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In einer Limousine verlässt Linnemann das Casa

Ende nach 37 Jahren In einer Limousine verlässt Linnemann das Casa

Mit einer rauschenden Party verabschiedet sich die Szene-Bar am Weißekreuzplatz heute von ihren Gästen. Damit geht auch die Ära des Kult-Kneipiers Bodo Linnemann zu Ende. Am Abend wurde er mit einer Limousine abgeholt - eine letzte Überraschung seiner Mitarbeiter.

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Abschied mit Würde und Überraschung: In einer Limousine verlässt Bodo Lindemann das Casa Blanca.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Um 12 Uhr öffnete Linnemann seinen Laden zum letzten Mal, wenige Minuten später ist in der urigen Kneipe kein Durchkommen mehr. Stammgäste und Freunde drängten sich um die Stehtische, um noch einmal auf "ihren" Bodo anzustoßen. Denn nach 37 Jahren ist heute Schluss. Schnell wird deutlich: Für die Gäste geht ein Stück hannoverscher Gastronomie-Geschichte zu Ende. "Ich hoffe, dass Bodo weiter macht und nicht irgendwo abtaucht", wünscht sich Ilana Finkenstein, die hier ist, um "tschüs zu sagen".

Mit einer großen Abschiedsparty hat Bodo Linnemann am Silvestertag das Casa Blanca geschlossen – für immer.

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"Es ist sehr schade, dass Bodo geht", sagt NDR-Moderatorin Ira Stukenberg. Das Silvesterfrühschoppen im Casa Blanca habe für sie schon Tradition. Seit Anfang der 80er gehörte der Sekt in der kultigen Kneipe zum Silvesterprogramm: "Der Laden hier ist eine Institution in Hannover."

Während vor dem Casa Blanca der Regen auf die Sektflaschen tropft und die Luftschlagen traurig über dem Tisch hängen, ist die Stimmung drinnen gut. Dafür sorgt der 74-jährige Chef höchstpersönlich. In gewohnt lässiger Manier leht er mit Zigarrette, offenem Hemd und dünnen Schühchen am Eingang und empfängt seine Partygäste. Man kennt sich eben. 
Vor allem die Weggefährten und Mitarbeiter können nicht glauben, dass die Ära des Casa Blanca nun zu Ende ist. Seit 30 Jahren legte DJ J.C. hier seine Musik auf - vor einer Woche zum letzten Mal. "Seit ich 1984 hier angefangen habe, hat mich Bodo immer machen lassen", erinnert er sich. Was daraus wurde? "Ich kann mich an keinen Abend erinnern, der nicht sensationell war." Es sei eine Ehre gewesen, in Linnemanns Laden auflegen zu dürfen. Trotz einiger verdrückter Tränchen wünschen die Mitarbeiter ihrem Freund und Chef nur das Beste: "Er soll Ruhe finden und das Leben genießen - möge Bodo 100 Jahre alt werden."
"Der Abschied tut weh", sinniert Barkeeper Christian Haarms. Doch er hat schon Pläne für ein neues Casa Blanca im Kopf: "Wir sammeln das Inventar und machen einfach eine neue Kneipe auf." Das sei man den Gästen doch schuldig. Und vor allem Bodo. So ganz spruchreif sei die ganze Geschichte noch nicht. "Aber dann könnten alle wiederkommen und weiter feiern", sagt Haarms. "Und Bodo legt auf - als Stargast."

Von Linda Tonn

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