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Radtransport auf Rolltreppe kostet 800 Euro

Karambolage im Hauptbahnhof Radtransport auf Rolltreppe kostet 800 Euro

Eine Studentin will im Hauptbahnhof von einem herabstürzendem Fahrrad verletzt worden sein, dass ein Rentner mit auf die Rolltreppe genommen hatte. Vor Gercht bestritt der Senior den Vorfall. Vor Gericht einigten sich beide auf einen Vergleich: Die junge Frau bekommt 800 Euro Schmerzensgeld.

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Symbolbild.

Quelle: dpa

Hannover. Eine Karambolage auf einer Rolltreppe im hannoverschen Hauptbahnhof ist jüngst vor dem Amtsgericht verhandelt worden. Eine 27-jährige Studentin, die - so ihre Darstellung - mitsamt ihres fünfjährigen Patenkinds von einem herabstürzenden Fahrrad getroffen wurde und stürzte, forderte von dem Radfahrer knapp 1300 Euro Schadensersatz für zerrissene Kleidung und Verdienstausfall, zudem 3000 Euro Schmerzensgeld für ihr lädiertes Knie. Der 50-jährige Frührentner, im August 2014 mit einem sattelbepackten Rad auf Urlaubstour, räumte nur ein „Wegrutschen um eine Stufe“ ein und bestritt, dass Frau und Kind gestürzt seien. Am Ende schaffte es Zivilrichterin Catharina Erps, die Rolltreppenfahrer zu einem Vergleich zu bewegen: Der Radler zahlt der Studentin 800 Euro Entschädigung.

Die Schilderungen über die Vorgänge auf der Fahrtreppe zu Gleis 12 gingen weit auseinander. Zeugen, die den Unfall unmittelbar beobachtet hatten, gab es nicht. Die Studentin berichtete von dramatischen Folgen ihres radbedingten Sturzes: von dem Becher Kakao, den sie über alle Beteiligten vergoss, einem Sehnenanriss im Knie, ihrer wochenlangen Krankschreibung und der Unmöglichkeit, in dieser Zeit in der Gastronomie zu jobben. Ihre Nichte sei ihr vom fallenden Rad „aus der Hand gerissen“ worden und habe sich an den Zähnen der Stufen den Rücken blutig geritzt. Abgesehen davon hätte der 50-Jährige sein Rad niemals auf der Rolltreppe benutzen dürfen - dies sei nämlich verboten.

Tatsächlich habe er die Gewalt über sein schweres Gefährt verloren, gab der Beklagte zu. Doch sei es ihm niemals aus den Händen geglitten, höchstens ein Stück nach hinten gerutscht. Das Kind habe daraufhin fürchterlich geschrien, die Frau habe ihn fürchterlich beschimpft. Doch seien seine Entschuldigungen ebenso wenig erwünscht gewesen wie sein Angebot, Polizei und Arzt zu rufen. Und nie wieder, versprach der Frührentner, werde er eine hannoversche Rolltreppe zum Radtransport missbrauchen.

Bevor drei auf dem Flur wartende Zeugen bemüht werden mussten, versuchte Richterin Erps kurzen Prozess zu machen. Es werde für die Klägerin nicht leicht, die Kausalität von Sturz und Knieschmerz zu beweisen, der Unfallhergang sei strittig, die Schmerzensgeldforderung zu hoch, und es könne viel Zeit und Geld kosten, das Geschehen gerichtsfest aufzuklären. Das folgende Feilschen um eine gerechte Entschädigung für das Malheur dauerte 20 Minuten - und endete bei 800 Euro.

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