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Aus der Stadt Renitenter Rentner sammelt 90 Anzeigen
Hannover Aus der Stadt Renitenter Rentner sammelt 90 Anzeigen
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00:17 29.07.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Ein notorischer Falschparker aus dem Heideviertel hat über Monate einen einsamen Kampf mit zwei Parkrangern geführt. 90 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstatteten die städtischen Bediensteten gegen den 73-Jährigen - doch dieser wollte partout nicht einsehen, dass er seinen Mercedes nicht auf dem Randstreifen eines Gehwegs parken darf.

Auch weigerte er sich, fünf Bußgeldbescheide à 25 Euro zu bezahlen. Doch am Amtsgericht wurde der renitente Rentner jetzt wieder auf die Spur gebracht: Richter Melle Klinkenborg verurteilte ihn wegen eines Verstoßes gegen die städtische „Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung“ (SOG-VO) zur Zahlung von ebendiesen fünfmal 25 Euro.

Fünf Knöllchen handelte sich der Rentner ein, weil er am Rande eines Gehweges im Heideviertel parkte. Quelle: Schaarschmidt

Der Gehweg hinter dem Wohnhaus des Rentners ist mit einem Metallpoller abgesperrt, mit ein wenig Geschick kann man diesen jedoch umkurven. Das tat der 73-Jährige seit Herbst vergangenen Jahres offenbar mit großer Regelmäßigkeit. Vor Gericht erklärte er, er könne nur noch schlecht laufen, und der Fußmarsch zu den Parkbuchten am Heidering sei für ihn allzu beschwerlich; einen Schwerbehindertenausweis besitze er allerdings nicht.

Zudem hätten ihm die Parkranger angekreidet, dass er seinen Mercedes in einer Grünanlage parke - dabei handele es sich doch um geschotterten Grund, auf dem kein Grashalm wachse.

In den Plänen der Stadt, erklärte ein Parkranger, sei das Areal am Fußweg durchaus als Grünfläche ausgewiesen. Doch in Gesprächen habe sich der Fahrzeughalter unbelehrbar gezeigt und sogar behauptet, die geschotterte Abstellfläche sei extra für ihn eingerichtet worden. Selbst die Ehefrau des Rentners, so der Ordnungshüter, sei mit ihrem Mann ob dieses Themas überkreuz gewesen, habe ihn aber offenbar nicht bremsen können.

Parkranger kontrollieren genau

Und so legten die Parkranger zunehmenden Eifer an den Tag, um dem Recht zur Geltung zu verhelfen. Häufig tauchten sie in den frühen Morgenstunden auf, um ein Zettelchen unter den Scheibenwischer des Mercedes zu klemmen; gerne auch fotografierten sie die Ventilstellung der Räder, um belegen zu können, dass der Wagen im Laufe eines Tages bewegt worden war.

Letztendlich, urteilte Melle Klinkenborg, sei es völlig egal, ob der Randstreifen des Fußwegs nun eine ausgewiesene Grünfläche sei oder nicht. Der Rentner habe auf jeden Fall gegen den Paragrafen 11 der SOG-VO verstoßen, wo es heißt: „In öffentlichen Anlagen ist es verboten, außerhalb der dafür vorgesehenen Straßen, Wege und Plätze Fahrzeuge zu benutzen oder abzustellen.“

Im Wiederholungsfall müsse der 73-Jährige nun mit noch höheren Bußgeldzahlungen rechnen. Und das Argument, dass der Weg zu den Parkbuchten im Heideviertel allzu lang sei, ziehe überhaupt nicht. „Sollen die Anwohner aus der Südstadt“, so die rhetorisch gemeinte Frage des Richters, „ihre Autos dann künftig auf dem Stephansplatz abstellen dürfen?“

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