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Aus der Stadt Risse in Sprengel-Fassade mit Blech abgedeckt
Hannover Aus der Stadt Risse in Sprengel-Fassade mit Blech abgedeckt
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19:54 13.02.2017
Von Conrad von Meding
Abgedeckt: Eine Blechkonstruktion schützt jetzt die gesamte Oberfläche der Fassade. Betriebstechniker Christoph Titsch zeigt die Lösung. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Damit die Risse in der Fassade des Sprengel-Anbaus nicht größer werden und der Bewehrungsstahl im Inneren nicht an Stabilität verliert, beugt jetzt die Blechkonstruktion vor.

„Wir haben es ohne versucht“

Dem ungeübten Blick fällt die Blechkante kaum auf, den puren Ästheten wird sie stören - denn in den ursprünglichen Plänen der Züricher Architekten Meili + Peter kam sie nicht vor. „Es war das Ziel der Architekten, einen graden Abschluss zu erreichen“, sagt Caroline Arndt, zuständige Projektleiterin beim städtischen Gebäudemanagement: „Weil das tatsächlich schöner ist, haben wir versucht, dem nachzukommen - aber es ist leider keine dauerhafte Lösung.“

Am Anbau des Sprengel-Museums sind bereits wieder Bauarbeiter angerückt. Der Grund: In der Fassade haben sich feine Risse gebildet.

Die dunkel gefärbte und später aufwendig polierte Fassade am Haus der Kunst ist selbst ein kleines Kunstwerk. Sie ist bis zu 45 Zentimeter dick, wurde in ungewöhnlich großen Stücken vor Ort in eine Schalung gegossen („Ortbeton“) und hat nur sehr wenige störende Dehnungsfugen. Auf der Oberkante, der Attika, gibt es eine ganz leichte, zweiprozentige Neigung, die das Wasser nach innen zum Flachdach führt. Doch trotz einer Beschichtung konnte Wasser in feine Haarrisse eindringen und hat die Risse vergrößert. Das Blech soll jetzt dafür sorgen, dass kein Wasser mehr mit der Betonoberkante in Verbindung kommt. 200 Meter umlaufende Dachkante wurden abgedeckt.

„Gravierender Baufehler“

Manch ein einheimischer Architekt schüttelt den Kopf über die Arbeit der berühmten Kollegen aus der Schweiz. „Wie man hierzulande solch einem gravierenden Baukonstruktionsfehler heutzutage noch begehen kann, ist mir und vielen meiner Kollegen einfach unverständlich“, heißt es in einem Brief des Südstädter Architekten Axel M. Toussaint an die HAZ. Niemand lege sich freiwillig mit schwarzer Kleidung in die pralle Sonne, schreibt Toussaint. Dunkle Oberflächen sind bei Sonneneinstrahlung starker Ausdehnung ausgesetzt - das gelte eben auch für Betonfassaden. „Nun hat es die dunkel eingefärbte glatte Fassade erwischt.“ Seine These: „Es wird eine Dauerreparatur-Baustelle werden, oder man verblecht gleich die ganze Front.“

Beim städtischen Gebäudemanagement möchte man nicht so schwarzsehen. „Das Abdecken der Attika mit Blech ist die bewährte Methode“, sagt Gebäudemanagerin Arndt. Rundherum sind die Arbeiten abgeschlossen, nur an der Fassade in Richtung NDR fehlen noch letzte Stücke. Man sei sicher, dass das Problem mit der Blechabdeckung behoben sei.

Eiszapfen unter dem Museum

Passanten ist es an den kalten Tagen aufgefallen: An der inneren Unterkante der Sichtbetonfassade am Museumsanbau haben sich lange Eiszapfen gebildet. Noch ein Konstruktionsfehler bei dem gut 35 Millionen Euro teuren Museumsanbau, der im September 2015 eröffnet wurde? Nein, sagt Caroline Arndt, zuständige Architektin im städtischen Gebäudemanagement. Im Gegenteil: „Es ist ein Beleg, dass das Gebäude funktioniert.“
Besondere Überläufe auf dem Flachdach sorgen dafür, dass auch bei Starkregen oder verstopften Standardabflüssen das Wasser abfließen kann – dann allerdings zwischen Gebäude und der vorgehängten Fassade. Als die Blechmonteure auf dem Dach arbeiten wollten, haben sie Regenwasser über diese Überläufe abgeleitet – und es gefror auf dem Weg Richtung Erdboden zu Eiszapfen. „Ein völlig normales Phänomen und kein Grund zur Beunruhigung“, sagt Arndt: „Der Museumsanbau hat sich insgesamt bewährt und macht keine ungewöhnlichen Probleme.“     

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