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Richtfest für 34-Millionen-Euro-Forschungszentrum

Uni-Gebäude in der Nordstadt Richtfest für 34-Millionen-Euro-Forschungszentrum

Experimente zur Relativitätstheorie werden Ende 2017 in einem neuen Uni-Gebäude in der Nordstadt möglich sein. 34 Millionen Euro kostet der Bau. Die Summe teilen sich Land und Bund. Auf 2900 Quadratmetern arbeiten mehr als 100 Wissenschaftler in modernsten Laboratorien.

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Experimente zur Relativitätstheorie: Prof. Wolfang Ertmer freut sich auf neue wissenschaftliche Möglichkeiten.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Im Kinofilm „Interstellar“ fällt ein Astronaut in ein Schwarzes Loch, reist rückwärts durch die Zeit und begegnet seinem früheren Ich. Das ist Science-Fiction, aber die Wirklichkeit ist gar nicht so weit davon entfernt. In Hannover werden Quantenphysiker künftig Experimente mit Atomuhren machen und messen können, wie schnell die Zeit vergeht - auf dem Erdboden und in einem Meter Höhe. „Zeit ist abhängig von Erdschwere. Die Uhren laufen anders, wenn sie höher stehen“, sagt Prof. Wolfgang Ertmer, Chef des Hannover Instituts für Technologie (HITec).

Der Forschungsneubau "HighTec" an der Leibniz Universität feiert Richtfest.

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Solche Experimente zur Relativitätstheorie werden Ende 2017 in einem neuen Uni-Gebäude in der Nordstadt möglich. In der Callinstraße entsteht ein mehrgeschossiger Neubau, der vielseitige Forschungsmöglichkeiten bietet. „Das Gebäude erlaubt Spitzenforschung auf Weltniveau“, sagte der Präsident der Leibniz Universität, Volker Epping, am Donnerstag beim Richtfest. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) drückte es anders aus: „Hier wird neuer Stoff für Science-Fiction geliefert.“

34 Millionen Euro kostet der Bau. Die Summe teilen sich Land und Bund. Auf 2900 Quadratmetern arbeiten mehr als 100 Wissenschaftler in modernsten Laboratorien. Nicht nur Physiker tummeln sich in dem Institut, auch Ingenieure und Geodäten arbeiten in der Callinstraße zusammen. „Wir brauchen die unmittelbare Nähe und die Gespräche mit den Kollegen. Daraus entstehen neue Ideen“, sagt Ertmer. Entworfen hat das Gebäude das Architekturbüro Carpus + Partner. Der Bau ist kein leichtes Unterfangen, denn die Labore müssen vor Vibrationen und Temperaturschwankungen geschützt werden, um die hochsensiblen Messungen nicht zu gefährden. Schlicht gesagt: Wenn eine Stadtbahn auf der nahe gelegenen Nienburger Straße vorbeirumpelt, müssen die Atomuhren noch richtig ticken.

Herzstück des Neubaus und gewissermaßen Spielwiese für die Quantenphysiker ist ein Turm mit dem klangvollen Namen Einstein-Elevator. „Das ist eine Weltneuheit, made in Hannover“, frohlockt der Institutschef. Der Turm ragt 30 Meter in die Höhe und zehn Meter in die Tiefe. In seinem Inneren fährt eine Art Schlitten rauf und runter. „Das muss man sich wie einen senkrecht gestellten Transrapid vorstellen“, erklärt Ertmer. Der Schlitten wird zunächst einige Meter stark beschleunigt, dann abgebremst und wieder losgelassen. „Dadurch entsteht ein Effekt wie ein freier Fall im Vakuum“, sagt der Professor. Mit anderen Worten: Vier Sekunden kann in dem Betonturm Schwerelosigkeit erzeugt werden. „Wir können auch Schwerkraftverhältnisse wie auf dem Mond und auf dem Mars nachbilden“, sagt Ertmer. Dadurch wird eine Vielzahl von Versuchen möglich.

Das zweite Großgerät, auf das sich die Wissenschaftler schon freuen, ist die Atomfontäne. „Nachbarn müssen jetzt keine Angst bekommen“, sagt der Institutsleiter. Dabei handelt es sich um einen zehn Meter tiefen Schacht, in dem erkaltete Atome aufsteigen können. Der Witz daran ist, dass die Atome keine Teilchen mehr sind, sondern wie eine Welle funktionieren. Mit Materiewellen lässt sich allerhand anstellen, sie können mit Lasern abgelenkt werden und helfen, die Zeit noch genauer zu bestimmen - sei es auf dem Fußboden oder auf dem Schreibtisch.

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