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Region Hannover will unterirdische D-Linie nicht bauen

Debatte scheint beendet Region Hannover will unterirdische D-Linie nicht bauen

Der Tunnel lebt: Die Region Hannover will die unterirdische D-Linie in der Stadt nicht bauen, die Debatte scheint beendet. Aber eine Bürgerinitiative kämpft weiter.

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So stellt sich die Initiative Pro D-Tunnel den Thielenplatz künftig vor.

Quelle: Handout

Hannover. Eigentlich ist die Lage eindeutig. Im Frühjahr hat die Regionsverwaltung im Verkehrsausschuss mitgeteilt, dass es keine Tunnellösung für die sogenannte D-Linie, also die Stadtbahnen 10 und 17, geben werde. Zuvor hatte es eine jahrelange Diskussion in Stadt und Region über dieses Thema gegeben. Nach der jüngsten Entscheidung hielt sich der Widerspruch in Grenzen.

Trotzdem ist damit noch keine endgültige Entscheidung getroffen, da ist sich Jens Pielawa sicher. „Das ist bestimmt noch nicht das letzte Wort“, sagt er. Derzeit werde darüber im politischen Raum aber nicht geredet, um die Grünen nicht zu verärgern. „Das Thema wird nach der Wahl wieder hochkommen“, meint Pielawa. Bis dahin werde es totgeschwiegen.

Pielawa ist Sprecher der Initiative Pro D-Tunnel. Er hat die Bürgerinitiative vor einigen Monaten gemeinsam mit rund 20 anderen Hannoveranern gegründet. „Schneller umsteigen, besser ankommen, Chancen für die City“ sind die Schlagworte, mit denen die Initiative mit Mitgliedern aus allen Stadtteilen für ihr Ziel wirbt. Und damit unterstützen sie die Position, für die auch Üstra-Chef André Neiß immer wieder geworben hatte.

Bei den Planungen für die U-Bahn Anfang der sechziger Jahre war vorgesehen, dass die D-Linie Ahlem mit dem Kronsberg verbindet. Vorbereitungen wurden bereits getroffen. Unter der Station Hauptbahnhof warte eine „Geisterstation“ für die D-Linie seit 35 Jahren auf Anschluss und Ausbau, berichtet Pielawa. Und auch in der Station Steintor ist ein möglicher Bahnsteig für die D-Linie schon vorbereitet.

„Die Linie könnte hinter dem Goetheplatz in der Goethestraße unter die Erde geführt werden“, meint Reinhard Hennig, der gemeinsam mit Pielawa die Initiative vertritt. In der ersten Ausbaustufe sollte der Tunnel erst einmal bis zum Hauptbahnhof führen, meinen die beiden. Gegen eine oberirdische Lösung, egal ob mit den vorhandenen Stadtbahnwagen oder mit der Niederflurtechnik, gebe es viele Argumente, sagen Hennig und Pielawa. Als Beispiel nennen sie „die schon heute unübersichtliche Verkehrssituation“ vor der Ernst-August-Galerie. „Ein oberirdischer Betrieb durch den Posttunnel gefährdet die Fußgänger vor der Galerie“, sagt er. Die Ampelwartezeiten für Fußgänger würden wegen der vielen Bahnen so lang, dass viele Bürger die Geduld verlören und bei Rot über die Straße gingen. Den dort käme dann im Zwei-Minuten-Abstand eine Bahn um die Ecke. Hennig rechnet außerdem damit, dass der Taxiparkplatz auf der Galerieseite des Ernst-August-Platzes wegfällt. „Die Wartezeiten an der Ampel werden unzumutbar“, sagt er.

Auch für die Kurt-Schumacher-Straße hätte die Tunnelvariante aus Sicht der Initiative viele Vorteile. Sie könnte nämlich zu einem verkehrsberuhigten Bereich oder einer Fußgängerzone umgestaltet werden. Hennig nennt noch einen anderen Grund für den Tunnel. „Eine oberirdische Streckenführung schafft städtebauliche Probleme“, sagt Hennig. Denn im Hinblick auf die zukünftige Gestaltung der Innenstadt, über die gerade bei Hannover 2020 diskutiert wird, berge ein Tunnel „ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten“.

Das ganze müsse jetzt dringend angepackt werden, meinen die beiden. Die Kosten für eine Tunnellösung vom Goetheplatz bis zum Hauptbahnhof berechnen sie mit 130 Millionen Euro. Dafür gebe es aber Zuschüsse, so dass der Anteil der Region lediglich bei 32 Millionen Euro liegen würde. „Verteilt auf eine Bauzeit von fünf Jahren, wäre das ein überschaubarer Betrag“, meint Pielawa. Eine oberirdische Variante vom Goetheplatz zum Raschplatz würde die Region anteilig 20 Millionen Euro Kosten, sagt die Bürgerinitiative. „Aber das bringt keine Verbesserungen.“

Thielenplatz ohne Schienen

Ein Tunnel für die D-Linie hätte auch den Verzicht der Weiterführung der Linien 10 und 17 vom Hauptbahnhof zur Endstation Aegidientorplatz zur Folge – allerdings ohne negative Auswirkungen für die Fahrgäste, meint Jens Pielawa, Sprecher der Initiative Pro D-Tunnel. Denn der Aegi sei wegen der weiten Wege vom Hochbahnsteig in die Tunnelstation auch bei Umsteigern nicht sehr beliebt.

Die Initiative stellt sich dagegen vor, den Tunnel vom Hauptbahnhof dann weiter in die Südstadt unter der Sallstraße auszubauen. „Hochbahnsteige kann man sich dort nicht vorstellen“, meint Pielawa.

Dann könnten auch vom Thielenplatz die Straßenbahnschienen abgebaut werden. „Diese Ecke bekommt dadurch einen ganz anderen Charakter“, sagt der andere Initiativensprecher Reinhard Hennig. Auf der großzügig ausgebauten Kreuzung könnten Fußgänger mehr Raum erhalten, Bäume würden den Platz gemütlicher machen.

Aber wie es vom Hauptbahnhof in Richtung Süden weitergeht, ist derzeit auch zwischen Politik und Verwaltungen noch reichlich umstritten. Die CDU-Ratsfraktion hat gefordert, auf der Sallstraße Gleise bis zum Bismarckbahnhof zu verlegen – oberirdisch. Auf der Strecke könnten dann Niederflurbahnen verkehren, die keine Hochbahnsteige benötigen. Unterstützung findet die CDU bei den Grünen. „Auch wir wollen diese Lösung weiter diskutieren“, hatte Meike Schümer, Verkehrsexpertin der grünen Regionsfraktion, gesagt. Allerdings sieht sie durchaus Schwierigkeiten bei der dafür nötigen Umgestaltung der Sallstraße. Die CDU-Regionsfraktion hat dagegen eine andere Idee: Dort kann man sich unter anderem vorstellen, auf der Strecke Elektrobusse fahren zu lassen.

Die Regionsverwaltung hatte signalisiert, dass sie einen Ausbau der D-Linie lediglich bis zum Raschplatz favorisiert. Insbesondere die Stadt Hannover ist bislang gegen eine Weiterführung bis zum Bismarckbahnhof.

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