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Rechter Schläger bleibt weiter in Haft

Landgericht Hannover Rechter Schläger bleibt weiter in Haft

Das Landgericht Hannover hat einen 29-jährigen Mann aus der rechten Szene in einer Berufungsverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Er hatte im März 2009 in Wunstorf eine Frau aus dem linken Lager verprügelt und auf sie eingetreten.

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Quelle: Michael Thomas (Archiv)

Ein rechter Schläger bleibt weiter in Haft. Das Landegricht Hannover bestätigte nach Angaben der „Mobilen Beratung für Opfer rechter Gewalt“ ein Urteil des Amtsgerichts Neustadt vom April gegen den aus dem Kreis Schaumburg stammenden Neonazi. Der einschlägig vorbestrafte Täter musste sich verantworten, weil er in der Nacht zum 15. März 2009 eine 18-jährige Frau aus dem linksorientierten Lager zunächst verprügelt und dann, als sie am Boden lag, getreten hatte. Der Angriff ereignete sich nach einer Geburtstagsfeier im Wunstorfer Jugendzentrum Bau-Hof. Von dort war eine Gruppe rechtsorientierter Jugendlicher und junger Männer zum Kulturzentrum Wohnwelt am Bahnhof gezogen, wo sie unter anderem auf das spätere Opfer traf.

Das erste Verfahren in Neustadt hatte sich über acht Monate hingezogen und fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Damals wurden rund 20 Zeugen verhört, die zumeist entweder mit dem linken oder dem rechten Spektrum sympathisierten, sich von früheren Auseinandersetzungen her kannten und deren Aussagen sich teils widersprachen. Das Gericht stützte sich schließlich hauptsächlich auf die Aussagen des Opfers selbst sowie eines Wunstorfer Polizisten. Ebenfalls verurteilt wurde ein 20-jähriger Wunstorfer, der als Mittäter neun Monate Haft auf Bewährung erhielt.

Die heute 20-jährige junge Frau, die nach Angaben der mobilen Opferberatung immer noch unter psychischen und körperlichen Folgen der Attacke leidet, war im Prozess als Nebenklägerin aufgetreten. Wie ihr Verteidiger Sebastian Nickel sagte, sei sie aufgrund ihres Engagements gegen Neonazis schon 2007 ins Visier der inzwischen aufgelösten „Nationalen Offensive Schaumburg“ geraten. Sie sei wiederholt am Telefon beleidigt und bedroht worden. Nickel sagte, die Verteidigung des Angeklagten habe versucht, den Angriff zu entpolitisieren. Es habe sich aber um mehr als eine Schlägerei gehandelt.

Jörg Rocktäschel / Bernd Haase

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