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Aus der Stadt Kulturszene kritisiert Entscheidung im Fall Härke
Hannover Aus der Stadt Kulturszene kritisiert Entscheidung im Fall Härke
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06:00 03.11.2017
Von Jutta Rinas
Harald Härke bleibt Dezernent.  Quelle: Franson
Hannover

Kulturdezernent kann er noch zwei Jahre bleiben, Personaldezernent aber darf er nicht mehr sein? Es gibt Vertreter der hannoverschen Kulturszene, die einen eher pragmatischen Umgang mit dieser neuerlichen Wendung im Fall Härke pflegen. Wichtig sei, dass der Aufschwung, den die Kultur in den vergangenen Monaten zweifellos erfahren habe, jetzt nicht ausgebremst werde, sagt Kathrin Dittmer vom Literaturhaus Hannover. Wenn die Entscheidung für den neuen alten Kulturdezernenten klar kommuniziert werde, sagt sie, könne es mit Härke gut weitergehen.

Der weitaus größere Teil allerdings empfindet die Lösung - Härke nur Kulturdezernent - als eine Herabwürdigung der Kultur. Harald Schandry beispielsweise, Sprecher der freien Theater in Hannover, hält eigentlich große Stücke auf Härke. Dass mit dem 63-Jährigen kein ausgewiesener Kunstexperte, sondern ein Verwaltungsfachmann und zugleich begnadeter Netzwerker Kulturdezernent geworden sei, habe der freien Szene gutgetan. Härke sei präsent und offen für die Sorgen der freien Künstler gewesen. Er habe sie „in würdevoller Form“ an Gesprächen über die Kulturhauptstadt beteiligt und sich gut von Fachleuten beraten lassen. „Härke ist jemand, der weiß, dass er keine Ahnung hat“, sagt Schandry und fügt an: „Gerade deshalb ist er gut.“ Wenn er aber jetzt nicht mehr dafür tauge, Personaldezernent zu sein und die Kultur als eine Art Abklingbecken kurz vor der Rente benutze, sei das ein Zeichen für die Geringschätzung der Künste. „Das ist der Kultur nicht angemessen.“

Härke kann "weiterwursteln"

Es sei rätselhaft, dass der OB jetzt jemandem die Kultur anvertraue, dessen Rückzug von allen Ämtern er gerade noch gefordert habe, ist zu hören. Es wirke, als habe Schostok so schnell niemand anderes finden können. „Und deshalb lässt er eben Härke weiterwursteln.“ Bei Sprengeltochter Angela Kriesel, zugleich Vorsitzende des Fördervereins Musik für heute e. V., reißt die neue Wendung alte Wunden auf. Schon der Entscheidung von OB Schostok, wonach der Personaldezernent die Kultur einfach mal so mitmachen könne, hatte sie skeptisch gegenübergestanden. Es sei sehr bedenklich, dass jetzt jemand den Kulturbereich verantworten solle, der für den Personalbereich der Stadt nicht mehr gut genug sei.„Das zeigt: Auf diesen Bereich kommt es nicht so an.“

Dabei fordere das Amt vor dem Hintergrund der Bewerbung als Kulturhauptstadt jemanden, der die Aufgabe mit Einsatz und Herzblut vorantreibe. Von jemandem, der erst selbst wieder Tritt fassen müsse, sei das nicht zu erwarten.

Kommentar: Die Rathaus-Affäre ist noch nicht vorbei

Dezernent Harald Härke war einer der mächtigsten Männer der Verwaltung. Mit dem eingeleiteten Disziplinarverfahren ist er tief gefallen. Und es bleibt das ungute Gefühl, dass im Rathaus nicht alles sauber abläuft, meint HAZ-Redakteur Andreas Schinkel.

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