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Bürogebäude

Rentenversicherung errichtet für 60 Millionen Neubau in Laatzen

Von Conrad von Meding

Das bislang größte Bürogebäude der Region Hannover, Sitz der Deutschen Rentenversicherung (DRV, früher Landesversicherungsanstalt LVA) an der B 3 in Laatzen, soll durch einen 180 Meter langen, siebengeschossigen Büroriegel ersetzt werden.
Zufrieden: DRV-Chef Horst Fricke (li.) mit Architekt Kaspar Kraemer.

Zufrieden: DRV-Chef Horst Fricke (li.) mit Architekt Kaspar Kraemer.

© Nancy Heusel

Noch liegt die Genehmigung der Landesaufsicht nicht vor, aber zumindest über die Architektur ist schon einmal entschieden. Der Neubau soll den gesunkenen Mitarbeiterzahlen und gestiegenen Energieanforderungen Rechnung tragen. Ob das bisherige Gebäude abgerissen wird, hängt davon ab, ob sich ein Nachnutzer für die asbestvergiftete und hoch sanierungsbedürftige Siebziger-Jahre-Immobilie findet.

Rund 60 Millionen Euro veranschlagt die DRV für ihr neues Domizil. Der Vorstandsvorsitzende Horst Fricke betont, dass man sich mit Bedacht für ein gestalterisch zurückhaltendes Gebäude entschieden habe: „Wir arbeiten mit dem Geld unserer Versicherten und gehen sorgfältig damit um.“ Keine Architektenselbstverwirklichung, sondern zweckmäßige Bauweise, in denen Mitarbeiter sich wohlfühlen können, sei das Ziel des europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs gewesen.

220 Büros hatten sich beworben, 30 durften Entwürfe einreichen. Architekt Harald Kiefer, der den Wettbewerb betreut hat, lobte die Teilnehmerliste als „Who’s who?“ der europäischen Architekturbüros. Schlanke Bürotürme sind bei den Entwürfen ebenso vertreten wie innovative Glaswürfel und kuriose Geometrien. Die Jury aber entschied sich für den langgestreckten Riegel aus dem Kölner Planerbüro des einstigen Bundesvorsitzenden des Bunds Deutscher Architekten, Kaspar Kraemer.

Durch ein großes Glasfoyer sollen die Besucher künftig das Gebäude betreten. Die 1150 Mitarbeiter sitzen statt wie bisher in Großraumbüros künftig in kleinen Teamzimmern. Begrünte Großterrassen verteilen sich über das Gebäude – wohltuender Kontrast zum bisherigen Bau, wo sich nicht einmal Fenster öffnen lassen. Das vor zehn Jahren errichtete, dreieckige Ergänzungshaus wird an den Neubau angeschlossen, zusätzlich entsteht ein „Kasino“ mit Konferenz- und Kantinenbereichen als quadratisch-flacher Pavillon. Beide Solitärbauten werden über Glasbrücken erreichbar sein.

Einem Gutachten zufolge soll der Neubau 30 Prozent billiger sein als eine technisch schwierige Totalsanierung des Bauwerks. Ohnehin ist die Mitarbeiterzahl von einst 2500 kontinuierlich gesunken. Zudem werden derzeit die 123 Millionen Blatt im Gebäude gelagerten Papiers digitalisiert, der Archivplatz wird nicht mehr benötigt. Selbst wenn sich kein Nachfolger für eine Nutzung des gigantischen Baus finde, sei ein Abriss über den anschließenden Grundstücksverkauf kostenneutral, hofft man bei der Versicherung. Der Steuerzahlerbund zweifelt an den Zahlen und verlangt die Veröffentlichung der Gutachten – bisher ohne Erfolg. Er prangert an, dass ein noch nicht einmal 35 Jahre altes Gebäude abgerissen wird.

Nächste Woche soll der DRV-Vorstand über das weitere Vorgehen beschließen, 2010 müsste dann das Sozialministerium als Aufsicht der Investition zustimmen. Gebaut werden kann frühestens 2011.

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  • Neubau in Laatzen Einer der Mitarbeiter – 22.11.09
    Ich sehe den Neubau eigentlich sehr positiv entgegen und nicht, weil ich dort beschäftigt bin.

    Was kostet es den Versicherten, wenn eine riiiiiiiiiieeeeeesiege Klimaanlage angeschmissen wird und 10 Stunden am Tage läuft ?

    Was kostet es den Versicherten, wenn ein Gebäudekomplex saniert wird und von Giftstoffen befreit wird und danach noch ein Nutzen von ca. 10 bis 15 Jahren vorweisen kann ?

    Was kostet es den Versicherten Mitarbeiter in einem schlechten Gebäude arbeiten zu lassen, welches mit Giftstoffen bealstet ist und hinsichtlich der klimatischen Bedingungen nicht mehr auf dem neusten Stand sind und an der Gesundheit der Mitarbeiter "nagt" ?

    Es gibt noch viele solcher Fragen !

    Ich denke mir, egal, wie man es macht. Es meckern IMMER ALLE ! Saniert man und es wird sau teuer, meckern alle rum, dass ein Abriß und Neubau billger wäre. Jetzt macht man sich die Gedanken dazu und kommt zu dem Ergebnis, dass ein Neubau auf Dauer billiger wäre, weil allein die enormen Kosten ( und es sind Kosten, wo einem echt schlecht werden kann) der Klimaanlage wegfallen, so regen sich auch wieder alle auf.

    Ein grausamer Kreislauf, leibe Hannoveranerinnen und Hannoveraner...in diesem Sinne...ein verstrahlter Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig - Hannover.

