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Aus der Stadt Region erhöht Baukostenzuschuss für Kitaplätze
Hannover Aus der Stadt Region erhöht Baukostenzuschuss für Kitaplätze
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00:18 16.09.2018
Kindergartenplätze in der Region Hannover sind Mangelware. Die Region verbessert die Baukostenförderung, um Abhilfe zu schaffen. Quelle: dpa
Hannover

Die Regionsverwaltung will die Baukostenzuschüsse für neue Kitaplätze für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren um fast 100 Prozent erhöhen. Statt wie bisher mit rund 2800 Euro pro Platz können Träger aller 21 Städte und Gemeinden künftig mit 5300 Euro pro Platz rechnen. Das sieht eine Neufassung der Richtlinien über die Förderung von Kindertagesstätten vor, die gestern einstimmig den Jugendhilfeausschuss der Region passierte. Der Grund für die Neufassung: In Stadt und Umland werden zurzeit die Plätze für Kinder im Kindergartenalter knapp. Prognosen der Stadtverwaltung zufolge wird die Betreuungsquote in Hannover in dieser Altersklasse schon Ende 2018 zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder unter 100 Prozent sinken. Auch die Regionsverwaltung schlug unlängst Alarm, weil im Umland in den kommenden zwei Jahren 1500 Kinder mehr als bislang erwartet betreut werden müssen.

„Mit der neuen Baukostenförderung wollen wir noch stärkere Anreize schaffen, um den Kita-Ausbau voranzutreiben“, sagte die Sozialdezernentin der Region, Andrea Hanke. Vom Land gibt es – anders als bei Krippenplätzen – derzeit keinerlei Förderung für den Ausbau von Kindergartenplätzen. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers soll das auch so bleiben. Aufgrund der Entwicklung der Geburtenzahlen müssten vordergründig weitere Krippenplätze geschaffen werden, um das zwischen der Landesregierung und der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände 2008 vereinbarte Ziel einer landesdurchschnittlichen Versorgungsquote von 35 Prozent bei Krippenplätzen zu erreichen, hieß es. Die Betreuungsquote von unter drei Jährigen habe zum Stichtag 1. März 2017 bei 29,8 Prozent gelegen.

Die neue Förderrichtlinie sei „dringend nötig, um den Bedarf zu decken“, sagte der jugendpolitische Sprecher der Regions-SPD Dirk Härdrich. Die jugendpolitische Sprecherin der CDU, Nesrin Odabasi, hob hervor, dass die Regionsverwaltung auch eine neue sogenannte „Kappungsgrenze“ für neue Kindergartenplätze einführt. Konkret bedeutet das, dass kommunale Träger, Wohlfahrtsverbände und Elterninitiativen künftig deutlich weniger Eigenanteil mitbringen müssen, um überhaupt gefördert zu werden. Bislang mussten sie 70 Prozent der Baukosten selbst akquirieren. Jetzt müssen es nur noch 5 Prozent sein. Gerade dieser Punkt komme Elterninitiativen entgegen, sagte Dietmar Fehlhaber von der hannoverschen Kinderladeninitiative. Sie brächten traditionell wenig Eigenkapital, dafür aber umso mehr Manpower mit, wenn sie durch Umbauten oder Neugründungen neue Kindergartenplätze schaffen wollten. Die Region veranschlagt rund 4,3 Millionen Euro Baukostenförderung für das Jahr 2018. Die neue Regelung, die die Regionsversammlung Ende September noch beschließen muss, gilt rückwirkend zum 1. Januar 2018.

Von Jutta Rinas

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