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"Ibrahim plante, weitere Personen umzubringen"

Prozessauftakt im Mordfall Jenisa "Ibrahim plante, weitere Personen umzubringen"

Fast genau acht Jahre nach dem grausamen Mord an der achtjährigen Jenisa Muja aus Linden beginnt der Prozess gegen ihren mutmaßlichen Peiniger. Ab dem 22. September muss sich Ibrahim B. vor dem Landgericht wegen Mordes, sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Vergewaltigung verantworten.

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Ibrahim B. bei seiner Verhaftung mit zwei Polizisten.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. In dem Prozess, in dem auch die beiden Häftlinge aussagen werden, die B. dazu brachten, ein Geständnis abzulegen, könnten nicht nur neue Details über die Tat im September 2007 bekannt werden. „Ibrahim B. hatte geplant, noch andere Personen umzubringen, die teilweise im letzten Moment davongekommen sind“, sagt Muhammet K., der mit dem Angeklagten im Gefängnis saß.

Bereits im Januar hatte die Staatsanwaltschaft den 44-Jährigen angeklagt, weil er die Nichte seiner Frau am 7. September 2007 in sein Auto gelockt haben und mit ihr in ein Waldstück bei Wunstorf gefahren sein soll. Dort soll er sich an dem Mädchen vergangen und es anschließend getötet haben. Mit der Tat wollte B. nach Aussage eines Mithäftlings vor allem die albanische Familie seiner Lebensgefährtin bestrafen.

Um die Vorwürfe zu beweisen, sollen in dem Prozess rund 20 Zeugen vernommen werden, darunter auch zwei Psychologen, die Auskunft über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten geben werden. „Ibrahim B. ist kerngesund und hat keine psychischen Krankheiten“, ist sich Muhammet K. schon jetzt sicher. Er saß mit B. in Bielefeld im Gefängnis, nachdem der 44-Jährige wegen des Mordes an dem fünfjährigen Dano aus Herford festgenommen worden war. Gemeinsam mit einem weiteren Häftling überzeugte K. den Mitgefangenen, ein schriftliches Geständnis abzulegen.

Mithilfe der Hinweise aus dem mehrseitigen Schriftstück fanden die Ermittler der Polizei Anfang September 2014, sieben Jahre nach der Tat, die sterblichen Überreste des Mordopfers. Offenbar hatte B. sie unweit des Tatortes am Waldrand vergraben. „Außerdem schildert er seine Tat in dem Geständnis sehr, sehr genau“, sagt K. Inwieweit dieses Geständnis anerkannt und das Urteil beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Denn K. macht keinen Hehl daraus, dass er von Anfang an versuchte, das Vertrauen von B. zu gewinnen, um durch das Geständnis womöglich früher aus der Haft entlassen zu werden. Das ist ihm offenbar gelungen. „Eigentlich hätte mein Mandant noch bis kommendes Jahr im Gefängnis seine Strafe verbüßen müssen“, sagt Rechtsanwalt Sascha Haring. Am 9. Juli wurde K. jedoch aus der Haft in Bielefeld entlassen.

Egal wie die Richter das Geständnis von Ibrahim B. bewerten, selbst bei einem Freispruch bleibt er im Gefängnis. Für den Mord an Dano wurde er zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

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