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Aus der Stadt Region ehrt rund 200 ehrenamtliche Betreuer
Hannover Aus der Stadt Region ehrt rund 200 ehrenamtliche Betreuer
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00:16 09.12.2017
Justizministerin Barbara Havliza, Ali Türk,  und Petra Rudszuck. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 “Ich werde noch gebraucht.“ Es ist dieser eine, knappe Satz, der die Motivation von Christiane Uzarewicz zusammenfasst. Für vier Menschen hat sie eine sogenannte rechtliche Betreuung übernommen. Es sind allesamt alte Menschen, 75 Jahre und älter. Eine sei noch recht fit, erzählt die 61-Jährige. Aber es seien auch schwer pflegebedürftige darunter. Warum kümmert sie sich ehrenamtlich um sie? Uzarewicz hat mehr als 20 Jahre in einer Seniorenresidenz gearbeitet und wollte diese Arbeit nach dem Eintritt in den Ruhestand nicht ganz missen.  

Tag des Ehrenamtes im Haus der Regionen. Quelle: Samantha Franson

Uzarewicz ist eine von rund 200 ehrenamtlichen rechtlichen Betreuern aus der Region, die am Mittwoch im Großen Saal des Regionshauses vom Arbeitskreis der Betreuungsvereine und vom TeamBetreuungsangelegenheiten der Region geehrt wurden. „Die Anzahl der Betreuung wird allein wegen des demografischen Wandels noch steigen“, prophezeite die stellvertretende Regionspräsidentin Barbara Rudszuck in einem Grußwort und machte damit die Bedeutung des Engagements der Ehrenamtlichen für die Zukunft deutlich. Insgesamt rund 14.000 Betreuungsfälle zählt die Stadt Hannover nach Angaben von Ali Türk, Sprecher der Betreuungsvereine der Region Hannover, derzeit. Rund 20.000 sind es in der Region insgesamt. Früher seien vor allem alte und kranke Menschen auf Unterstützung angewiesen gewesen -  auch was rechtliche Fragen angehe, sagt Türk. Heute kämen immer mehr jüngere dazu, die Behördengänge, Schriftverkehr mit den Krankenkassen oder dem Jobcenter, nicht mehr allein regeln können und Hilfe brauchen.

Das Durchschnittsalter der betreuten Menschen liege mittlerweile zwischen 50 und 55 Jahren, sagte Türk. Besonders häufig seien Menschen betroffen, die mit einer schweren psychischen Erkrankung und einer Sucht zu kämpfen hätten. In 75 Prozent der Fälle seien es heute immer noch Familienangehörige, die einsprängen, wenn Eltern, Großeltern oder auch Geschwister plötzlich in rechtlichen Fragen auf Hilfe angewiesen seien, betonte die neue Justizministerin Barbara Havliza am Mittwoch. Sie sei selbst viele Jahre Betreuungsrichterin gewesen und habe oft erlebt, dass es lebensbestimmend, wenn Menschen eine solche Aufgabe übernehmen. „Dass die Ehrenamtlichen ihre Zeit opfern, weil sie etwas geben wollen, verdient großen Respekt.“ 

Von Jutta Rinas

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