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Aus der Stadt Randalierer versucht, Sanitäter mit HIV zu infizieren
Hannover Aus der Stadt Randalierer versucht, Sanitäter mit HIV zu infizieren
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00:15 09.11.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: Archiv
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Hannover

Er hatte die beiden Rettungskräfte mit blutverschmierten Einmalhandschuhen, Mullbinden sowie seiner zerbrochenen Zahnprothese beworfen und angespuckt. Die Rettungssanitäter der Berufsfeuerwehr mussten ein Dreivierteljahr lang fürchten, vom Randalierer mit dem HIV-Virus und Hepatitis C infiziert worden zu sein. Amtsrichter Lars Römermann verurteile Denis L. wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Attacke vor der Notaufnahme

Die Feuerwehrleute, 36 und 40 Jahre alt, waren an einem Junimorgen 2016 zum Raschplatz gerufen worden. Sie fanden L. mit gebrochener Nase und blutenden Wunden vor. Nach dessen Bekunden sei er eine Treppe hinuntergestürzt, möglicherweise waren die Verletzungen aber auch Folgen einer Schlägerei. Der Patient wurde in einen Rettungswagen verfrachtet, mit dem er zum Henriettenstift gebracht werden sollte. In der Marienstraße, kurz vor dem Schalter der Notaufnahme, wurde L. aggressiv, begann die Sanitäter zu beschimpfen und zu attackieren. „Du Müllmann, heb den Dreck auf“, pöbelte er einen der Helfer an, nachdem er ihn mit blutgetränkten Utensilien beworfen hatte.

Besonders gefährlich, so ein MHH-Gutachter vor Gericht, war für die Feuerwehrleute das Spucken. Der mit Blut und - möglicherweise - lebensbedrohlichen Viren kontaminierte Speichel hätte über die Bindehaut der Opfer in deren Blutbahn gelangen können. Das Immunsystem entfaltet im Bereich der Augen kaum Schutzwirkung, eine Tröpfcheninfektion kann hier fatale Folgen haben.

Familienleben beeinträchtigt

„Besonders verwerflich war“, so Richter Römermann, „dass L. Menschen attackierte, die ihm helfen wollten.“ Zudem habe der Täter die Sanitäter gerade einmal neun Tage nach seiner letzten Haftentlassung angegriffen. Die Folgen für die Feuerwehrleute waren gravierend. Der 36-jährige Familienvater berichtete, dass er sich mit jeder Schramme von seinen kleinen Kindern ferngehalten und nur noch sehr verhalten mit ihnen gespielt habe, um sie ja nicht zu infizieren. Auch Intimitäten mit den Partnern waren erheblich eingeschränkt. Erst nach neun Monaten konnten Ärzte den Sanitätern die erlösende Nachricht verkünden: Sie waren gesund geblieben.

Der Richter hatte den Angeklagten noch im Gerichtssaal verhaften lassen, weil er bei dem Mann ohne eigenen festen Wohnsitz Fluchtgefahr sah. Doch eine Beschwerdekammer des Landgerichts schätzte dies anders ein, ordnete die Entlassung von L. an. Der 38-Jährige ist zudem in Berufung gegangen; wenn es gut für ihn läuft, könnte er am Landgericht mit einer Bewährungsstrafe davonkommen.

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