Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Region kauft Wolfsanhänger für 10.000 Euro
Hannover Aus der Stadt Region kauft Wolfsanhänger für 10.000 Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 07.04.2016
Von Bernd Haase
Ein Wolf im Deister? Nach einer angeblichen Sichtung gibt es keine neuen Hinweise darauf. Quelle: Ingo Wagner
Anzeige
Hannover

Der beabsichtigte Kauf geht auf eine Initiative von Politikern von SPD, CDU und Grünen zurück. „Für den Umgang mit verletzten Wölfen gilt ein kompliziertes Regelwerk“, erläutert Regionssprecher Klaus Abelmann. Hat ein Autofahrer einen Unfall mit einem der Grautiere, und bleibt dieses verletzt an Ort und Stelle, muss er der nächsten Polizeidienststelle Meldung erstatten. Diese wiederum hat den Amtstierarzt zu informieren, und nur der Veterinär darf anhand der Verletzungen des Tieres entscheiden, ob ein Fangschuss angebracht ist oder ob ein Transport zu einem Tierarzt zwecks Behandlung noch sinnvoll ist.

Warum man auch für einen Wolf einen Spezialanhänger braucht, erschließt sich nicht und geht aus einer Beschlussvorlage für den Umweltausschuss der Regionsversammlung auch nicht hervor. Anders sieht es aus, wenn es um einen verletzten Wolf geht. „Es muss ein sicherer und fachgerechter Transport für Mensch und Tier gewährleistet sein“, heißt es in der Vorlage. Der Anhänger verfügt über spezielle Wände; sein Innenraum ist in mehrere Boxen unterteilbar. Zur Ausrüstung zählen Stabschlingen, Fangnetze und wolfsbissfeste Schutzhandschuhe.

Der Anhänger soll deshalb im nördlichen Regionsgebiet stehen, weil dieses an die Wolfsgebiete im Heidekreis und in den Kreisen Nienburg und Celle anschließt. Er könnte dort gegen Kostenerstattung bei Bedarf zum Einsatz kommen. In der Region Hannover leben Wölfe im Raum Burgwedel-Fuhrberg, auch in der Wedemark wurden schon Tiere nachgewiesen. Im April vergangenen Jahres war ein Wolf bei Großburgwedel auf der Autobahn von einem Sattelzug überfahren worden. Die Unfallaufnahme verlief vorschriftsmäßig im Beisein der Wolfsbeauftragten des Landes, Britta Habbe.

Keine neuen Hinweise auf Westwolf: Ob sich mittlerweile auch ein Wolf in der Deisterregion herumtreibt, ist weiter zweifelhaft. In der Karwoche hatten drei Anwohner aus den Barsinghäuser Ortsteilen Landringhausen und Wichtringhausen gemeldet, sie hätten ein wolfsähnliches Tier gesichtet. „Bisher sind aber keine Spuren wie beispielsweise Wolfskot gefunden worden“, sagt Habbe. Wäre am Deister tatsächlich ein Wolf unterwegs, wäre er der erste im Gebiet südwestlich von Hannover.

Die Holländer und der Wanderwolf

Der Streit, der sich im Nachhinein um den Kadaver des Tieres entzündet hatte, ist zu Ende. Die Burgdorfer Jägerschaft, die ihn ausstopfen und zu Schulungszwecken nutzen wollte, zieht den Kürzeren. Das Tier, bekannt geworden unter dem Spitznamen Wanderwolf, bleibt im Museum Naturalis im holländischen Leiden. Der Wolf war auf seinen ausgedehnten Streifzügen bis ins Nachbarland vorgedrungen und dort als erster seiner Art nach langer Zeit vorstellig geworden. „Die Holländer haben glaubhaftes kulturhistorisches Interesse geltend gemacht“, sagt Regionssprecher Abelmann.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Nachrichten aus Hannover und Niedersachsen auf einen Blick: Mit „HAZ live“ lesen Sie ab 6 Uhr alles Wichtige im Newsticker. Heute: Hanover 96 stellt den neuen Cheftrainer vor, am Flughafen kommen syrische Flüchtlinge an und Hannovers Sprinterbusse fahren wegen Bauarbeiten Umwege.

04.04.2016
Aus der Stadt Nach den jüngsten Anschlägen - Zaun soll jüdischen Friedhof schützen

Die Jüdische Gemeinde will den geschichtsträchtigen Jüdischen Friedhof an der Strangriede in der Nordstadt besser gegen Anschläge schützen. Grund dafür sind Übergriffe, die sich zwischen November und Januar gehäuft hatten.

Bärbel Hilbig 06.04.2016
Aus der Stadt Verkaufsoffener Sonntag und Scillablütenfest - Linden feiert sein "Blaues Wunder"

Ein verkaufsoffener Sonntag mit Stadtfestcharakter, das war das "Blaue Wunder" in Linden. Zusammen mit dem gleichzeitig stattfindenden Scilla-Blütenfest auf dem Lindener Berg lockten über 80 geöffnete Geschäfte, Bühnen und Aktionen so viele Besucher auf die Flaniermeilen im Stadtteil, dass es eng wurde auf den Bürgersteigen. 

Juliane Kaune 06.04.2016
Anzeige