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Aus der Stadt D-Linie geht in die nächste Runde
Hannover Aus der Stadt D-Linie geht in die nächste Runde
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00:16 26.01.2014
Von Bernd Haase
In der Computersimulation noch menschenleer: So soll die Kurt-Schumacher-Straße neben der Ernst-August-Galerie mit Hochbahnsteig aussehen. Quelle: Archiv
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Hannover

Die Region hat die Planungen für die neue oberirdische Stadtbahnlinie in der Innenstadt weiter vorangetrieben und am Donnerstag im Verkehrsausschuss erste Unterlagen für das Genehmigungsverfahren vorgestellt, die sogenannte Planfeststellung. Betroffen sind drei von fünf Abschnitten, die den Bereich zwischen Raschplatz und Steintor abdecken. Im Verfahren dürfen sich auch Anlieger äußern, wenn sie Einwände haben.

Bestandteil der Präsentation war ein Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros SHP. Den Berechnungen zufolge können sowohl Bahn- als auch Auto-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr an allen Kreuzungen und Einmündungen leistungsfähig abgewickelt werden – also so, dass es für die Verkehrsteilnehmer nicht zu unzumutbar langen Wartezeiten kommt. Allerdings prognostizieren die Gutachter wegen geänderter Verkehrsführung, dass künftig mehr Autos durch die Celler und die Otto-Brenner-Straße fahren werden.

Kaum ein Thema bewegt Hannover so sehr wie die D-Linie. Seit Jahren diskutieren Politik, Verkehrsplaner und Üstra über den Ausbau der Stadtbahnlinien 10 und 17. Hier sehen Sie Visualisierungen, wie die neue D-Linie künftig fahren soll.

Die Pläne sehen den Bau von Hochbahnsteigen am Raschplatz und im Bereich Rosenstraße/Herschelstraße vor. Damit die Stadtbahnen die Eisenbahnunterführung am Hauptbahnhof passieren können, müssen Gleiskörper und Fahrbahn dort 40 Zentimeter abgesenkt werden. Autofahrer können künftig die Lister Meile nur noch Richtung Schillerstraße befahren und die Kurt-Schumacher-Straße ab Herschelstraße nur noch Richtung Hauptbahnhof.

Üstra warnt vor Verkehrsproblemen

Die Üstra hat im Zusammenhang mit dem Bau der oberirdischen Stadtbahnlinie vor Verkehrsproblemen im Bereich Hauptbahnhof gewarnt und beruft sich auf Beobachtungen während der Weihnachtszeit. An Tagen mit starkem Besucheraufkommen in der Innenstadt reiche künftig der Raum in der Kurt-Schumacher-Straße nicht aus. Autos, die die Parkhäuser anfahren wollten, würden sich stauen und damit auch das Durchkommen der Bahnen blockieren. Dann seien Fahrpläne nicht einzuhalten.

Ihre Bedenken hat die Üstra in einer vom Vorstand veranlassten E-Mail an die Mitglieder des Arbeitskreises geltend gemacht, der sich mit dem Streckenbau befasst und der demnächst wieder tagt. Vertreten sind dort Stadt, Region, Üstra und infra. Eigentlich war sie intern gedacht, hat aber mittlerweile Kreise gezogen. Teilnehmer der gestrigen Verkehrsausschusssitzung wunderten sich, dass die Stellungnahme der Üstra nicht zur Sprache kam, obwohl dort das auf Zählungen basierte Verkehrsgutachten für den Innenstadtbereich präsentiert wurde. Gezählt worden war allerdings im August und damit nicht während der Winterzeit.

Nach Informationen der HAZ dient die Stellungnahme nicht dazu, den oberirdischen Bau der Stadtbahnstrecke noch zu torpedieren – die Üstra hatte lange Zeit vergeblich dafür gekämpft, die Bahnen der Linien 10 und 17 in einem eigenen Tunnel fahren zu lassen. Es gehe aber darum, frühzeitig auf sich abzeichnende Probleme hinzuweisen und Lösungen zu finden. Gestern Abend wollte das Unternehmen die Angelegenheit nicht kommentieren. se

Stefan Harcke, Geschäftsführer der für die Stadtbahnanlagen zuständige infra, kündigte an, dass im Sommer überwiegend während der großen Ferien Schienen im Bereich Herschelstraße erneuert werden. Da es sich um eine vorgeschriebene Sanierung der bestehenden Anlagen handele, sei für diesen Abschnitt keine Planfeststellung erforderlich. „Wir arbeiten nur am Gleiskörper; der Straßenraum bleibt unverändert“, sagt Harcke. Mitte 2015 beginnt der weitere Streckenausbau mit Leitungsarbeiten vor der Ernst-August-Galerie.

Abhängig ist die Region von Zuschüssen des Landes und von der Zustimmung der Genehmigungsbehörden. Die bisher vorgelegten Unterlagen stießen im Ausschuss auf Zustimmung von SPD und Grünen, die CDU lehnte sie ab. Stefan Winter (Grüne) lobte eine „solide Planung, die Ansprüche des Nahverkehrs und Wünsche an das Stadtbild vereint“. Eberhard Wicke (CDU) bezeichnete die gesamte Planung als Murks.

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