Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlinge nach Religion trennen?

Eklat im Rathaus Flüchtlinge nach Religion trennen?

Empörung im Bauausschuss des Rates: Die rechtspopulistische Gruppe "Hannoveraner" fordert, in Flüchtlingsunterkünften nach Religion zu trennen. Angeblich gebe es Übergriffe von Muslimen gegenüber Christen. Vertreter der anderen Fraktionen sind entsetzt, denn es gibt keine Belege für diese Forderung.

Voriger Artikel
Steintorplatz: Bebauung ist beschlossen
Nächster Artikel
Mit dem Smartphone in die Nazizeit Hannovers

Im Rathaus am Maschteich sind zahlreiche Ratsmitglieder entsetzt von dem Vorschlag der Gruppe "Hannoveraner".

Hannover.. "Bundesweit müssen christliche Flüchtlinge bedauerlicherweise immer wieder unter der Schikane von muslimischen Mitflüchtlingen leiden", heißt es in der Begründung des Antrags der "Hannoveraner", ohne dass dafür Fakten genannt werden. Daher solle Hannovers Stadtverwaltung "umgehend sämtliche notwendige Vorbereitungen" treffen, um die Flüchtlinge getrennt nach Religion unterzubringen. Wörtlich heißt es in der Antragsbegründung: "Auch wenn die Maßnahme einer getrennten Unterbringung einer Kapitulation vor aggressiven, pöbelnden und schikanierenden Bewohnern gleichkommt, so stehen der Schutz und die Sicherheit der bedrohten - christlichen - Flüchtlinge dennoch an erster Stelle."

Grünen-Rratsfrau Elisabeth Clausen-Muradian sagte: "Ich bin nicht sicher, ob dieser Text von der Meinungsfreiheit gedeckt ist und nicht bereits den Paragraph 130 Strafgesetzbuch einer Volksverhetzung erfüllt." Lars Kelich (SPD) nannte es "unfassbar", Menschen anhand von Religionszugehörigkeiten gegeneinander ausspielen zu wollen. Wilfried Engelke (FDP) nannte die Idee "schändlich", Oliver Förste (Linke) sagte, der Texte beinhalte eine Vorverurteilung ohne jegliche Nennung von Fakten. Auch Felix Blaschzyk (CDU) sagte: "Die Haltung der Hannoveraner gegenüber Ausländern ist ja bekannt. An diesem dumpfen Text zeigt sich aber deutlich, wie Ängste geschürt werden sollen."

Der Antragstext stammt vom "Hannoveraner"-Fraktionschef Jens Böning, der in der Sitzung nicht anwesend war. Sein Fraktionskollege Gerhard Wruck hatte den Text zunächst nicht mündlich begründen wollen. "Das sagt ja schon alles", kommentierte Grnen-Fraktionsvize Michael Ddette, der die Sitzung leitete. Wruck sagte aber schließlich auf die Kritik der anderen Rratsmitglieder hin: "Ich meine, dass man das niedriger hängen sollte. Ich war nicht für den Antrag, aber ich habe mit Jens Böning gesprochen. Seine Intention war keine böswillige. Was hier von einigen Seiten gesagt wird, ist ehrenrührig."

Bei den anderen Ratsmitgliedern gab es Kopfschütteln. Der Bauausschuss lehnte das Ansinnen einstimmig ab.

Im Rathaus am Maschteich sind zahlreiche Ratsmitglieder entsetzt von dem Vorschlag der Gruppe "Hannoveraner".

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Aktion Sonnenstrahl: Keksebacken für den guten Zweck

Etwa 40 Frauen haben im Küchencenter Staude zu Nudelholz und Ausstechern gegriffen und Plätzchen zugusten der Aktion Sonnenstrahl zu backen. Diese unterstützt seit Jahren Kinder aus sozial schwachen Familien.