstoß am Maschsee aus.

Quelle: Repro: Zgoll

Hannover. Ein Autounfall, der sich vergangenen Oktober am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer ereignet hat, beschäftigt derzeit das Amtsgericht. Zwei Fahrzeuge waren am Maschseeufer stadteinwärts gefahren, ein B-Klasse-Mercedes auf der rechten Spur, ein VW Passat auf der linken. Zwischen Altenbekener Damm und Geibelstraße rollte die Passat-Fahrerin ein Stück nach rechts, weil das vor ihr fahrende Auto nach links in eine Parkbucht einbiegen wollte und stoppte. Die Folge: Mercedes und VW touchierten einander, an beiden Wagen entstand ein Schaden von jeweils mehr als 3000 Euro. Richter Matthias Löffler musste klären, wer Schuld hatte an dem Crash. Doch stand auch die Frage im Raum, wie es generell um die Verkehrssicherheit am Ostufer bestellt ist – lassen sich hier doch tagtäglich gefährliche Situationen beobachten.

Der 63-jährige Mercedes-Fahrer sagte aus, er sei mit mäßigem Tempo gefahren, habe nicht ahnen können, dass der ihn überholende VW kurze Zeit später auf seine Seite ausweichen würde. Rechtzeitiges Bremsen sei ausgeschlossen gewesen. Eine andere Sichtweise trug die 57-jährige Passat-Fahrerin vor. Zwar sei sie ein Stück nach rechts gerollt, habe dann aber angehalten. Somit hätte der Unfallgegner die Möglichkeit gehabt, ebenfalls zu stoppen und den Zusammenstoß der beiden Autos zu verhindern. „Er aber hat versucht, sich vorbeizudrängeln“, meinte Anwältin Jaana Ott. „Es ist überhaupt nicht bewiesen, dass der Passat zum Stehen kam“, hielt ihr Stefanie Senß als Anwältin des Mercedes-Fahrers entgegen.

Als „sehr unfallträchtige Straße“ bezeichnete Richter Löffler das Ostufer. Dass es zwischen Sprengel-Museum und Altenbekener Damm keine gestrichelte Mittellinien gibt, die Autos aber trotzdem zweispurig in beide Richtungen unterwegs sind, sei sehr gefährlich.

Für die Polizei ist dieser Abschnitt des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers kein Unfallschwerpunkt. Trotzdem gab es hier im Vorjahr 80 sowie 2014 und 2013 jeweils knapp 70 Unfälle. Dazu zählen Auffahr- und Spurwechselunfälle ebenso wie Crashs an den Kreuzungen oder Beschädigungen an geparkten Wagen. Laut Straßenverkehrsbehörde, sagt Polizeisprecherin Martina Stern, handele es sich bei der Uferstraße – abgesehen von den Mündungsbereichen an Geibelstraße und Altenbekener Damm – nur um je eine Fahrbahn. Doch sei das Überholen und Nebeneinanderherfahren „gelebte Praxis“, die von den Ordnungsbehörden toleriert werde. Stadtsprecher Alexis Demos bestätigt, dass Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer, die langsam fahren, einen Parkplatz suchen oder abbiegen wollen, durchaus überholen dürfen.
Der Richter wird sein Urteil nächste Woche verkünden. Es könnte darauf hinauslaufen, dass die Passat-Fahrerin zwei Drittel der Schuld zugewiesen bekommt und der Mercedes-Fahrer ein Drittel.

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