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Rentner soll 27-Jährige sexuell belästigt haben

Prozess am Amtsgericht Rentner soll 27-Jährige sexuell belästigt haben

Ein Rentner, 79 Jahre alt, muss sich derzeit vor dem Amtsgericht Hannover wegen einer Beleidigung auf sexueller Grundlage verantworten. Der Mann soll einer 27-jährigen Physiotherapeutin im Anschluss an eine Behandlung an Hüfte und Gesäß gefasst, sie zwischen seine Beine gezogen und ihr anzügliche Angebote gemacht haben.

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Sandra F. zeigte den Übergriff an - am Montag war Termin im Amtsgericht.

Quelle: Zgoll

Hannover. Die junge, attraktive Frau war dem Senior beim Anziehen seiner Kompressionsstrümpfe behilflich, als er handgreiflich wurde. „Und dann hat er mich gefragt, ob ich für 50 Euro mit ihm Liebe machen wolle und was er für dieses Geld bekommen würde“, sagte Sandra F. (Name von der Redaktion geändert). Die Übergriffe des Mannes hätten sie empört, sie habe sich in ihrer Ehre verletzt gefühlt.

Laut Anklage spielte sich die Tat im Januar dieses Jahres in einer psychotherapeutischen Praxis in Limmer ab. Wie Sandra F. am Rande der Verhandlung erklärte, habe H. in seiner Unterhose vor ihr gesessen, als er sich an ihr zu schaffen machte. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass der Rentner sie angefasst habe. Nach der Aufforderung, sich zu prostituieren, sei das Maß jedoch voll gewesen und sie habe Anzeige erstattet. Sie arbeite nun schon seit neun Jahren als Physiotherapeutin, erklärte die 27-Jährige, aber einen Übergriff wie von dem in Limmer lebenden Rentner habe sie noch nie erlebt. „Auch aufgrund von Gesprächen mit anderen Frauen habe ich aber das Gefühl, dass sich immer mehr Männer das Recht herausnehmen, Frauen ohne deren Einverständnis anzufassen“, sagte F.

Hat der 79-Jährige Geldbuße bereits überwiesen?

Der Senior bestreitet den Vorfall, spricht davon, dass es sich bei dem Treffen mit der jungen Frau im Januar um eine ganz normale physiotherapeutische Sitzung gehandelt habe. Die Chefin der Praxis soll geäußert haben, dass sie den Rentner als langjährigen, bislang unauffälligen Kunden kenne.

Die juristische Situation stellte sich arg verworren da. Im Frühjahr hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren zunächst gegen Zahlung einer Geldbuße von 100 Euro einstellen wollen; als die Überweisung von dem früheren Conti-Mitarbeiter ausblieb, erging ein Strafbefehl über 100 Euro. Dieses Strafmaß wiederum erachtete Amtsrichter Simon Schnelle als zu gering, woraufhin ein neuer Strafbefehl über 30 Tagessätze à 30 Euro erging. Gegen diesen legte der Rentner Einspruch ein. In der gestrigen Sitzung dann präsentierte sein Anwalt dem Gericht überraschenderweise einen Überweisungsbeleg: Der 79-Jährige habe die 100 Euro im Frühjahr sehr wohl eingezahlt.

Nunmehr wird Richter Schnelle per Kontoabfrage prüfen, ob das Geld tatsächlich überwiesen wurde und wo es möglicherweise geblieben ist. Sollte der Rentner wirklich gezahlt haben, hat er Glück - dann ist die erste Einstellung nach Paragraf 153 a (Absehen von einer Strafverfolgung unter Auflagen und Weisungen) gültig und es bleibt bei den 100 Euro Strafe. Sollte der Mann allerdings gelogen haben, würde das Verfahren nach Absprache aller Prozessbeteiligten erneut eingestellt werden - dieses Mal müsste der bislang nicht vorbestrafte Rentner allerdings eine Geldbuße von 800 Euro in Kauf nehmen.

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