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Sind Senioren schuld am Klimawandel?

Klimaschutz Sind Senioren schuld am Klimawandel?

Die Region legt einen Zwischenbericht zum Klima vor. Danach gefährden Senioren die Klimaschutzziele – weil sie gern Auto fahren. Zu diesen Erkenntnissen ist das Gutachterbüro GGR aus Hamburg jetzt gekommen.

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Ältere Menschen fahren häufiger und länger Auto als früher.

Quelle: dpa

Hannover. Glaubt man den Statistikern, dann befördern die Senioren in der Region den Klimawandel. Da im Umland viele ältere Menschen häufiger und länger Auto fahren als früher, sind die selbstgesteckten Klimaschutzziele der Region im Bereich Verkehr gefährdet. Auf diesen Nenner lassen sich Erkenntnisse des Gutachterbüros GGR aus Hamburg verkürzen, das von der Regionsverwaltung mit einer Bestandsaufnahme beauftragt worden war. „In der Stadt Hannover gibt es eine positive Entwicklung in der Bevölkerung hin zu einem klimafreundlichen Verhalten. Die Zahlen im Umland stagnieren jedoch“, konstatiert GGR.

Vor fünf Jahren hatte die Region beschlossen, in ihrem Gebiet den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 zu senken. Einen gewichtigen Beitrag hierzu soll der Verkehrssektor leisten. Anstrengungen dazu gibt es viele. Größere Neubaugebiete zum Beispiel dürfen nur noch in Orten angelegt werden, die an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind. Derzeit arbeiten die Planer an einem Netz für den sogenannten Alltagsradverkehr, um Pendlern den Umstieg vom Auto schmackhafter zu machen. Im Nahverkehr schaffen Unternehmen wie die Üstra umweltfreundliche Hybridbusse an, außerdem verkehren mehr S-Bahnen. Für weitere Züge fehlt es derzeit aber an Gleiskapazitäten vor allem im Bereich des Hauptbahnhofs. Und schließlich sollen die Menschen in Zukunft, wenn schon ein Auto, dann eines mit Elektroantrieb nutzen.

Folgen haben all die Bemühungen nur zum Teil: In Hannover steigt der Anteil des Radverkehrs, im Umland stagniert er auf niedrigerem Niveau. Werden in der Stadt nur 26 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt, sind es im früheren Landkreis 43 Prozent. „Die heutige Generation der Senioren verfügt häufiger über einen Führerschein. Ältere Frauen fahren mittlerweile fast genauso oft mit dem Auto wie Männer“, heißt es im Bericht. Außerdem legen die heutigen Autofahrer längere Strecken zurück - kein Wunder, wenn sie Einkaufsmarkt, Bank und Arzt nicht mehr im eigenen Ort finden. In der Summe produzieren sie so mehr Abgase, obwohl die Autos umweltfreundlicher werden.

Ein anderer Aspekt findet bei GGR keine ausdrückliche Erwähnung, lässt sich aber aus einer Grafik ablesen. In der gesamten Region gehen die Menschen weniger zu Fuß als noch vor einem Jahrzehnt. Handlungsbedarf an dieser Stelle hat allerdings noch niemand reklamiert.

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