Hannover. Das erste Opfer erlitt einen Schädelbruch und befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Die Frau aus Braunschweig schwebt nach dem Angriff noch immer in akuter Lebensgefahr. Anders als in Hannover soll der Täter in diesem Fall die spitze Seite des Werkzeugs zum Zuschlagen benutzt haben.
Der 33-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Ihm wird Raub, schwere Körperverletzung und versuchter Mord in zwei Fällen zur Last gelegt. „Er hat aus Habgier und Heimtücke gehandelt, suchte sich seine Opfer wahllos aus, sodass es jeden hätte treffen können“, sagt Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe.
Der brutale Raubüberfall vom Donnerstag auf eine 39-Jährige in Linden-Süd hatte den Behörden zunächst Rätsel aufgegeben. Die Frau war am Abend mit einer stark blutenden Kopfwunde auf dem Gehweg der Ritter-Brüning-Straße gefunden worden. Ihre Handtasche mit 100 Euro Bargeld und ihrem Handy fehlte. Ansonsten konnte sich die Frau an nichts mehr erinnern. Sie wusste nur, dass sie an der Haltestelle Stadionbrücke die Stadtbahn verlassen hatte und in Richtung Kaiser-Center gegangen war.
Der Überfall einen Tag später auf die 53-Jährige in Braunschweig verlief nach dem gleichen Muster. Sie war zu Fuß in der Nähe eines Verlagshauses unterwegs, als sie plötzlich von hinten einen Schlag auf den Kopf bekam und zusammensackte. Die Beute in diesem Fall: 20 Euro Bargeld und ein Prinzessinnenkostüm, das die 53-Jährige für die Faschingsfeier ihrer Enkelin gekauft hatte.
Einen Tag nach dem Überfall in Braunschweig meldete sich ein Zeuge bei der Polizei. Er gab an, er habe zur fraglichen Zeit einen blauen Wagen in der Nähe des Tatorts gesehen. Sofort leitete die Behörde eine Großfahndung nach dem verdächtigen Auto ein. Schließlich stießen die Beamten auf einem Parkplatz in Braunschweig auf einen blauen Suzuki mit polnischem Kennzeichen. In dem Fahrzeug lag der 33-jährige Verdächtige und schlief. Die Polizisten nahmen den Mann fest und durchsuchten das Fahrzeug. Der Wagen war völlig verdreckt. Offensichtlich wurde er von dem gebürtigen Polen, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat, als Unterkunft benutzt. Im Wageninneren entdeckten die Fahnder dann belastende Beweise gegen den 33-Jährigen. Sie stellten im Kofferraum die Axt sicher, außerdem fanden sie das Prinzessinnenkostüm aus dem Raub in Braunschweig und die SIM-Karte des Opfers aus Hannover. Die mutmaßliche Tatwaffe wird derzeit von Kriminaltechnikern auf Spuren untersucht.
Der 33-Jährige bestreitet, die Taten begangen zu haben. „Er will sich am Freitag gar nicht in Braunschweig aufgehalten haben, die Beutestücke aus den Raubüberfällen will er zufällig auf der Straße gefunden haben“, sagt Oberstaatsanwalt Ziehe. Noch ist nicht klar, ob der 33-Jährige für weitere brutale Raubüberfälle verantwortlich ist. Die Ermittlungen in diesem Fall laufen weiter auf Hochtouren. Hinweise nimmt die Polizei in Braunschweig unter der Rufnummer (05 31) 4 76 25 16 entgegen.
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