Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Prozessauftakt nach Mord an Briefmarkenhändler
Hannover Aus der Stadt Prozessauftakt nach Mord an Briefmarkenhändler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:47 06.06.2011
Wegen Mordes an einem Briefmarkenhändler müssen sich drei Männer seit Montag vor dem Landgericht Hannover verantworten. Quelle: Dröse
Anzeige

Der 56 Jahre alte Angeklagte, der mit dem Opfer seit vielen Jahren gut befreundet war, beschuldigte im Gerichtssaal seinen 23 Jahre alten Komplizen, den Händler getötet zu haben. Er selbst sei erschrocken gewesen über das, „was dort abgegangen ist“. Laut Anklage soll das Trio den 53 Jahre alten Händler aus Hameln in seiner Wohnung überfallen haben.

Mit Hilfe des Tresorschlüssels entwendete es den Ermittlungen zufolge zunächst aus dem Geschäft des Opfers Wertgegenstände und kehrte dann in die Wohnung zurück. Dort sollen zwei der Angeklagten den Mann misshandelt haben, um einen Schlüssel zu einem weiteren Tresor zu erpressen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der 23-Jährige mit einer Steinstatue auf sein Opfer eingeschlagen. Die Angeklagten zogen dem Mann eine Plastiktüte über den Kopf und legten ihn mit dem Gesicht nach unten in eine gefüllte Badewanne.

Nach Aussage des 56-Jährigen handelte es sich keineswegs um einen Überfall - ganz im Gegenteil: Das Trio habe dem Händler bei Problemen mit einem Mieter helfen wollen, der seit Monaten im Zahlungs-Rückstand war. Von Köln aus, wo der 56-Jährige lebt, seien die drei nach Hannover gefahren. Als es im Vorfeld in der Wohnung des späteren Opfers um die Bezahlung der Aktion gegangen sei, sei die Situation eskaliert.

Der 23-Jährige soll dem Händler überraschend einen Faustschlag verpasst haben: „Plötzlich lag er am Boden und war gefesselt“, sagte der 56-Jährige aus. Sein verletzter Freund habe ihm die Schlüssel für den Tresor gegeben. Einer seiner Bekannten habe mit dem Opfer in der Wohnung gewartet, die anderen hätten sich ihr Honorar geholt.

Bei der Rückkehr sei der 23-Jährige plötzlich total durchgedreht. Er selbst habe Fußtritte abbekommen und sei verletzt worden, sagte der 56 Jahre alte Angeklagte aus. Dann habe sein Freund tot in der Badewanne gelegen. „Das hätte alles nicht so kommen müssen“, habe er noch gesagt.

Die Mordkommission war den drei Männern durch die Auswertung der Telefondaten des Opfers auf die Spur gekommen. Ein Angeklagter hatte versucht, ausländische Geldscheine aus der Wohnung des Händlers bei einer Bank einzutauschen. Ein 21-Jähriger hat bei der Polizei ein Geständnis abgelegt. Das Urteil soll im August gesprochen werden.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wickeln, fütterm spazieren gehen: Weil die Schwerstbehinderte Hediye Krüger ihre kleine Tochter nicht allein versorgen kann, erhält sie Elternassistenz durch einen Pflegedienst.

Veronika Thomas 06.06.2011

Am Montag beginnt der Aushub von etwa tausend Kubikmeter Boden aus dem Überschwemmungsgebiet der Leine in Ricklingen. Im Rahmen der voraussichtlich zwei Wochen dauernden Arbeiten schafft die Stadt einen sogenannten Retentionsraum als Ausgleich für Sanierungsarbeiten am Ricklinger Bad in den Jahren 2007 und 2008.

Conrad von Meding 05.06.2011

Die Besetzer des Hauses Limmerstraße 98 in Linden-Nord und dessen Besitzer kommen weiterhin nicht zusammen. Gespräche zwischen beiden Seiten blieben am Wochenende ohne Ergebnis. Als Reaktion demonstrierten am Sonntag rund 120 Mitglieder der linksalternativen Szene für den Erhalt des ehemaligen Fahrradgeschäftes.

Felix Harbart 05.06.2011
Anzeige