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Aus der Stadt Hotelzimmer ist zu eng für Rollstuhl
Hannover Aus der Stadt Hotelzimmer ist zu eng für Rollstuhl
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00:17 17.02.2016
Von Michael Zgoll
Quelle: Kristoffer Finn
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Hannover

Eine Unterscheidung zwischen „behindertenfreundlich“ und „behindertengerecht“ hat einer dreiköpfigen Familie ihren Mallorca-Urlaub verleidet. Sie hatte mit Rücksicht auf ihren 31-jährigen Sohn, der zu 100 Prozent behindert und auf einen Rollstuhl angewiesen ist, ein Hotelzimmer gebucht, das nach ihrem Verständnis auch für ihn geeignet sein sollte. Doch tatsächlich waren Dusche und Schlafraum überaus beengt. So mussten die Eltern den jungen Mann, um ihn ins Bett zu bringen, über ihr eigenes Doppelbett hinweg heben und tragen; selbstständig konnte er sich mit seinem Rollstuhl weder im Zimmer noch im Bad bewegen. Der Schadensersatz, den das Amtsgericht Hannover der Familie jetzt zubilligte, entsprach aber in keiner Weise ihren Erwartungen.

Reiseveranstalter Tui hatte darauf verwiesen, dass die Unterkunft in Cala Millor lediglich als „behindertenfreundlich“, nicht aber als „behindertengerecht“ im Katalog ausgeschrieben war, schickte der Familie auf Kulanzbasis aber immerhin einen Scheck über 700 Euro. Doch das reichte den Eheleuten aus Cloppenburg nicht, sie verklagten die Tui auf Zahlung von Schadensersatz. 3028 Euro hatte die zwölftägige Reise auf die spanische Ferieninsel im September 2014 gekostet, nun forderte das Paar sogar 4568 Euro zurück. Der Betrag setzt sich zusammen aus einer anteiligen Erstattung des Reisepreises in Höhe von 2492 Euro sowie einer Entschädigung von 2076 Euro für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit. So seien unter anderem auch alle Versuche, in dem Hotel ein akzeptables Ersatzzimmer zu bekommen, gescheitert.

Doch Richterin Catharina Erps mochte den Klägern nur in begrenztem Maße folgen. Es sei zwar unstreitig, dass das Zimmer nicht behindertengerecht und insofern mangelhaft gewesen sei. Da aber viele andere Reisebestandteile erfüllt worden seien und man sich im Urlaub ja nur begrenzte Zeit in seinem Zimmer aufhalte, sei lediglich eine Minderung des Reisepreises um 30 Prozent gerechtfertigt, sprich: 925 Euro. Damit entfalle auch der Anspruch auf eine Entschädigung für entgangene Urlaubsfreuden.

Die Cloppenburger Familie will dieses Urteil nicht hinnehmen und in Berufung gehen, kündigte ihr Anwalt an. So wird es in absehbarer Zeit eine weitere Verhandlung über die Spanienreise geben - dann aber beim Landgericht Hannover.

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