    PS: Diesen Kommentar habe ich in meiner Freizeit zu Hause geschrieben, nicht das jemand noch auf den gedanken kommt, dass ich das während meiner Arbeitszeit gemacht hätte und das den Versicherten wieder Millionen gekostet hätte ;-) !
  • Braunschweig Der Zahlmeister – 17.11.09
    Mir blieb Hannover nicht erspart und es hat auch keiner gefragt ob es gesfällt. Laatzen ist ein schönes Betonstädtchen der 70er und muß ja saniert werden.
    Sieht aus wie in Berlin Marzahn es fehlt nur die Ringbahn.
    Wenn BS nicht gefällt kann ja nach Mäc Pom oder?
  • @Zahlmeister Der Mitarbeiter – 16.11.09
    Nach Braunschweig?
    Lieber würde ich sterben (-;
  • Neubau der Zahlmeister – 15.11.09
    Andere Meinungen mit Verunglimpfungen zu entgegnen ist ein schlechter Stil.
    Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft mit freier Meinungsäusserung.
    Sie leben im falschen Staat, ich empfehle Nachhilfe in Grundwissen Staatskunde.
    Die Folgen der"falschen"Wirtsachaftspolitik Zocker werden ab Januar Millionen spüren wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft. Siehe Bericht des BA Chefs Weise.
    Ob sich dann die Rentenversicherer noch eine Luxusimmobilie auf Kosten Aller leisten kann bleibt doch fraglich. Jeder zahlt über Steuern in die Kassen!! auch Beamte und Selbstständige.
    Es ist doch eher Sparen und Zusammenrücken angesagt. In der heutigen IT Landschaft kann vieles im Strukturschwachen Regionen transferiert werden.
    Braunschweig hat viele Leerstände z.B. das 1992 errichtete Telekom Gebäude am Bahnhof. Die Mitarbeiter fahren schon nach Hannover, Berlin, Bonn oder sitzen zu Hause bei vollem Gehalt.
  • @Carsten han – 14.11.09
    Zustimmung!!!
    Vermutlich spart die Versicherung mit der Investition noch Geld.
  • Spießbürger Carsten – 14.11.09
    Warum habe ich auf die typisch hannöverschen Spießbürgerkommentare nur gewartet?

    Jeder findet es schlimm, dass zuwenig für den Umweltschutz getan wird. Und jeder jammert, wenn im Baugewerbe wieder mal ein Mittelständler zugrunde geht.

    Aber sobald es sich um eine öffentlich-rechtliche Institution handelt, darf sie nicht einen Cent investieren, sondern soll gefälligst in ihrem energiefressenden, überdimensionierten 70er-Jahre-Bunker sitzenbleiben und Steuer- bzw. Beitragsgelder sparen (was sich spätestens nach zehn Jahren allein durch die Energiekosten egalisiert hat).

    Ich rege in solchen Fällen immer wieder an, doch wenigstens mal einen VHS-Crashkurs Volkswirtschaft zu besuchen, bevor man solche Stammtischparolen hier ablässt. Das ist nunmal der Wirtschaftkreislauf. Und auch Privatunternehmen stecken das 'sauer verdiente Geld des kleinen Mannes' (sprich: der Kunden, denen sie es vorher abgenommen haben) in ihre Repräsentativbauten.

  • Neubau Armes Luder – 14.11.09
    Toll!!!! Jetzt weiß ich endlich, wo meine eingezahlten Beiträge (50 Jahr!) bleiben und in Zukunft wieder nur "Kleckerbeträge" an die Rentner ausgezahlt werden.
  • Laatzen an der B3 Spottdrossel – 14.11.09
    Lieber Herr von Meding,

    ich bin neu hier in Laatzen. Bitte erklären Sie mir doch, wo hier die B3 verläuft.

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe!
  • Boris 60 Millionen? – 14.11.09
    Hier sieht man wie mit den Rentengeldern umgegangen wird. Ein Drittel der Summe würde es auch tun ein Bürogebäude im üblichen Standard zu errichten. Aber es muß ja ein Palast sein der von einem Stararchitekten geplant wird. Rentengeldverschwendung! Da ist wohl einiges an Schmiergeld geflossen. Afgahnische Lebensart also auch in Laatzen.
  • Kurzatmigkeit Jörg Allner – 14.11.09
    Die Bauherren großer Bauvorhabenen vergangener Jahrhunderte haben solide gedacht, geplant und gehandelt. Viele dieser Gebäude stehen heute noch und erfüllen die Nachwelt mit Stolz.
    Heute wird nach nur drei Jahrzehnten abgerissen. Ist das ein Fortschritt, Gebäude als kurzlebige Verbrauchsprodukte zu konzipieren?
  • Neubau der Zahlmeister – 14.11.09
    Hannover/Laatzen braucht kein Neubau.
    Mit dem Geld der Versicherten, Beitragszahler und Steuerzahler ist mit Bedacht umzugehen.
    Braunschweig hat eine Regionalverwaltung die Vollkommen ausreicht.
    Da Braunschweig mehrfach ( Bezirksregierung, Telekom usw.)nach Hannover abgeben musste wäre hier Gerechtigkeit und der gebotenen Sparsamkeit Rechnung getragen.
    Im übrigen stehen viele Bürogebäude leer.
    Hoffentlich hat die Finanzaufsicht ein einsehen und untersagt die Verschwendung.
    Heutzutage gibt es alles auf elektronischen Dateinen und keine Mircofishes mehr.
    Geld den Versicherten in Form von weniger Beiträgen oder mehr Rente.
  • Mangel an Nicotinsäure? Dieter – 13.11.09
    Nein, kein Problem: die Redaktion produziert selber Vitamin B3.

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