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Debatte um Menschenwürde

Raschplatz-Pavillon Debatte um Menschenwürde

Zum Abschluss der Diskussionsreihe „Offene Gesellschaft“ bricht Landesbischof Ralf Meister im Pavillon eine Lanze für die Unantastbarkeit der Menschenwürde - und Schauspielerin Renan Demirkan plädiert für mehr soziale Gerechtigkeit.

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Diskutierten im Pavillon: Moderator Jan Sedelies, Udo Niedergerke, Renan Demirkan, Ralf Meister (v.l.).

Quelle: Benne

Hannover. Wenn es um eine Frage von derart existenzieller Wucht geht, darf ein Theologe ruhig mal theologisch werden. "Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde", zitiert Landesbischof Ralf Meister aus dem Buch Genesis. Dieser Gedanke sei zentral für unsere Vorstellungen von Würde, erklärt er - und konstatiert eine bedrohliche Entwicklung: "Es ist ein Angriff auf die Würde, wenn wir Menschen in Not die Grundrechte nicht zuerkennen."

Rund 100 Besucher sind zur Publikumsdebatte des Initiativkreises Offene Gesellschaft in den Pavillon gekommen. Thema des Tages ist die Würde des Menschen. Da ist die Gefahr groß, dass man schnell einen würdevollen Floskelkonsens findet. Doch die Diskutanten setzen durchaus eigene Akzente.

Die Schauspielerin Renan Demirkan wird sehr persönlich, wenn sie von ihrem 93-jährigen Vater erzählt, der nur noch phasenweise selbstbestimmt handeln könne. Leidenschaftlich fordert sie dann mehr soziale Gerechtigkeit ein, plädiert für eine Abschaffung der Hartz-IV-Regelungen und für ein bedingungsloses Grundeinkommen: "Ich möchte in einem Land leben, in dem möglichst wenige Menschen in der Existenzfalle gefangen sind."

Auch Udo Niedergerke macht klar, dass Würde durchaus etwas mit Geld zu tun hat: "Um Menschen Würde zu geben, gilt es zunächst, ihre materielle Not zu lindern", sagt der Gründer der Ricarda-und-Udo-Niedergerke-Stiftung, die sich für Wohnungslose einsetzt. Allerdings sei es auch wichtig, auf Betroffene zuzugehen: "Es sind Menschen wie wir auch."

Engagierte Bürger hatten den Initiativkreis Offene Gesellschaft Hannover im Frühjahr ins Leben gerufen, um angesichts von Pegida, Trump und Hetzkampagnen eine Debatte über den Wert der Demokratie anzustoßen. Nach der vierten und vorerst letzten öffentlichen Publikumsdiskussion zogen die Veranstalter eine positive Bilanz: „Wir haben insgesamt 2500 Bürger miteinander ins Gespräch gebracht“, sagt Mattthias Görn vom Freundeskreis Hannover, ein Sprecher des Initiativkreises.

Doch bleiben bei solchen Debatten nicht die Wohlmeinenden unter sich? Menschen guten Willens, die mit anderen Menschen guten Willens in derselben Filterblase sitzen? „Wir haben uns vergegenwärtigt, dass es nicht selbstverständlich ist, in einer Demokratie zu leben – und dass es sich lohnt, dafür zu streiten“, sagt Görn. So gesehen sind diese Debatten auch ein Stück Selbstvergewisserung; sie stärken jenen den Rücken, die nicht länger schweigen wollen, wenn sie in Umkleidekabinen oder bei Geburtstagsfeiern radikale Sprüche zu hören bekommen.

Im Pavillon wagte Renan Demirkan einen interessanten Perspektivwechsel: Gerade ausgegrenzte Menschen und Verlierer seien anfällig für populistische Parolen, sagte sie: "Es sind Menschen, die sich in ihrer Würde beschädigt fühlen, die jetzt um sich schlagen."

Im Initiativkreis ist jetzt angedacht, den 17. Juni als Tag der Demokratie zu etablieren und dabei öffentliche Veranstaltungen auch in Vierteln wie Mühlenberg oder Sahlkamp durchzuführen.

Mit der Arbeit an der Demokratie wird man eben nie fertig.

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