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Aus der Stadt Polizei wappnet sich für Demos am Sonnabend
Hannover Aus der Stadt Polizei wappnet sich für Demos am Sonnabend
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19:41 21.11.2014
Erst kürzlich demonstrierten Hooligans und Rechtsextreme in Hannover am ZOB. Nun ist ein weiterer Aufmarsch geplant. Quelle: dpa
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Hannover

Nachdem am Mittwoch eine bislang noch unbekannte Privatperson mutmaßlich aus dem Umfeld rechter Gruppierungen eine Versammlung in Hannover angemeldet hat, soll es nun auch eine Gegendemo geben. Das teilte die Polizei am Donnerstagmittag mit. Demnach hat eine Privatperson eine Veranstaltung unter dem Motto "Nazis keine Räume lassen" angemeldet. Der beantragte Zeitraum liegt zwischen 11 und 18 Uhr, der Ort der Veranstaltung ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass alle Demos in Hannover stattfinden, während 96 in der HDI-Arena gegen Bayer Leverkusen spielt. Deshalb bereitet sich die Polizeidirektion Hannover auf "einen größeren Gesamteinsatz" vor.  Zudem soll es am Sonnabend zwei weitere politisch motivierte Demos in der City geben.

Noch ist nicht klar, ob sich hinter der zuerst angemeldeten Demo mit offenbar rechtem politischem Hintergrund Mitglieder der Organisation HoGeSa verstecken – doch der Ort und das Motto lassen darauf schließen: Unter dem Motto "Für die Opfer von linker Gewalt" wollen sich rund 500 Teilnehmer am Postkamp 1 versammeln. Das ist die Stelle am Klagesmarkt, an der am vergangenen Sonnabend vier Hooligans aus Bielefeld im Anschluss an die Demonstration von Hooligans in Hannover auf dem ZOB brutal von Linksautonomen angegriffen worden waren. Auch in dem Text der Anmeldung wird auf den Vorfall Bezug genommen. Demnach seien Anlass der geplanten Versammlung "...gewalttätige Übergriffe durch Linksautomome gegenüber Veranstaltungsbesuchern der Kundgebung vom 15.11.2014 in Hannover, wobei zwei Personen leicht und zwei weitere schwer verletzt worden sind...".

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Die Hooligans sind im Bahnhof und warten auf die Heimfahrt.

Bereits vor einigen Tagen ist zudem eine Demonstration unter dem neutral klingenden Namen "Demo für alle" angemeldet worden. Inhaltlich trägt die Veranstaltung das Motto "Ehe und Familie vor - Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder!" und soll um 14 Uhr am Seintor stattfinden. Hinter der Verantaltung steht ein Bündnis aus politisch und religiös erzkonservativen Gruppierungen. Vereinendes Glied ist die Ablehnung der Homo-Ehe und der Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau.

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Alle Berichte, Bilder und Videos zum Thema Hooligan-Demo in Hannover auf unserer Themenseite.

Gegen diese Demo richtet sich wiederum eine Veranstaltung unter dem Motto "Vielfalt statt Einfalt". Angemeldet wurde die Versammlung von Schwulen- und Lesbenverbänden, unterstützt werden sie von beinahe alles politischen Parteien. Rund 500 Teilnehmer sollen für diese ebenfalls für Sonnabend geplante Veranstaltung angemeldet worden sein. Auch am Tag der jüngsten Hooligan-Demo hatte es mehrere Gegenveranstaltungen in Hannover gegeben.

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Die Polizei begleitet 120 linke Demonstranten durch die Passaralle zum Bahnhof.

Die Polizei prüft jetzt, welche Beschränkungen für die mutmaßliche neue Hooligan-Demo erlassen werden – denn grundsätzlich bedarf die Versammlung laut Gesetz keiner Genehmigung sondern muss lediglich unter bestimmten Bedingungen angemeldet werden. Diese sind offenbar erfüllt. Die Versammlung kann lediglich im Voraus verboten werden, sollte es Hinweise geben, dass es zu Gewalt kommen wird.  

Derweil melden sich am Donnerstag verschiedene politische Parteien zu Wort. So fordert etwa der Rechtsextremismusexperte der SPD-Landtagsfraktion, Michael Höntsch, die Behörden in Hannover auf, die Kundgebung rechter Gruppen zu vebieten. "Bei der Privatperson aus Braunschweig handelt es sich um den Vorsitzenden der Partei Die Rechte aus Braunschweig", so der Politiker. Diese Partei sei erst in der vergangenen Woche mit einem Antrag im Dortmunder Stadtrat an die Öffentlichkeit getreten, eine "Judenzählung" vorzunehmen. Tobias Leverenz, Vorsitzender der Grünen in Hannover, sagte gegenüber der HAZ unter Bezug auf das Motto der Veranstaltung: "Das jetzt ausgerechnet Neonazis gegen Gewalt demonstrieren, ist angesichts der vielen von Neonazis und Rassisten verletzten und ermordeten Menschen ziemlich unglaubwürdig."

tm/mic

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