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Aus der Stadt Richter erschnüffelt in Socken verstecktes Marihuana
Hannover Aus der Stadt Richter erschnüffelt in Socken verstecktes Marihuana
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00:18 21.08.2017
Von Michael Zgoll
Amtsrichter Koray Freudenberg hat außergewöhnliche Fähigkeiten als Drogenschnüffler. Quelle: Archiv/Montage
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Hannover

In dieser Woche prallten im Amtsgericht zwei ungewöhnliche Phänomene aufeinander: Die Dreistigkeit eines Angeklagten und das ausgesprochen feine Näschen eines Juristen. Verantworten wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz musste sich der 22-jährige Serbuhan G., er war im März dieses Jahres vor dem Club Weidendamm mit Marihuana aufgegriffen worden. Doch im Zuge der Verhandlung nahm Amtsrichter Koray Freudenberg Witterung auf und förderte zutage, dass G. sogar zu seinem Prozess Marihuana mitgebracht hatte - versteckt in einem Socken.

Durchsuchung im Gerichtssaal

Nachdem Freudenberg den typischen Geruch von Gras erschnüffelt hatte, stellte er den Angeklagten zur Rede: „Haben Sie etwa Drogen dabei?“ Der 22-Jährige verneinte, doch das half ihm wenig. Nach seiner Verurteilung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro, die auch schon rechtskräftig ist, wurde er unmittelbar danach im Gerichtssaal von einem Polizisten durchsucht. Der Beamte des Polizeikommissariats Nordstadt hatte zuvor als Zeuge ausgesagt, war schon an der Festnahme von G. am Weidendamm beteiligt. Im März hatte man bei dem Kleinkriminellen 14 Päckchen mit kleinen Mengen Gras gefunden, ebenfalls in seinen Socken verborgen. Und siehe da, auch jetzt hatte der Richter den richtigen Riecher: In einem Schuh des Mannes war erneut Marihuana gebunkert.

G. ist kein unbeschriebenes Blatt, stand bereits in sieben Verfahren wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Diebstahls und Drogenhandels vor Gericht. Mit dem Marihuanafund am Volgersweg ist klar, dass dem aus dem Kosovo stammenden Mann nun der nächste Prozess blüht.

Richter Freudenberg führt seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Drogenschnüffler auf seine Tätigkeit als Staatsanwalt zurück, wo er viel mit einschlägigen Delikten zu tun hatte: „Dort habe ich mir dienstliche Kenntnisse zu Drogen aller Art angeeignet.“ Und so gibt es denn auch noch einen weiteren Fall, wo er den hannoverschen Ermittlungsbehörden einen Dienst erweisen konnte.

Verlass auf feines Näschen

Im Zuge einer Hospitation beim Nordstädter Kommissariat nahm Freudenberg vor etwa einem Jahr an einer Verkehrskontrolle teil. Just als ein Beamter in einem VW-Bulli ein Strafmandat ausstellte, querte hinter dem Amtsrichter ein Passant mit einem großen Rucksack die Straße. Was er nicht ahnen konnte: Der Jurist mit der empfindlichen Nase nahm den Geruch von Marihuana wahr, informierte den knöllchenschreibenden Polizisten sofort über seinen Verdacht. Der sprintete hinter dem jungen Mann her, durchsuchte ihn - und wurde fündig.

„Ich bin also gewissermaßen ein Wiederholungstäter“, flachste Freudenberg Freitag. Keine Rede war allerdings davon, dass der Richter den Drogenspürhunden der Polizei nun dauerhaft Konkurrenz machen möchte.

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