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Aus der Stadt Jüdische Gemeinden kritisieren Fest für alle massiv
Hannover Aus der Stadt Jüdische Gemeinden kritisieren Fest für alle massiv
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00:16 31.08.2017
Von Simon Benne
Das "Fest für alle" am Schabbat - die jüdischen Gemeinden kritisieren das nun scharf. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Zum Eklat kam es am Sonnabend beim sogenannten Stationenweg, der von der Markt- zur Clemenskirche führte. Gábor Lengyel, Rabbiner der Liberalen jüdischen Gemeinde, kritisierte als Redner auf den Stufen des Landeskirchenamtes, dass die interreligiöse Veranstaltung ausgerechnet am Schabbat stattfand, dem jüdischen Ruhetag. Überhaupt sei er „nicht begeistert“ vom gesamten Fest. Dabei spräche er im Namen aller vier jüdischen Gemeinden der Stadt: „Martin Luther eint uns in der Ablehnung dieses Festes“, erklärte er mit Blick auf Luthers Hetzschriften gegen Juden.

Teilnehmer schildern die Szene als dramatische Situation. Teils nahmen sie Lengyels Rede erschrocken zur Kenntnis, einige solidarisierten sich mit ihm. Dieser zeigte sich in seiner Rede zugleich froh, dass viele Christen sich heute kritisch mit der Vergangenheit beschäftigten.

Michael Fürst vom Landesverband jüdischer Gemeinden teilt Lengyels Kritik. Natürlich habe die Reformation große Bedeutung für die evangelischen Christen, sagt Fürst. „Ich halte es aber für bedenklich, diese mit einem Fest für die gesamte Stadtgesellschaft zu feiern.“ Fürst hatte seine Teilnahme schon im Vorfeld abgesagt.

Kirchenvertreter reagierten betroffen: „Ich schätze Rabbiner Lengyel, und ich schätze ein offenes Wort unter Freunden“, sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Er respektiere die Kritik. „Wenn wir den Dialog ernst nehmen, müssen wir diesen Impuls aufnehmen“, erklärte auch der katholische Propst Martin Tenge.

„Ich kann verstehen, dass es einem Holocaust-Überlebenden, noch dazu einem Rabbiner, am Schabbat schwerfällt zu sagen, dieses Fest sei sein Fest“, sagt Landessuperintendentin Petra Bahr. Sie hatte Lengyel nach seiner Rede spontan umarmt.
Viele Umstehende konnten der Rede des Rabbiners indes nur schwer folgen: Sie wurde übertönt – ausgerechnet vom Glockenläuten der Neustädter Kirche. Eine ungewollte Symbolik. „Das war ein bedrückendes Bild“, sagt Bahr.     

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