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Aus der Stadt Renommierter Designpreis für Vase aus Papier
Hannover Aus der Stadt Renommierter Designpreis für Vase aus Papier
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00:15 11.01.2016
Von Jutta Rinas
Berit Lüdecke (v. l.), Kerstin Reilemann und Heiko Büttner haben Erfolg mit ihren Produkten wie „Wolkenbrett“ und dem ausgezeichneten „Vasenobjekt aus Karton“. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Eine Vase aus Papier? Aus Karton, genauer gesagt? Geht das überhaupt? Und zwar, ohne dass ständig Wasser durch den Karton auf den heimischen Tisch oder das Fensterbrett tropft?

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Das hannoversche Designstudio Snug hat einen renommierten Designpreis gewonnen.

Es geht. Wie, das hat jetzt das hannoversche Designstudio „Snug“ gezeigt - auf eine so formschöne Weise, dass es dafür mit dem renommierten German Design Award 2016 ausgezeichnet wurde. Der Trick: Die Kartonvase, besser gesagt das „Vasenobjekt aus Karton“, wie die Jury es in ihrer Begründung nennt, ist eine Hülle, die man jedem Marmeladenglas, jeder Trinkflasche, überstülpen kann.

„Wir hatten uns gefragt, wie wir eine Vase entwickeln können, die ein gutes Format zum Verschicken hat und nicht auf dem Postweg kaputtgeht“, sagt Berit Lüdecke, eine der beiden Gründerinnen des Studios, das es seit 2009 in Hannover gibt. Dass die Frage überhaupt aufkam, hat mit dem Programm des Designstudios zu tun. Snug-Produkte werden weltweit hauptsächlich über das Internet, über Online-Shops, darunter so renommierte wie die von Manufactum oder Stiftung Bauhaus Dessau, und die eigene Homepage snug-online.com vertrieben. „Deshalb müssen wir uns an die Formate der Post halten“, sagt Lüdecke - und lacht. Sie hätten einmal ein Brett entwickelt, das einen Zentimeter zu groß gewesen sei. „Da kostete das Porto plötzlich statt 3,45 Euro 30 Euro. Das ging natürlich nicht.“

Und die Kartonvase? „Irgendwann kamen wir auf die Idee, einfach eine Verkleidung, eine Husse aus Papier, zu entwerfen“, sagt Lüdeckes Gründungspartnerin Kerstin Reilemann. „Damit hatten wir auch das Wasserproblem gelöst.“ Den Schnittbogen zum selbst Zusammenfalten für die Vase gibt es zudem nur in Weiß, Bronze und Grau, in den Farben also von Porzellan, Kupfer und Stein. Dass Snug farblich mit dem Material spielt, aus dem Vasen gemeinhin sind, hoben die Juroren des German Design Awards zusätzlich hervor. Der Preis gehört zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit.

Klassische, einfache, reduzierte Formen, dazu ein spielerischer Touch - das ist typisch für Snug. „Wolkenbrett“ heißt eines ihrer ersten Produkte schlicht: ein Frühstücksbrettchen aus Holz, das wie eine Wolke aussieht und mit der Form des Kreises spielt. Mit einem Abc-Poster, dessen Buchstaben wie aus Bauklötzen zusammengesetzt wirken, hat das Unternehmen aus der Voßstrasse vor allem in Japan Erfolg. Seit Neuestem arbeiten die Designerinnen mit der französischen Traditionsfirma Collégien zusammen. Zauberhafte Babyschühchen im Dreiecksmuster haben sie dafür entwickelt.

Dass sie Kunden aus aller Welt belieferten, habe manchmal witzige Konsequenzen, erzählt Heiko Büttner, neben den Freundinnnen dritter Geschäftsführer von Snug. So habe ein Händler von einer Karibikinsel einmal den Snug-Adventskranz in sein Sortiment aufgenommen, „einfach weil er ihn so schön fand“. Die Kerzen habe er gleich mitbestellt: „Kerzen gibt es auf der Insel nicht.“

Kennengelernt hatten sich Berit Lüdecke und Kerstin Reilemann über eine gemeinsame Freundin. Die Architektin Lüdecke, die „immer schon alles lieber ein bisschen kleiner als in Hausgröße entwerfen wollte“, und die Innenarchitektin Reilemann, die „in ihrer Elternzeit mit dem Sohn zu Hause schon die damals aufkommende Handmade-Bewegung ausgelotet hatte“, merkten schnell, dass sie auf einer Wellenlänge lagen. Sie gründeten Snug (englisch: gemütlich, wohnlich) und vertrieben ihre selbst gemachten Produkte zunächst hauptsächlich über Portale wie DaWanda. „Wir haben blauäugig, aber mit viel Enthusiasmus die große Plattform Internet genutzt und geguckt, was passiert“, sagt Lüdecke.

Mittlerweile arbeitet Snug für die Herstellung mit Druckereien, Tischlerbetrieben und Pappkartonherstellern in ganz Deutschland zusammen. „Wir kommen gut an“, sagt Heiko Büttner schlicht: „Das Geschäft floriert.“

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