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Prüfstelle setzt Zeitschrift „Bock“ auf den Index

Rechtsextremismus Prüfstelle setzt Zeitschrift „Bock“ auf den Index

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat die von Neonazis herausgegebene Zeitschrift „Bock – das Sprachrohr der Gegenkultur“ auf den Index gesetzt. Das Gremium hat im Juli beschlossen, dass die Jugendzeitschrift nicht mehr an Minderjährige ausgegeben werden darf.

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Die rechtsextremistische Zeitschrift „Bock“ darf nicht mehr an Schulen verteilt werden.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Sie darf auch nicht mehr an öffentlichen Orten ausliegen. Auch eine Veröffentlichung im Internet hat die Bundesprüfstelle untersagt.Das Verbot bezieht sich ausschließlich auf die zweite Ausgabe der Zeitschrift.

Die Organisation „Besseres Hannover“ – ein Zusammenschluss von sogenannten Autonomen Nationalisten – hatte den „Bock“ erstmals im Frühjahr 2010 in Umlauf gebracht. Vor hannoverschen Schulen in Misburg und am Altenbekener Damm verteilten sie die professionell aufgemachte Zeitschrift kostenlos an Hunderte Schüler. Wegen der einschlägigen Parolen gegen Ausländer, die in dem Blatt zu lesen waren, prüfte die Staatsanwaltschaft schließlich den Inhalt. Doch am Ende konnte die Behörde keinen Verstoß gegen das Strafrecht feststellen. Der „Bock“ war zwar radikal, konnte aber nicht als volksverhetzend eingestuft werden.

Im August 2010 erschien die zweite Ausgabe der Zeitschrift. Wieder verteilten Neonazis den „Bock“ an Schüler, wieder prüfte die Staatsanwaltschaft den Inhalt und wieder konnte sie den Herausgebern keine Volksverhetzung nachweisen. Der Jugendschutz der Stadt Hannover beantragte daraufhin, die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien solle den „Bock“ indizieren. Die Experten haben sich nun zunächst mit der zweiten Ausgabe beschäftigt. „Die erste Ausgabe ist nicht mehr im Umlauf, da ist aus unserer Sicht keine Eile geboten“, sagte gestern die Vorsitzende Elke Monssen-Engberding.

In Hinblick auf die aktuelle Ausgabe kam die Prüfstelle zu einem eindeutigen Ergebnis: „Die in dem Magazin geäußerten Meinungen stehen in krassem Widerspruch zu den im Einklang mit dem Grundgesetz stehenden, in der Gesellschaft vorherrschenden Erziehungszielen“, begründet die Prüfstelle den Entschluss, die Zeitschrift auf den Index zu setzen. Der Inhalt des Magazins reize zum „Rassenhass“.

Die Stadt Hannover begrüßte gestern die Entscheidung der Bundesprüfstelle. Letztlich aber kann niemand unterbinden, dass die „Bock“-Herausgeber weitere Ausgaben publizieren. Bevor diese aus dem Umlauf gezogen werden könnten, müssten sie in einem wochenlangen Verfahren erneut auf jugendgefährdende Inhalte überprüft werden. „Es gibt keine Vorzensur in diesem Land, und das ist gut so“, sagte Elke Monssen-Engberding von der Prüfstelle. Nur wenn die Jugendschutzexperten einen Anlass sehen, innerhalb eines Jahres drei „Bock“-Ausgaben auf den Index zu setzen, können sie daraufhin eine einjährige Vorausindizierung aussprechen.

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