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Aus der Stadt Rentnerin erstreitet von Üstra 13.000 Euro
Hannover Aus der Stadt Rentnerin erstreitet von Üstra 13.000 Euro
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00:26 24.09.2015
Von Michael Zgoll
Die Seniorin stieg an der Stelle, wo der reguläre Bahnstig endet, aus dem Wagen – und stürzte ins Schotterbett. Hier hätte die Stadtbahn aber niemals stoppen dürfen. Quelle: Marta Krajinovic
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Hannover

Eine 83-jährige Rentnerin aus der List bekommt von der Üstra insgesamt 13 000 Euro. 3000 Euro Schmerzensgeld hatte das Nahverkehrsunternehmen bereits gezahlt, weitere 7000 Euro Schmerzensgeld plus 3000 Euro für den Verzicht auf spätere finanzielle Nachforderungen bekam die Kundin am Montag im Zuge eines Vergleichs am Landgericht Hannover zugesprochen.

Bei dem Unfall in der Stadtbahnstation Lister Platz war die Rentnerin beim Aussteigen aus einem Zug der Linie 9 jenseits des regulären Bahnsteigs in einen 50 Zentimeter breiten Spalt gestürzt, war zwischen Bahn und mit Gittern abgesperrtem Perron ins Schotterbett gefallen. Dabei hatte sich die in der List wohnende Frau den linken Fuß sowie zwei Rippen gebrochen. Seither muss sie orthopädische Spezialschuhe tragen und benötigt eine Gehhilfe.

Letzter Ausstieg ragt über Ende des Bahnsteigs hinaus

Grund für den unerwarteten Fall im Juli 2013 war ein Fehler der Stadtbahnfahrerin. Diese hatte den stadtauswärts rollenden Zug zu früh gestoppt, weil sie sich einen Moment lang im Führerhaus eines Silberpfeils wähnte. Dieser ist in der Zwei-Waggon-Version fünf Meter kürzer als ein grüner Zug, und dafür gab es in der Station Lister Platz einen früheren Haltepunkt. Tatsächlich aber bewegte die damals 27-Jährige einen längeren grünen Zug durch den Untergrund - und so ragte der letzte Ausstieg über das reguläre Ende des Bahnsteigs hinaus.

Ursprünglich gefordert hatte die Rentnerin 12.000 Euro. Doch die Üstra wollte zunächst nur 3000 Euro zahlen. Begründung: Die alte Dame habe sich den Rippenbruch möglicherweise gar nicht bei dem Sturz am Lister Platz, sondern an anderer Stelle zugezogen. Immerhin hatten Ärzte aus dem Nordstadtkrankenhaus die Fraktur bei einer ersten Untersuchung nicht registriert, diese wurde erst Tage später im Friederikenstift festgestellt. Außerdem, so das Unternehmen, hätte die Kundin den Spalt sehen müssen und innehalten können.

Rentnerin klagte über große Schmerzen

So bestellte Zivilrichterin Alexandra Gaude am Montag einen Mediziner und eine Bekannte der Seniorin als Zeugen ein. Der Arzt sagte aus, dass beim Röntgen ein Rippenbruch - bei falscher Positionierung des Patienten - durchaus übersehen werden könne; die Betreuerin gab an, dass die Seniorin schon kurz nach dem Unfall über große Schmerzen im Brustkorb geklagt habe. Zuletzt wies Rechtsanwalt Michael Fürst darauf hin, dass seine Mandantin stark sehbehindert ist und den Spalt nicht wahrnehmen konnte. Er erwägt nun, das Nordstadtklinikum zu verklagen, weil man dort den Rippenbruch der Patientin übersehen hatte.

Endgültig festgezurrt ist der Vergleich noch nicht. Die Üstra hat drei Wochen Zeit, ihn zu widerrufen - was aber nicht als wahrscheinlich gilt.

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