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Aus der Stadt Unbequem – und ausgezeichnet
Hannover Aus der Stadt Unbequem – und ausgezeichnet
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00:24 14.11.2014
Von Rüdiger Meise
Der Ring ist offen gestaltet und orientiert sich somit an der charakterlichen Vielschichtigkeit und Offenheit seiner Trägerin. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Normalerweise trägt Rita Süssmuth wenig Schmuck an ihren Händen. Bislang glänzt bis auf einen Ehering kein Metall an ihren Fingern. Das hat sich Dienstagabend zumindest vorübergehend geändert: Der Presse Club Hannover verlieh der ehemaligen Bundestagspräsidentin den Leibniz-Ring – „als eine der profiliertesten und populärsten Politikerinnen und eine der erfolgreichsten Frauen Deutschlands“, wie Laudatorin Liz Mohn bei der Festveranstaltung im Hannover Congress Centrum (HCC) sagte.

Das Defilee der Gratulanten glänzte mit prominenten Namen: Landtagspräsident Bernd Busemann, Bundestags-Vizepräsidentin Edelgard Bulmahn, Herbert Schmalstieg, Prof. Klaus Goehrmann, NDR-Intendant Lutz Marmor und der Journalist Jan Hofer waren unter den mehr als 300 Gästen. Mit Prof. Madjid Samii und Prof. Ulrich Reimers waren gleich zwei Ringträger unter den Gratulanten. Rita Süssmuths Tochter Claudia reiste extra für die Verleihung aus Schanghai an.

Der Presse Club Hannover verlieh der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth den Leibniz-Ring – als Würdigung ihrer herausragenden Leistungen im sozialen und gesellschaftlichen Bereich.

Mehr als 20 Namen standen auf der Liste der diesjährigen Ringträger-Kandidaten, verriet Jürgen Köster, Vorsitzender des Presse Clubs. „Rita Süssmuth war allerdings anfangs gar nicht dabei.“ Erst während der Beratungen der neunköpfigen Jury kam die 77-Jährige ins Spiel und kristallisierte sich immer deutlicher als die richtige Persönlichkeit heraus, den 17. hannoverschen Ehrenring zu tragen. Ihr Eintreten für Frieden, Freiheit und Demokratie habe sie „mit der Mahnung an die Verantwortung für Minderheiten und gegen Diskriminierung“ verbunden. Weltweit habe sie Frauen gezeigt, „wie man sich trotz aller Widerstände durch die Kraft seiner Überzeugung behaupten kann“, so das Urteil der Jury.

Dabei habe man sich hierzulande mit Frauen in Führungspositionen lange schwergetan, erinnerte Oberbürgermeister Stefan Schostok augenzwinkernd. So habe die Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover 1837 nur deshalb geendet, „weil in Hannover eine Frau auf dem Thron nicht möglich war“. Heute sei Rita Süssmuth ein Vorbild für viele Frauen, die den Weg in die Verantwortung gehen.

In ihrer Rede erinnerte Rita Süssmuth daran, dass sie nicht als Gesundheitsministerin ins Kabinett Kohl berufen worden war, um etwas zu verändern. Mit Unbequemlichkeit und Kompetenz ist es ihr dennoch gelungen. „Lasst euch nicht abwiegeln“, rief Süssmuth den Frauen zu. Heute, sagte sie, sei sie radikaler als mit 30.

Der Ring, den Goldschmiedin Beate Fritz aus Gifhorn speziell für sie angefertigt hat, soll – ausdrücklich – tragbar sein. Offen ist er gestaltet, sagt Beate Fritz – orientiert an der charakterlichen Vielschichtigkeit und Offenheit seiner Trägerin. „Absichtlich wählte ich einen dunklen Opal, in dessen Muttergestein die Regenbogenfarben besonders leuchten – bunt statt braun.“ Ob Rita Süssmuth ihn tragen wird? Heute beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt wäre schon mal ein guter Anlass dafür.

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