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Radler dürfen öfter die Straße mitbenutzen

Stadt überprüft Wegenetz Radler dürfen öfter die Straße mitbenutzen

Radfahrer werden in Hannover bald häufiger die Straße mitbenutzen dürfen als bisher. Die Stadt lässt das gesamte Radwegenetz begutachten und will damit herausfinden, wo die Benutzungspflicht aufgehoben werden muss. Dann würden auch die blauen Schilder abgebaut.

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Vielerorts, wie hier in der Königstraße, gibt es bereits Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Oft sind die jedoch zu schmal.

Quelle: Behrens (Archiv)

Hannover. Dass Radfahrer die Fahrbahn mitbenutzen dürfen, würde dadurch signalisiert, dass die blauen Verkehrsschilder mit dem weißen Fahrradsymbol abgebaut werden. Resultate und erste Maßnahmen werden für den Herbst erwartet. „Das Gutachten ist die Folge eines Bundesverwaltungsgerichtsurteils, auf dessen Anwendung aus Kreisen der Radverkehrslobby gedrängt wird“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Der Leipziger Richterspruch stammt bereits aus dem Jahr 2010 und legt fest, dass Radfahrer vorrangig die Fahrbahn für Autos nutzen sollen. Dieser sogenannte Mischverkehr galt früher als Sicherheitsrisiko. Deshalb wurden, wo immer es möglich war, separate Radwege angelegt.

Mittlerweile hat sich die gegenteilige Auffassung durchgesetzt. Forschungen haben ergeben, dass Radfahrer immer dann am sichersten unterwegs sind, wenn sie möglichst durchgängig im Sichtfeld der Autofahrer bleiben. „Das Gerichtsurteil hat die Rechte der Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gestärkt“, kommentierte seinerzeit der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Er hatte mitgeholfen, es zu erstreiten und fordert seit dieser Zeit auch in Hannover ein, dass es umgesetzt wird.

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Die Gutachter untersuchen sowohl den baulichen Zustand der Radwege, als auch Sicherheitsaspekte. Zu Letzteren zählen Lastwagenverkehr, zulässige Geschwindigkeiten, Parkplätze im Straßenraum und das Unfallgeschehen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte in seinem Urteil eingeschränkt, dass die Benutzungspflicht für Radwege bestehen bleiben muss, wenn es andernfalls zur Gefährdung von Verkehrsteilnehmern kommt.

Tempo-30-Zonen werden nicht überprüft

Nicht geprüft werden in Hannover alle Tempo-30-Zonen - aus dem einfachen Grund, dass in ihnen Radfahrer generell auf der Straße fahren dürfen. „Bei Straßen mit großem Verkehrsaufkommen wie dem Cityring ist davon auszugehen, dass wegen der Verkehrssicherheit die blauen Radwegeschilder bleiben“, sagt Stadtsprecher Dix. Gegebenenfalls, auch das ist Teil des Urteils, müsse dann der bauliche Zustand der entsprechenden Radwege verbessert werden.

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Auf die neue Rechtslage reagiert auch die Region. Sie legt an insgesamt 62 Ortsdurchfahrten Schutzstreifen an, eine Sonderform von Radwegen. Sie liegen auf Fahrbahnniveau, sind von der restlichen Piste durch weiße Linien abgetrennt und dürfen von den Autofahrern entweder nur ausnahmsweise oder, wenn die Linie durchgezogen ist, gar nicht befahren werden. Auch in Hannover ist diese Spielart an der Podbielskistraße schon angewandt worden.

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