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So reagieren Hannovers Spanier auf die Anschläge

Barcelona So reagieren Hannovers Spanier auf die Anschläge

Trauer, Wut und Trotz: Hannovers spanische Gemeinschaft ist entsetzt über die Terroranschläge in Barcelona und Umgebung. Die Deutsch-Spanische Gesellschaft Niedersachsen lädt am Abend zu einem Treffen. „Wir wollen uns gegenseitig Trost spenden und zusammenstehen“, sagt die Präsidentin des Vereins, Heidi Merk.

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„Es wird alles so lebendig wie immer sein“: Familie Corrales mit Sohn Joel (v. li.), Mutter Rosi Bernadino, Tochter Anais und Vater Juan lebt in Barcelona und ist zurzeit zu Besuch in Hannover. Sie glauben nicht, dass ihre Stadt eine andere sein wird, wenn sie nach Hause kommen. 

Quelle: Villegas

Hannover. Über den Flachbildschirm im Restaurant Rias Baixas II flimmern die neuesten Nachrichten aus Barcelona. Ein spanischer Sender zeigt Bilder von schwer bewaffneten Polizisten, demolierten Autos, ängstlichen Gesichtern. Die Mattscheibe zieht Blicke auf sich, eine Familie vergisst das Essen auf den Tellern. Andere Gäste senken die Köpfe. Die Terroranschläge in Barcelona und Umgebung mit etlichen Toten und Verletzten lassen im Ahrbergviertel, dem spanischen Zentrum Hannovers, niemanden kalt. Die Deutsch-Spanische Gesellschaft Niedersachsen lädt am Abend zu einem Treffen. „Wir wollen uns gegenseitig Trost spenden und zusammenstehen“, sagt die Präsidentin des Vereins, Heidi Merk. Dem spanischen Botschafter in Berlin habe sie im Namen des Vereins einen Brief geschrieben.

"Barcelona lässt sich nicht unterkriegen": Hannovers spanische Gemeinde ist entsetzt über die Terroranschläge.

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Joaquin Comesana, Seniorchef des Rias Baixas, kämpft sichtlich mit den Tränen. „Was für eine Katastrophe“, sagt er. Comesana stammt aus Galizien, seine Freunde und Verwandten halten sich derzeit nicht in Barcelona auf, so viel hat er durch viele Telefonate herausgefunden. Seine Stimmung schwankt zwischen Fatalismus und Wut. „Wir kennen das schon von den Terroranschlägen der ETA. Da kann man nichts machen“, sagt er und blickt auf den Fernseher. Dort sind erneut die Ramblas, die Allee im Herzen Barcelonas zu sehen, auf der die Attentäter mit einem Lieferwagen in die Menschenmenge rasten. „Warum stehen dort keine Poller?“, fragt Comesana erregt.

Am Tisch der Familie Corrales werden viele Worte gewechselt, auf Deutsch und Spanisch. Vater Juan und Mutter Rosi Bernardino stammen beide aus Barcelona, haben aber lange in Deutschland gelebt. In Hannover sind sie jetzt eine Woche zu Besuch. „Ich habe nach Bekanntwerden der Anschläge sofort alle Freunde über WhatsApp angeschrieben“, sagt Rosi Bernardino. Zum Glück sei niemand aus ihren Kreisen zu Schaden gekommen. „Bei einem Bekannten war es ganz knapp“, sagt Juan Corrales. Der sei mit seiner gebrechlichen Mutter spazieren gegangen und wollte eigentlich noch die Ramblas entlangflanieren. Aber die Mutter sei erschöpft gewesen und wollte wieder heim. „Das hat ihnen möglicherweise das Leben gerettet“, sagt Corrales.

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Binnen weniger Stunden kam es in Spanien zu zwei Terroranschlägen. In Barcelona rissen Attentäter mit einem Kleinlastwagen mindestens 13 Menschen in den Tod, über 100 wurden verletzt. Im Badeort Cambrils erschoss die spanische Polizei fünf mutmaßliche Terroristen.

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Sohn Joel kann es nicht fassen, dass ein 17-Jähriger offenbar für das Attentat verantwortlich ist. „Der ist so alt wie ich“, sagt Joel. Wie könne man so einen Hass entwickeln, fragt er sich. Die Frage dürfte nicht nur die spanische Familie im Rias Baixas II umtreiben.

In einigen Tagen werden die Corrales’ wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren - in ein anderes Barcelona? „Nein, es wird alles so lebendig wie immer sein. Die Stadt lässt sich nicht unterkriegen“, sagt Tochter Anais und alle nicken. Wie aber mit Tätern und Verdächtigen umzugehen ist, da gehen die Meinungen auseinander. Mutter Rosi fordert härtere Strafen, Vater Juan mahnt: „Genau das wollen die Terroristen erreichen.“

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