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Aus der Stadt Region Hannover öffnet ihre Türen
Hannover Aus der Stadt Region Hannover öffnet ihre Türen
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00:15 22.07.2015
Von Uwe Janssen
Behörde auf offenem Kurs: Am Sonntag hat sich die Region mit Ballons, Broschüren und Bühnenzauber präsentiert. Quelle: Heusel
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Hannover

Groß ist es. Ziemlich groß. „Hab ich mir nicht ausgesucht“, sagt Hauke Jagau fast entschuldigend. Sein Büro. Er darf das. Er ist der Chef. Am Tag der offenen Tür dürfen alle mal gucken, wo der Regionspräsident arbeitet. Der Schreibtisch steht schräg in der Mitte, der Besprechungstisch vorn ist rund, Kunst hier, Kunst da, ein Foto mit einem Känguru, das sich unverschämt lässig auf den Boden flegelt. Hinten, Jagau ist ziemlich stolz drauf, hat er leicht erhöht eine Sitzecke eingerichtet, mit Möbeln von der Expo. Damals im Haus der Regionen – passt ja auch irgendwie. Sowieso passt vieles an diesem Sonntag, weil sich das am Morgen zunächst unkooperative Wetter doch noch beruhigt hat. Wenn nur dieses dauernde Schreien nicht wäre.

Wer Jagau und dessen Arbeitsplatz besichtigt und wieder aus dem Gebäude an der Hildesheimer Straße rausgefunden hat, kann im Innenhof bestaunen, wie eine Behörde sich publikumsnah gibt. Wie zum Beispiel macht sich die Abteilung Gewässerschutz interessant? Sie stellt zwei Chemiker hin, die mit Trockeneis und buntem Wasser ordentlich Dampf machen, die Hexenküche der Region Hannover. Effekt: Menschen bleiben neugierig stehen. Genau so soll es sein. Wenn nur dieses Schreien nicht wäre. Es scheint hier niemanden zu beunruhigen. Die Chemiker lachen sogar drüber.

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Behörde auf offenem Kurs: Die Region Hannover hat sich mit Ballons, Broschüren und Bühnenzauber präsentier.

Viel gelacht und gestaunt wird auch vor den Bühnen wie der des Figurentheaterhauses oder der Hauptbühne im Innenhof, wo auch Regionsmitarbeiter mit ihren Bands zugange sind. Selbst Jagau greift anfangs zur Gitarre und zupft „‘n flotten Darm“, wie man zu seiner Zeit sagte. „Die Gedanken sind frei“, heißt es da. Es singt der Regionschor. Was es in Behörden nicht alles gibt. Das Schreien allerdings können auch die Sänger nicht übertönen. Immer wieder, wie am Spieß. Männer, Frauen und Kinder. Es sind Rettungskräfte vor Ort. Aber die interessiert das Gebrülle gar nicht.

Auch die Krankenhäuser der Region sind da. Wer will, kann einem Plastikpatienten mit einem Videoskop in die Lunge leuchten oder aus einem Modelldarm mit einem endoskopischen Werkzeug Süßigkeiten herausfischen. Geschmackssache, könnte man sagen. Genau wie bei den Lebensmittelexperten nebenan, die zeigen, was Formfleischvorderschinken ist und was wirklich auf der Pizza liegt. Das Schreien ist jetzt ganz nah.

Und es ist freiwillig. Es gibt sogar eine Urkunde dafür. Denn bei Rena Sohl vom Team Anlagenüberwachung kann man mal so richtig die Sau rauslassen und wird dabei akustisch gemessen. Der Rekordhalter am frühen Nachmittag hat 136,5 Dezibel zusammengeschrien – das ist die Preisklasse Flugzeuglärm, nur kürzer.

Fazit: Die Region Hannover – eine offene Behörde, bei der man auch mal so richtig rumbrüllen kann. Das ist doch mal was.

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