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Wie kaputt ist das Neue Rathaus?

Bröckelnde Fassade Wie kaputt ist das Neue Rathaus?

Hannovers Rathaus wird in den kommenden Jahren eine Baustelle bleiben. Allein die Arbeiten an der derzeit eingerüstete Südfassade (Richtung Maschteich) ziehen sich nach Angaben der Stadtverwaltung voraussichtlich bis 2019 hin. Dort bröckeln Teile des Gesteins ab.

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Zu 70 Prozent kaputt: Fassade des Neuen Rathauses.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Parallel prüft die Stadt, ob auch an den anderen Seiten des Gebäudes Schäden zu beheben sind, womöglich sogar an der Rathauskuppel. Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass die Schäden deutlich großflächiger sind als erwartet. Gutachter waren davon ausgegangen, dass 30 Prozent der Fassade kaputt sind. „Tatsächlich sind es 70 Prozent“, sagte Jörg Gronemann vom Gebäudemanagement der Stadt vor einigen Wochen im Wirtschaftsausschuss. Daher will die Stadt jetzt ein neues Sanierungskonzept für das Rathaus erstellen.

Wie lange das Wahrzeichen Hannovers eine Baustelle bleibt und wie hoch die Kosten am Ende sind, ist ungewiss. „Hierfür muss zunächst das Sanierungskonzept vorliegen“, teilt Stadtsprecher Alexis Demos mit.

Die Eingerüstung ist nicht nur Podest für die Arbeiter, sie schützt auch vor herabstürzenden Brocken. Wie es unter der Plane aussieht, sehen Sie hier.

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Die Ursache für die bröckelnde Fassaden liegt im Tuffstein. Der ist weniger witterungsbeständig als der ebenfalls verbaute Deister Sandstein. Erschwerend kommt hinzu, dass die Außenhülle imprägniert ist, Wasser aber trotzdem ins Gestein eindringt.

Wie berichtet, wurde die Außenhülle in den Achtzigerjahren mit wasserabweisenden Mitteln behandelt. Durch die Fugen sickerte aber weiter Feuchtigkeit ins Gestein. Wegen der Imprägnierung konnte das Wasser nicht entweichen und sammelte sich hinter der wasserundurchlässigen Schicht. Die Folge: Teile des Tuffsteins platzten ab. Das Gerüst an der Südseite des Rathauses dient folglich nicht nur als Podest für Bauarbeiter, sondern schützt auch vor herabfallenden Brocken.

Um das Gerüst und die eingehüllte Fassade hatte es in den vergangenen Wochen Aufregung gegeben. Für die Aufführung der Freiluftoper „Rigoletto“ im Maschpark erwartete der NDR eine freie Sicht auf die historische Kulisse. Doch Ab- und Aufbau des Gerüsts hätten rund eine halbe Million Euro verschlungen. Nun soll das Gestänge in eine Lichtinstallation einbezogen werden. Sollte 2018 erneut eine Oper aufgeführt werden, müsste der NDR weiterhin mit Bauarbeiten an der Fassade rechnen.

In der Ratspolitik wächst der Unmut. „Ich will wissen, wer damals die fatale Imprägnierung empfahl“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Er denkt darüber nach, Akteneinsicht zu beantragen, um den Fehlern auf den Grund zu gehen. Die CDU wirft die Frage auf, ob sich Regressforderungen an die damalige Baufirma stellen lassen. Zudem fühlen sich die Christdemokraten von der Stadt schlecht informiert. „Hier geht es schließlich um Schäden in Millionenhöhe“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel.

Die Stadt weist den Vorwurf zurück. In diversen Verwaltungsplänen und zuletzt Anfang April im Wirtschaftsausschuss habe man die Ratspolitik über die Bauarbeiten informiert. Man prüfe etwaige Regressansprüche, diese seien aber nach erster Einschätzung nicht erfolgversprechend, sagt Demos.

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