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Aus der Stadt Psychisch Kranker zündet seine Wohnung an
Hannover Aus der Stadt Psychisch Kranker zündet seine Wohnung an
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00:16 20.11.2016
Von Michael Zgoll
Handelte im Wahn: Frank N. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Mühlenberg

Es waren dramatische Szenen, die sich am Abend des 18. April dieses Jahres am Canarisweg abspielten: In einer Wohnung im 12. Stock war ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte Probleme, ihre Leiter in diese Höhen zu bugsieren, drinnen brachen Brandschützer Türen auf, um noch schlafende Mieter in Sicherheit zu bringen. Seit Donnerstag muss sich der 46-Jährige, der das Feuer im Stadtteil Mühlenberg gelegt hatte, vor dem Landgericht verantworten. Der psychisch kranke Frank N. ist im Rahmen eines Sicherungsverfahrens wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Vor der 12. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Michael Schweigert räumte der ehemalige Mieter alle Vorwürfe ein.

Dabei machte der Brandstifter, der an paranoider Schizophrenie leidet, einen durchaus klaren Eindruck. Offenbar nimmt der Mann, der hochintelligent sein soll und auch sehr reflektiert über seine Tat sprach, seine Medikamente wieder regelmäßig ein. Er ist in der Psychiatrie in Wunstorf untergebracht - dort, wo er zurzeit der Brandlegung auch wohnte und gelegentlich Ausgang hatte.

Wie der Beschuldigte mit Unterstützung seines Verteidigers Roland Kogge erklärte, schüttete er an jenem Abend Diesel aus einem Kanister über einen Wohnzimmertisch mit Papieren und über seine Garderobe. Auf diesen Papieren hatte er Gedanken zum Zustand der Welt notiert: über den Sinn des Lebens, die Möglichkeiten einer Existenz Gottes und die Zukunft des Planeten Erde. Dann holte er ein Feuerzeug heraus, legte an verschiedenen Stellen der Wohnung Feuer und verließ das Haus. „Ich dachte, dass man meine Gespräche über die Rauchmelder in den Zimmern mithört, und wollte die Abhöranlage zerstören“, erklärte er seine Beweggründe für die Brandstiftung. Außerdem habe er Angela Merkel und Barack Obama schützen wollen, die sich ein paar Tage später in Hannover trafen.

Die Wohnung brannte aus, auch wurden weitere benachbarte Räume durch Ruß und Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden betrug zwischen 50 000 und 100 000 Euro. Ein Bewohner erlitt einen Schwächeanfall, doch niemand kam bei dem hochgefährlichen Brand ernsthaft zu Schaden. Der Prozess wird am 6. Dezember mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt.

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