Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Rechter Schläger muss zehn Monate ins Gefängnis
Hannover Aus der Stadt Rechter Schläger muss zehn Monate ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 24.04.2016
Die Berufung hat nichts genutzt: Patrick I., hier mit seinem Verteidiger Manfred Döbel, muss wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung in Haft. Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Patrick I., der in Hannover zur rechtsradikalen Szene gehört, hat im Februar 2015 einen Schwarzafrikaner an der Karmarschstraße (Mitte) beleidigt, geschlagen und getreten. Dafür muss er nun wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung für zehn Monate ins Gefängnis. Für die Tat, die er gemeinsam mit einem Komplizen begangen hat, war I. bereits im November am Amtsgericht Hannover zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Dagegen legte der 33-Jährige Berufung ein. Deshalb musste sich nun das Landgericht Hannover mit dem Fall befassen. Und die 6. kleine Strafkammer unter Vorsitz des Richters Rainer Gundlach erhöhte die Strafe noch um einen weiteren Monat. Das liegt allerdings daran, dass eine weitere Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Körperverletzung in das Urteil einfloss.

Das Opfer der brutalen Tat an der Karmarschstraße ist bis heute unbekannt. Der Mann hat sich nie bei der Polizei gemeldet. Allerdings hatten mehrere Zeugen den Übergriff gesehen und sich den Schlägern in den Weg gestellt. Die beschimpften das Opfer zunächst als „Affe“ und „Neger“. I. schlug den Mann erst mit der Faust ins Gesicht und trat dann zu - sein Mittäter tat es ihm nach kurzem Zögern gleich. Die Polizei nahm die beiden Männer wenig später in einer Kneipe in der Altstadt fest. I.s Komplize ist in der Zwischenzeit wegen Beihilfe zur Teilnahme an fünf erzieherischen Gesprächen verurteilt worden.

Zur Galerie
Prozess gegen Neonazi: Die Bilder aus dem Amtsgericht Hannover

Nur einen Tag nach dem Urteil am Landgericht stand I. erneut im Fokus der Ermittlungsbehörden. Polizisten brachen in den frühen Morgenstunden die Wohnungstür des 33-Jährigen auf und überreichten ihm einen Durchsuchungsbeschluss. Nach HAZ-Informationen geht es bei den laufenden Ermittlungen um den Verdacht auf einen Verstoß gegen das Waffengesetz, Volksverhetzung und das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Trotz der Verurteilung im November 2015 soll I. weiterhin regelmäßig straffällig geworden sein. Die Polizei fand keine Waffen, beschlagnahmte aber den Computer, Laptop und die Handys des Rechtsradikalen. Anschließend wurde das Haus der Eltern seiner Freundin durchsucht. Sie gehört ebenfalls der rechten Szene an.

Von Gerko Naumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Tierärztliche Hochschule Hannover will dem Robbenzentrum Föhr jetzt doch Auskunft über Schulungen von Robbenjägern erteilen. Wie das Verwaltungsgericht Hannover mitteilte, legten beide Parteien einen Rechtsstreit nach einer mehr als zweistündigen Verhandlung bei.

24.04.2016

Der Betrieb in den Krankenhäusern des Klinikums Region Hannover (KRH) läuft heute nur mit Einschränkungen. Bei Therapien und Diagnostik kann es zu Verzögerungen kommen. Es gibt eine Notdienstvereinbarung, nach der mindestens so viel Personal wie an Wochenenden im Einsatz ist.

Bärbel Hilbig 24.04.2016

8600 Ladendiebstähle verzeichnete die Polizeidirektion Hannover im vergangenen Jahr - rund 1000-mal waren die Täter Kinder. Das sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der HAZ. Seit Mittwoch müssen sich zwei Männer wegen Ladendiebstahls verantworten, die zur Vertuschung der Tat ein Kind eingesetzt haben sollen.

24.04.2016
Anzeige