Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Region muss Klinikum vor Pleite retten
Hannover Aus der Stadt Region muss Klinikum vor Pleite retten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 08.04.2013
Was wird aus dem Klinikum? In Linden wird gerade das Siloah-Krankenhaus neu gebaut. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Wie aus dem Aufsichtsrat gestern nach einer zweitägigen Klausurtagung zu erfahren war, muss die Region dafür bereits in diesem Jahr einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe aufbringen. Anderenfalls drohe dem Unternehmen mit seinen 8500 Mitarbeitern zum Jahresende die Zahlungsunfähigkeit, hieß es gestern im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung, die im Kloster Wöltingerrode in der Nähe von Goslar stattfand. Mitglieder des Aufsichtsgremiums bezeichneten die Lage des Klinikums, zu dem zwölf Krankenhäuser in Stadt und Region gehören, als „dramatisch“. Regionspräsident Hauke Jagau sagte auf Anfrage der HAZ, er kenne die jüngsten Zahlen nicht und könne sich daher nicht dazu äußern.

Die Geschäftsführung des Klinikums soll jetzt einen Plan ausarbeiten, wie und wo im Klinikum gespart werden könnte. Unter anderem sollen sämtliche Kliniken, Fachabteilungen und Institute auf Mängel in den Abläufen oder sonstige Kostentreiber durchleuchtet werden. Geplant ist auch, die Führungs- und Organisationsstrukturen zu straffen. Alles müsse überprüft werden, hieß es gestern. Die Schließung einzelner Krankenhäuser stehe aber nicht zur Debatte.

Ins Blickfeld gerät dabei offenbar erneut der Etat für das Pflegepersonal. Im Vergleich zu anderen Kliniken in Hannover wie dem Henriettenstift oder dem Friederikenstift sei man bei den Personalkosten nicht konkurrenzfähig, hieß es gestern. Allerdings ist dieses Thema in der Diskussion im Aufsichtsrat bisher nicht angesprochen worden. Schon in der Vergangenheit hatten die Beschäftigten des Klinikums durch Verzicht auf Gehaltsbestandteile zur Stabilisierung der Lage des Unternehmens beigetragen.

Über die Zukunft der Geschäftsführung wurden auf der zweitägigen Sitzung keine Beschlüsse gefasst. Ende vergangenen Jahres hatten Teile des Kontrollgremiums versucht, die erst im Jahr 2015 auslaufenden Verträge der Geschäftsführer vorzeitig zu verlängern. Die Lage sei so ernst, darüber könne jetzt niemand ernsthaft reden, hieß es dazu gestern von mehreren Mitgliedern des Aufsichtsrats.

Dass das Klinikum auf wirtschaftlich schwierige Zeiten zusteuert, war bereits in einem Anfang März bekannt gewordenen Gutachten von unabhängigen Wirtschaftsprüfern festgestellt worden. Für den laufenden Krankenhausbetrieb hatten die Gutachter für das Jahr 2013 ein Minus von rund 16 Millionen Euro vorhergesagt, für 2016 sogar ein Rekorddefizit von 27 Millionen Euro.

Der Aufsichtsrat hatte am Donnerstag und Freitag erstmals unter Leitung seiner neuen Vorsitzenden, der Regionsfinanzdezernentin Andrea Fischer (Grüne), getagt. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region, hatte seinen Posten Anfang März überraschend niedergelegt. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung des Klinikums: Sie habe die tatsächliche Lage des Unternehmens viel zu lange schöngeredet.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Regionspräsident, Bürgermeister und Polizei kämpfen beim Fest in der Langen Laube für Verkehrssicherheit.

07.04.2013

Die Region Hannover muss ihre Abfallentsorgung neu regeln, und sie stellt das nicht gerade geschickt an. Die Auseinandersetzungen, die es darum gibt, werden allerdings zum einen oft unsachlich geführt und sind zum anderen vor allem politisch motiviert,meint Felix Harbart.

05.04.2013

Ein nur etwa zehn Monate alter Labrador sucht ein neues Zuhause. Sein Besitzer hatte ihn in Seelze an einen Baum gebunden und einfach zurückgelassen.

05.04.2013