Die Grünen wunderten sich, dass es keine Signale an die Politik über die Misere im Stadtteil gegeben habe. „Bildungspolitisch stünde dieses Defizit gegen alles, für das wir hier in Hannover arbeiten“, sagte Jugendpolitikerin Ingrid Wagemann. Die CDU erinnerte daran, dass es ja einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Drei- bis Sechsjährige gebe. „Es ärgert mich, dass gerade in Hainholz, wo nicht nur sozial schwache, sondern auch Familien mit Migrationshintergrund leben, die Betreuungsplätze fehlen“, sagte Familienpolitikerin Christine Handke. Der Rechtsanspruch werde so zur Farce, meinte auch Ratsherr Oliver Förste von den Linken. Die FDP schlug der Stadt vor, für Kinder, die im Stadtteil keinen Kita-Platz bekommen, einen Fahrdienst zum nächst gelegenen Kindergarten zu organisieren.
Sozialdezernent Thomas Walter wies die Kritik zurück. Die Versorgungsquote von Drei- bis Sechsjährigen in der gesamten Stadt liege bei 100,4 Prozent, sagte er. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gelte nicht für einzelne Stadtteile, sondern beziehe sich auf das gesamte Stadtgebiet. Freilich komme es vor, dass attraktive Einrichtungen, wie das Familienzentrum in Hainholz, förmlich überrannt würden. Aber es werde auch in diesem Jahr einen Abgleich zwischen den Einrichtungen in Hainholz geben, sodass alle gemeldeten Kinder untergebracht werden könnten.