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Richtfest der IGS Mühlenberg Hoch den Kranz!

Es ist die größte Baustelle Hannovers. Zehn Monate nach Baubeginn sind vier sogenannte Schulhäuser und die erste Sporthalle im Rohbau fertiggestellt. 63 Millionen Euro kostet das Großprojekt, das die städtische Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) errichten lässt.

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Für den ersten Bauabschnitt wurden rund 200 Tonnen Stahl und 13 .000 Kubikmeter Beton verwendet, 1500 Pläne mussten abgestimmt werden, 128  000 Handwerkerstunden wurden bis zum Richtfest gezählt.

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Hannover. Es ist die größte Baustelle Hannovers, „eine kleine Stadt in einer großen Stadt“, wie Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) Mittwoch beim Richtfest der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg sagte. Zehn Monate nach Baubeginn sind vier sogenannte Schulhäuser und die erste Sporthalle im Rohbau fertiggestellt. 63 Millionen Euro kostet das Großprojekt, das die städtische Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) errichten lässt. Das Projekt läuft nach dem Verfahren einer öffentlich-öffentlichen Partnerschaft (ÖÖP). Die Stadt schließt mit der GBH einen Mietvertrag über 30 Jahre ab und zahlt vermutlich ab 2016 eine Jahresmiete von 4,7 Millionen Euro plus Nebenkosten.

Zehn Monate nach Baubeginn sind vier sogenannte Schulhäuser und die erste Sporthalle im Rohbau fertiggestellt.

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„Die IGS Mühlenberg ist legendär“, betonte Schostok und erinnerte an die Bedeutung des Vorzeigebaus aus den siebziger Jahren. „Es ist ein Ort des Lernen und Lebens.“ Neu gebaut wird nicht nur die Schule für 1850 Schüler und rund 200 Lehrer, sondern auch das Stadtteilzentrum. Ende 2016 soll alles fertig sein. „Wir sind gut im Zeitplan“, sagte GBH-Geschäftsführer Karsten Klaus. „Tolles Bauwerk, tolle Handwerker, tolles Wetter, wir sind alle ganz begeistert“, schwärmte der OB beim Richtfest.

Auch Schulleiter Michael Bax sprühte vor Euphorie. In einer Immobilienanzeige würde er die IGS so bewerben: „Ein Grundstück in bester Lage mit Blick auf den Deister, inklusiv und schülerorientiert, ein prall gefülltes kreatives Haus.“ Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der Schulleiter, der die Bauarbeiten in den vergangenen Monaten eng begleitet hat, nicht verkneifen: „Für Inklusion, also den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap, hätten wir gern mehr Platz gehabt.“ Bauhelm und Schuhe mit Stahlkappen hat er stets griffbereit, genauso wie der didaktische Leiter der IGS, Raimund Lehmann. „Mit unseren immer neuen Ideen haben wir die Planer ganz schön ins Schwitzen gebracht“, sagte Bax lächelnd. Und Michael Vogelei, der bei der GBH für den Neubau zuständig ist, schmunzelt still vor sich hin.

In den Osterferien 2015 sollen Schüler und Lehrer in den neuen Trakt umziehen, der jetzt im Rohbau steht. Das alte Gebäude wird dann abgerissen. „Der Umzug wird ein logistischer Kraftakt“, sagte Bax, „aber wir schaffen das.“ In 40 Jahren Schulleben habe sich viel angesammelt in den Schränken – da ist die vor Jahren geschenkte Kristallsammlung eines Kollegen, da stapeln sich Akten, Fotos, Zeitungsausschnitte.

„Ein logistischer Kraftakt“

Die IGS Mühlenberg wird aus sechs mit Gängen verbundenen Gebäuden bestehen. Die gesamte Nutzfläche beträgt 27 .000 Quadratmeter. Alle Türen sind ebenerdig erreichbar. Der Neubau erfüllt die Anforderungen an ein Passivhaus, geheizt wird die Schule über eine klimaneutrale Holzpelletsheizung. So kann der Ausstoß von Kohlendioxid gegenüber einer reinen Erdgasheizung um 200 Tonnen pro Jahr verringert werden.

Für den ersten Bauabschnitt wurden rund 200 Tonnen Stahl und 13 .000 Kubikmeter Beton verwendet, 1500 Pläne mussten abgestimmt werden, 128  000 Handwerkerstunden wurden bis zum Richtfest gezählt.

Während für GBH-Geschäftsführer Klaus der IGS-Neubau schon ein Stück Zukunft ist und zeigt, wie Hannover 2030 aussehen könnte, gab es auch kritische Stimmen an diesem sonnigen Nachmittag – auch wenn die deutlich leiser waren als die offiziellen Lobreden. Elternvertreter Henning Stegen vermisst die großen Freiflächen, die der Altbau hatte. „Wenn die Kinder den ganzen Tag an der Schule sind, dann müssen sie sich doch auch austoben können.“ Und Personalrat Gerd Schander findet die Gänge zu schmal, gerade im Fachtrakt: „Wenn Lehrer einen Chemiewagen schiebt und dazwischen auch noch 90 oder 100 Schüler von einem Klassenraum in den anderen wechseln, wird das richtig eng.“ Immerhin: Drei Menschen können auf dem Gang jedenfalls bequem nebeneinander gehen.

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