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Tierpark

Region Hannover übernimmt Schulden des Zoos


Die Region Hannover greift dem Zoo mit einer nahezu kompletten Schuldenübernahme unter die Arme. Verbindlichkeiten in Höhe von 25 Millionen Euro überträgt die Region in ihren Haushalt.
Region Hannover übernimmt die Schulden vom Zoo.

Region Hannover übernimmt die Schulden vom Zoo. 25 Millionen Euro werden in den Haushalt integriert.

© Insa Catherine Hagemann (Archivbild)

Der Zoo muss dafür ab 2012 auf die jährlichen Zuschüsse von drei Millionen Euro verzichten, ist aber dann bis auf einen Restbetrag von rund vier Millionen Euro schuldenfrei.

Anlass für die schon länger diskutierte Transaktion ist zum einen die entspannte Haushaltslage der Region – das Defizit sinkt in diesem Jahr von erwarteten 95 Millionen Euro auf 47 Millionen Euro. Zum anderen spielen die günstigen Kreditkonditionen eine Rolle, die die Region bekommt. Denn auch die Zoo-Schulden kann die Region nicht aus eigener Kraft tilgen, sie muss einen Kredit aufnehmen. Die Änderungen an der Finanzlage der Region erfordern einen Nachtragshaushalt, der der Regionsversammlung demnächst vorgelegt wird. Derzeit lastet auf dem Tierpark ein Schuldenberg von 28,7 Millionen Euro. Bisher bezahlt der Zoo allein für Zins und Tilgung jährlich mehr als drei Millionen Euro.

Mit der Übernahme der Schulden verlagert sich dieser sogenannte Kapitaldienst auf die Region Hannover. Die will laut Sprecherin Christina Kreutz dieselben drei Millionen Euro im Jahr, mit denen sie bisher den Zoo bezuschusst hat, in die Tilgung stecken – bekommt aber günstigere Konditionen als der Zoo. Auf diese Weise soll der Zoo-Deal dafür sorgen, dass die Schulden schneller abbezahlt sind. In elf Jahren soll es nach Planungen der Region so weit sein.

Die Region erhofft sich von dem Schritt für den Zoo eine erhöhte Planungssicherheit und die „Stärkung der eigenwirtschaftlichen Verantwortung des Unternehmens“, wie es in einem Schriftsatz heißt. Was die Schuldenübernahme für die Zukunft des Zoos bedeutet, blieb bisher unklar. Der neue Geschäftsführer, Frank Werner, enthielt sich einer Stellungsnahme. Klar scheint zu sein, dass neue Großprojekte einstweilen passé sind. Mit der Entschuldung sollen keine finanziellen Spielräume für solcherlei Investitionen geschaffen werden, schreibt die Verwaltung. Die Region erwartet, dass der Zoo den laufenden Sanierungsbedarf und kleinere Investitionen in Zukunft komplett selbst bestreitet. „Größere Investitionen werden auch weiterhin abhängig von der Finanzierungsbereitschaft“ der Region sein, heißt es in der Drucksache.

Der Bund der Steuerzahler begrüßt den Vorschlag der Regionsverwaltung. „Aber dann sollte der Zoo künftig nach wirtschaftlichen Kriterien arbeiten“, sagt der Vorsitzende des Steuerzahlerbunds Niedersachsen-Bremen, Bernhard Zentgraf. Zwar müsse dem Tiergarten bei größeren Investitionen die Region zu Hilfe kommen, aber den laufenden Betrieb sowie Erhaltungsarbeiten müsse der Zoo künftig selbst stemmen. „Die Politiker sollten sich mit Forderungen künftig zurückhalten“, rät Zentgraf. Kostspielige Wohltaten wie vergünstigte Eintrittskarten für Bedürftige könne man sich nicht leisten.

Zustimmung findet die Absicht der Regionsverwaltung auch bei der sonst kritischen Opposition. „Wir werden dem Vorschlag zustimmen“, sagte CDU-Fraktionschef Eberhard Wicke. Allerdings werde es darauf ankommen, dass der Zoo in Zukunft „auf der Einnahmeseite nicht eingeschränkt wird“ – soll heißen, dass es zum Beispiel kein Sozialticket gibt, das die Einnahmen senkt. „Wir müssen darauf achten, dass der Zoo jetzt kein Defizit einfährt“, sagt Wicke.

Andreas Schinkel und Felix Harbart

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