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Weniger Flüchtlingsheime in Wettbergen

Reaktion auf Proteste Weniger Flüchtlingsheime in Wettbergen

Die Stadt lässt nach Protesten des Bezirksrates von ihrem Plan ab, drei Flüchtlingsheime in Wettbergen zu bauen. Zwei davon werden nun stadtdessen in Ricklingen und Oberricklingen eingerichtet. Man möchte die Unterkünfte möglichst gleichmäßig auf den gesamten Stadtbezirk verteilen.

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Neue Dimension: Ins neue Flüchtlingsheim an der Tresckowstraße passen 100 Menschen.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. In Wettbergen sollen im kommenden Jahr deutlich weniger Flüchtlingsunterkünfte entstehen, als ursprünglich geplant. Die Stadt Hannover hat sich entschieden, die beiden Grundstücke an der Fellgiebelstraße und am Karl-Nasemann-Weg aufzugeben, stattdessen sollen die Containerdörfer nun auf zwei Flächen in Ricklingen und Oberricklingen gebaut werden. So bekommt Wettbergen im kommenden Jahr nur ein zusätzliches Flüchtlingsheim (an der Deveser Straße) und nicht mehr drei.

Die Stadtverwaltung folgt damit dem Wunsch des Bezirksrates Ricklingen. „Es geht darum, die Unterkünfte möglichst gleichmäßig auf den gesamten Stadtbezirk zu verteilen“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD). Da die Flüchtlingszahlen nicht sinken werden, sei aber davon auszugehen, dass die jetzt aufgegebenen Standorte in Wettbergen weiterhin als mögliche Flächen für Unterkünfte infrage kommen. Zuletzt hatte CDU-Stadtparteichef Dirk Toepffer im HAZ-Interview eine gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen über die Stadtteile gefordert. Er könne sich einen Sozialschlüssel vorstellen, sagte Toepffer.

In Wettbergen hatte sich Protest gegen die Unterkünfte geregt. In der September-Sitzung des Bezirksrates übergaben Anwohner eine Liste mit 250 Unterschriften, von einer „Ballung“ im Stadtteil war die Rede. Tatsächlich wären in einem Umkreis von 500 Metern mehrere Flüchtlingsheime entstanden. Im Sommer hatten Rechtsradikale Flugblätter in mehreren Straßen Wettbergens verteilt.

Bezirksbürgermeister Markurth betont, dass die Vorschläge für neue Flüchtlingsstandorte außerhalb Wettbergens schon diskutiert wurden, als die Unterschriftenliste noch gar nicht auf dem Tisch lag. Die Willkommenskultur, die in Wettbergen durchaus stark sei, dürfe nicht zerstört werden, sagt Markurth. „Zugleich müssen wir die Ängste der Bürger ernst nehmen.“ Markurth lädt alle Einwohner zu einer Info-Veranstaltung zu den geänderten Standort-Plänen ein. Sie findet am Mittwoch, 4. November, um 18 Uhr im Freizeitheim Ricklingen, Ricklinger Stadtweg 1, statt.

Gerade hat die städtische Immobiliengesellschaft GBH ein Gemeinschaftswohnheim in der Wettberger Tresckowstraße fertig gestellt, in dem nicht mehr wie üblich 50, sondern 100 Asylsuchende Platz finden. Damit entfernt sich die Stadt bei Neubauten von Wohnheimen zum ersten Mal von den alten Standards. Die Kosten belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro. Zu einem öffentlichen Rundgang durch das Heim lädt die Stadt heute von 17 bis 19 Uhr.

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