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Raschplatz-Schläger zu zehn Jahren Haft verurteilt

Opfer wird zum Pflegefall Raschplatz-Schläger zu zehn Jahren Haft verurteilt

Nach einer Schlägerei auf dem Raschplatz in Hannover ist der 45-jährige Romeo W. am Mittwoch wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten verurteilt worden.  Sein Opfer ist zeitlebens ein Pflegefall. Der Täter habe den Tod des 39-Jährigen "billigend in Kauf genommen."

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Das Schwurgericht verurteilte Romeo W. wegen versuchten Totschlags. 

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Für einen brutalen Tritt, der das Leben eines Menschen zerstörte und das 39-jährige Opfer zu einem Pflegefall machte, ist Romeo W. am Mittwoch zu einer empfindlichen Strafe verurteilt worden. Das Schwurgericht verurteilte den 45-Jährigen wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten. „Diese Kammer hat schon häufig mit Kopfverletzungen zu tun gehabt“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch. „Ich erinnere mich aber an keinen Fall, bei dem so massive Gewalt gegen einen Kopf ausgeübt wurde wie hier.“

Erster Schlag traf einen anderen

Der im Trinker- und Drogenmilieu verwurzelte W. hatte sich an einem Sommertag 2016 am Raschplatz rund zwei Stunden lang und in wechselnder Besetzung mit mehreren Personen gestritten. Einem ersten Opfer verpasste er vor dem Kontaktladen Mecki einen heftigen Faustschlag; diesen Hieb ahndete das Gericht mit einer sechsmonatigen Haftstrafe. Viel schwerwiegender aber war das, was sich am 30. Juli kurze Zeit später vor dem SB-Bereich der Sparkasse am Bahnhofseingang abspielte.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sich W. an jenem Sonnabendvormittag über das spätere Opfer geärgert hatte und dem gebürtigen Griechen eine Lektion erteilen wollte; dieser hatte W. zuvor, als sich dieser noch in der Passerellenebene befand, von oben mit einer Plastikflasche beworfen. Der wütende 45-Jährige stieg in Begleitung einiger Kumpane die Freitreppe zur Rundestraße hinauf und schlug dem 39-Jährigen zweimal kräftig ins Gesicht. Dieser sank benommen zu Boden, war bereits vollständig außer Gefecht gesetzt. „Doch dann haben Sie mit angezogenem Bein und voller Wucht ins Gesicht des Mannes getreten, als dieser seinen Kopf heben wollte“, hielt Rosenbusch W. vor. „Und damit haben Sie seinen Tod billigend in Kauf genommen.“

Das Gehirn des 39-Jährigen wurde durch den Tritt verschoben, ohne sofortige ärztliche Hilfe hätte er diesen Tag nicht überlebt. „Doch wird der Mann den Rest seines Lebens nicht mehr richtig denken, sehen, laufen und sich selbst versorgen können“, hielt der Richter dem Angeklagten vor. Anlässlich seiner Zeugenvernehmung war das in einem Pflegeheim untergebrachte Opfer vor vier Wochen im Rollstuhl erschienen, hatte mit seinem pathologischen Lachen in beklemmender Weise gezeigt, wie schwer sein Gehirn geschädigt ist.

Der Staatsanwalt hatte dafür plädiert, W. zu einer Haftstrafe von zwölfeinhalb Jahren zu verurteilen. Auf den Kokain- und Alkoholkonsum des Angeklagten am Tattag hatte hingegen Verteidigerin Tanja Brettschneider verwiesen; sie sah eine verminderte Schuldfähigkeit ihres Mandanten und forderte seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. „Doch eine Therapie macht bei Ihnen keinen Sinn“, so der Richter zu W., „weil es keine Erfolgsaussichten gibt.“ 33 Einträge weist das Vorstrafenregister des Schlägers auf, und so lautete das Fazit von Rosenbusch denn auch: „Die Regeln dieser Gesellschaft sind Ihnen gleichgültig.“

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