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Rentnerin verklagt Dresdner Bank - Lehman-Anleger verfolgen Verhandlung

Gericht Rentnerin verklagt Dresdner Bank - Lehman-Anleger verfolgen Verhandlung

Eine Rentnerin will von der Dresdner Bank das Geld zurück, das sie durch die Pleite des US-Instituts Lehman Brothers verloren hat.

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Eine Rentnerin will von der Dresdner Bank das Geld zurück, das sie durch die Pleite des US-Instituts Lehman Brothers verloren hat.

Quelle: Ralf Decker

Die meisten Gäste im Verhandlungssaal des Landgerichts Hannover erkannten am Mittwoch in den Ausführungen von Richterin Doris Schrader ihr eigenes Schicksal wieder: Als Schrader die Klage einer Rentnerin aus dem Raum Hannover schilderte, die von der Dresdner Bank 15.000 Euro Schadensersatz wegen einer angeblichen Falschberatung zu den Zertifikaten der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers verlangt, hörten ihr rund 30 Mitglieder des Lehman-Geschädigten-Stammtisches aufmerksam zu.

Die Klägerin will von der Bank das Geld zurück, das sie durch die Pleite des US-Instituts verloren hat. Sie wirft der Dresdner Bank vor, zusammen mit ihrem Mann falsch beraten und nicht ausreichend über bestehende Risiken aufgeklärt worden zu sein. Ein weiterer Vorwurf der Klägerin besteht darin, dass die Dresdner Bank für den Verkauf der Papiere heimlich eine Vermittlungsprovision in Höhe von 3,5 Prozent der angelegten Summe kassiert habe. Die Bank weist den Vorwurf zurück, es habe sich dabei um eine versteckte Zahlung gehandelt.

„Die Provision war völlig marktüblich“, sagte der Verteidiger der Dresdner Bank, Michael Nicolaus. Eine Auskunftspflicht über die Provision habe es für die Bank nicht gegeben, „und zu Extrakosten für den Kunden kam es dabei auch nicht“, betonte er.

„Das grenzt an Betrug, was die Banken gemacht haben“, findet Sieglinde Pientka. Sie war als Zuhörerin zu der Verhandlung ins Landgericht gekommen und hat ebenso wie die Klägerin durch Lehman-Zertifikate 15.000 Euro verloren. „Wir wollten nie spekulativ anlegen“, beteuerte die Rentnerin. Nach dem Verlust ihres Geldes suchte sie Rat unter Gleichgesinnten und schloss sich dem Stammtisch der Lehman-Geschädigten in Hannover an, zu dem derzeit rund 120 Teilnehmer kommen. Dabei wird über regelmäßig über Sammelklagen und Schadenersatzforderungen beraten.

Das Landgericht Hannover muss nun unter anderem die Frage klären, ob die Dresdner Bank die Provisionszahlung bei dem Verkauf der Index-Zertifikate an die Klägerin hätte offenlegen müssen. Urteile, auf die sich das Gericht dazu berufen könnte, gibt es derzeit kaum. Schrader will deshalb die ausführliche Begründung in einer ähnlichen Entscheidung des Bundesgerichtshofes abwarten, um daraus Rückschlüsse für den Streitfall in Hannover zu ziehen.

Nach Ansicht des Gerichts waren die Lehman-Zertifikate zumindest „nicht von vorneherein als spekulativ“ anzusehen. Die Klägerin hatte die Zertifikate im Frühjahr 2007 erworben. Die Bank Lehman Brothers ging erst im September 2008 pleite. Anders als Spareinlagen sind Zertifikate im Falle einer Bankenpleite nicht abgesichert.

Rechtsanwalt Moritz Schmidt, der die Verhandlung in Hannover beobachtet, behauptete nach der Verhandlung: „Geschäfte mit Index-Zertifikaten sind schon an sich eine Wette.“ Auskünfte über die Rückvergütung, also die Provisionszahlungen der Banken untereinander, würden von den Banken gerne „verwässert“, sagte Schmidt.

Das Landgericht in Hannover strebt nun zunächst einen Vergleich zwischen den Konfliktparteien an. Ein Vorschlag soll am 5. August verkündet werden.

ddp

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