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Aus der Stadt Remondis räumt ein: Es läuft nicht
Hannover Aus der Stadt Remondis räumt ein: Es läuft nicht
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00:20 14.01.2016
Von Mathias Klein
„Es ist wie verhext“: Eigentlich wollte Remondis liegen gebliebene Säcke aufsammeln – aber auch das gelang nicht komplett. Quelle: Bismark
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Hannover

Michael Schneider, Unternehmenssprecher von Remondis sagte am Montag, die Abfuhr laufe „suboptimal“. Das Unternehmen habe die Abfuhr der Wertstoffsäcke im Umland unterschätzt. Deshalb wolle Remondis Fahrzeuge und Personal von anderen Unternehmensstandorten in die Region Hannover abziehen. „Wir wollen schnellstmöglich im Umland in die normale Routine kommen“, sagte Schneider. Wie viele Fahrzeuge und wie viele Müllwerker aushelfen sollen, ist derzeit noch unklar.

Er habe Verständnis, dass sich die Bürger beschwerten. Aber die Lage sei „wie verhext“: Eigentlich habe Remondis erwartet, am Sonnabend die bisher liegen gebliebenen Säcke abfahren zu können. Nach Angaben von Schneider ist das aber nur zu 85 Prozent gelungen, der Rest sei erneut liegen geblieben – so zum Beispiel in Wunstorf, in Garbsener Ortsteilen und in Sehnde, wie HAZ-Leser berichten. Beispielsweise berichtet Klaus Mala aus Garbsen-Havelse, dass sich jetzt Tiere an den Säcken zu schaffen machten und ihren Inhalt auf dem Gehweg verstreuen. In einigen Straßen liegt der Müll auch auf der Fahrbahn.

„Das ist fragwürdig gelaufen“

Unterdessen hat sich auch die Politik in die Debatte eingeschaltet. Der Abfallexperte der SPD-Regionsfraktion, Wolfgang Toboldt, spricht von einer „Schlechtleistung“, die Remondis abliefere. „Das habe ich von dem Unternehmen nicht erwartet, sagt er. Er rechnet damit, dass Remondis noch einige Zeit braucht, um zu einem Normalbetrieb zu kommen. Toboldt wirft dem Unternehmen vor, sich vertragswidrig zu verhalten, weil es die Säcke nicht wie vorgesehen abhole. Er rechnet mit weiteren Verzögerungen, weil beispielsweise in seiner Heimatstadt Sehnde am Dienstag die gelben Säcke von zwei Wochen abgeholt werden müssen.

Der Abfallexperte der CDU-Fraktion, Manfred Wenzel, fordert die Bürger zu Geduld auf. „Jetzt besteht die Gefahr, dass die Bürger die Wertstoffe in den Restmüll werfen“, sagt er. Nach seiner Ansicht sollte der kommunale Abfallwirtschaftsbetrieb Aha die Sammlung wieder übernehmen, falls Remondis damit nicht klarkomme.

Die Grünen-Abfallexpertin Elke Thielmann-Dittert erinnerte am Montag an das Vergabeverfahren, durch das Remondis den Auftrag für die gelben Säcke erhalten hat. „Das ist fragwürdig gelaufen“, sagte sie. Auch der Wennigser Bürgermeister Christoph Meineke geht Remondis hart an: „Da zeigt es sich, dass es nicht reicht, das günstigste Angebot in einer öffentlichen Ausschreibung abzugeben. Man muss dann auch die Leistung liefern“, sagt er. Meinecke geht davon aus, dass es sich um Anlaufschwierigkeiten handele.

Unternehmen kämpft um guten Ruf

Zurückhaltender äußerte sich der für die Abfallentsorgung zuständige Regionsumweltdezernent Axel Priebs. Es sei bedauerlich, dass die Abholung der gelben Säcke nicht Teil der kommunalen Abfallwirtschaft sei, meinte er. Gern hätte der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha den Bürgern seinen „bekannt guten Service auch bei den gelben Säcken weiterhin“ angeboten. Aber Aha hat den Auftrag gegen Remondis verloren. 

Beim Dualen System Deutschland (DSD), das Remondis mit der Abholung der gelben Säcke im Umland beauftragt hat, seien die Schwierigkeiten im Umland der Region Hannover bekannt, sagte Sprecher Norbert Nöll. „Im Moment gibt es keine Hinweise, dass die Arbeit von Remondis nicht vertragskonform ist“, betonte er. Das DSD beobachte die Situation allerdings weiterhin. Wenn das Unternehmen feststelle, dass die Abholung nicht vertragsgemäß stattfinde, gebe es Sanktionsmöglichkeiten, erläuterte Nöll. Remondis habe einen guten Ruf zu verlieren und habe deshalb auch ein Eigeninteresse, die Abholung in den Griff zu bekommen.

Aha verliert die Aufträge

Zum 1. Januar hatte der kommunale Abfallwirtschaftsbetrieb Aha hat den Auftrag für die Entsorgung der gelben Säcke im Umland unter merkwürdigen Umständen verloren. Obwohl Aha in dem Ausschreibungsverfahren das günstigste Angebot abgegeben hatte, war diese Ausschreibung aufgehoben und durch eine neue Ausschreibung ersetzt worden. In dieser hatte Remondis dann offenbar das Aha-Angebot unterboten. Bei Aha wird vermutet, dass Remondis das Angebot des Konkurrenten kannte und deshalb einen niedrigeren Preis geboten hat. Aha hatte bereits vor drei Jahren den Auftrag für das Umland zunächst an den privaten Konkurrenten Alba verloren. Das Berliner Unternehmen verzichtete dann jedoch, daraufhin konnte Aha die gelben Säcke weitere drei Jahre lang einsammeln. Insider vermuten, dass Aha jetzt auch den Auftrag für die Abfuhr der gelben Säcke in der Landeshauptstadt verliert. Der Vertrag für das Stadtgebiet von Hannover gilt noch bis zum 31. Dezember 2016.

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